Pench National Park

Tiger-Safari im Pench National Park (Madhya Pradesh): Eines der besten Tigerreservate Indiens. Safari-Buchung, Anreise und beste Besuchszeit.

Typ: Nationalpark | Bundesstaat: Madhya Pradesh | Region: Westindien

Der Pench National Park liegt im südlichen Madhya Pradesh an der Grenze zu Maharashtra und erstreckt sich über 758 km² (Kernzone 411 km²). Benannt nach dem Pench-Fluss, der den Park von Nord nach Süd durchfließt, gilt dieses Tigerreservat als die Inspiration für Rudyard Kiplings weltberühmtes „Dschungelbuch". Die sanften Hügel, der Teak-Laubwald und die offenen Graslandschaften entlang des Flusses bilden eine Landschaft, die Kiplings Beschreibungen der Seoni-Dschungel auf verblüffende Weise entspricht.

Geschichte

Die Region um den Pench-Fluss wird bereits in den Aufzeichnungen von Captain James Forsyth aus dem 19. Jahrhundert als wildreiches Gebiet beschrieben. Rudyard Kipling soll sich bei der Beschreibung der Seoni-Dschungel im „Dschungelbuch" (1894) von diesem Gebiet inspiriert haben lassen – der Distrikt Seoni liegt direkt nördlich des Parks. 1975 wurde das Gebiet als Wildlife Sanctuary unter Schutz gestellt und 1977 zum Nationalpark erklärt. 1992 erfolgte die Aufnahme in das Project Tiger. Auf der Maharashtra-Seite wurde 1999 ein weiterer Pench-Nationalpark eingerichtet, sodass sich das gesamte Schutzgebiet über zwei Bundesstaaten erstreckt.

Tierwelt

Pench beherbergt über 50 Bengalische Tiger, die dank der offenen Waldstruktur vergleichsweise gut beobachtet werden können. Weltbekannt wurde die Tigerin „Collarwali" (T-15), die in ihrem Leben über 29 Junge aufzog – mehr als jede andere dokumentierte Wildtigerin. Nach ihrem Tod im Jahr 2022 trauerte die gesamte Nation um sie. Neben dem Tiger leben Leoparden, Wildhunde (Dholes), Lippenbären, Gaur, Sambar-Hirsche und Axishirsche (Chital) im Park. Das Nilgai, das Wildschwein und der Indische Wolf vervollständigen das Bild; Pench ist einer der wenigen Parks Indiens, in dem alle vier großen Raubtiere – Tiger, Leopard, Wildhund und Wolf – gemeinsam vorkommen.

Über 325 Vogelarten wurden gezählt, darunter der Malabar-Nashornvogel, der Weißbrauenbuschsänger und der Changeable Hawk-Eagle. Am Pench-Stausee (Totladoh Dam) im Norden rasten im Winter Tausende von Zugvögeln, darunter Graugänse und verschiedene Entenarten.

Landschaft & Vegetation

Die Landschaft ist von sanften Hügeln der Satpura-Kette geprägt, die von trockenem und feuchtem Laubwald bedeckt sind. Teak ist die dominierende Baumart und bildet zusammen mit Ain, Bija, Dhaora und Lendia einen lichten Mischwald, der gute Sichtbedingungen für die Tierbeobachtung bietet. Der Pench-Fluss und der Totladoh-Stausee im Norden sind zentrale Wasserquellen, die in der Trockenzeit zahlreiche Tiere anziehen. Die offenen Graslandschaften (Meadows) entlang des Flusses gelten als die besten Beobachtungspunkte. Die Höhenlage variiert zwischen 425 m und 620 m.

Besucherinformationen

Der Park ist vom 1. Oktober bis 30. Juni geöffnet; Safaris finden von 5:30–10:30 Uhr und 14:30–17:30 Uhr statt (saisonabhängig). Der Eintritt beträgt ₹20 für Inder und ₹200 für Ausländer; eine Jeep-Safari (Gypsy, bis 6 Personen) kostet ₹2.500–₹4.000 pro Fahrzeug. Günstigere Canter-Safaris für bis zu 20 Personen sind ebenfalls verfügbar.

Auf der Madhya-Pradesh-Seite stehen vier Eingangstore zur Wahl: Das Turia Gate ist am beliebtesten und bietet die besten Tigersichtungen; daneben gibt es Karmajhiri Gate, Jamtara Gate und Rukhad Gate. Die Maharashtra-Seite hat eigene Eingangstore und Safari-Zonen.

Die Anreise erfolgt am bequemsten über Nagpur (Dr. Babasaheb Ambedkar International Airport, 92 km zum Turia Gate). Der Bahnhof Nagpur (92 km) oder Seoni (60 km) sind die nächsten Bahnanbindungen. Von Nagpur führt der NH-44 in etwa zwei Fahrstunden zum Park; von Bhopal sind es rund acht Stunden.

Beste Reisezeit

Die ideale Besuchszeit ist Oktober bis April, wobei die Monate Februar bis April die besten Tigersichtungen bieten. In dieser Zeit wird das Laub dünner, die Wasserstellen konzentrieren sich, und die Tiger werden häufiger an offenen Stellen gesichtet. Die Wintermonate (November–Februar) bieten angenehme Temperaturen von 10–25 °C und gute Vogelbeobachtung am Stausee. Im Sommer (April–Juni) steigen die Temperaturen auf 40 °C, aber die Tierbeobachtung ist am besten. Während des Monsuns (Juli–September) ist der Park geschlossen.

Wissenswertes

Pench gilt als die Vorlage für Rudyard Kiplings „Dschungelbuch" – die Seoni-Hügel nördlich des Parks entsprechen den „Seeonee Hills" der Geschichte, und Mowglis Welt scheint hier noch lebendig zu sein. Die Tigerin „Collarwali" (T-15) wurde zur bekanntesten Wildtigerin Indiens: 29 Junge in ihrem Leben, landesweit Trauer bei ihrem Tod 2022. Der Totladoh-Stausee im Norden zieht im Winter Tausende von Zugvögeln an, was den Park zu einem bedeutenden Vogelbeobachtungsstandort macht. Da sich das Schutzgebiet über zwei Bundesstaaten erstreckt, können Besucher sowohl die Madhya-Pradesh- als auch die Maharashtra-Seite erkunden – jede mit eigenem Charakter und eigenen Safari-Zonen.

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