Der Manas National Park ist UNESCO-Weltnaturerbe in Assam. Tierwelt, Safari-Tipps und beste Besuchszeit im Überblick.
Typ: Nationalpark | Bundesstaat: Assam | Region: Nordostindien
Der Manas-Nationalpark liegt am Fuß des östlichen Himalaya im Bundesstaat Assam, direkt an der Grenze zu Bhutan. Mit einer Fläche von rund 500 km² schützt er eines der biologisch vielfältigsten Gebiete Indiens und zählt seit 1985 zum UNESCO-Weltnaturerbe. Er ist zugleich Project-Tiger-Reservat und Elefantenreservat. Der Manas-Fluss, ein Nebenfluss des Brahmaputra, durchfließt den Park und verleiht ihm seinen Namen. Zusammen mit dem Royal Manas National Park in Bhutan bildet er ein grenzüberschreitendes Schutzgebiet von über 2.800 km².
Geschichte
Das Gebiet diente den Königen von Koch Bihar und den britischen Kolonialherren als Jagdrevier. 1928 wurde es als Manas Wildlife Sanctuary unter Schutz gestellt. 1973 erfolgte die Aufnahme in das Project Tiger, und 1990 erhielt Manas den Status eines Nationalparks. In den 1990er-Jahren erlitt der Park durch bewaffnete Konflikte in der Region schwere Schäden – Wilderei dezimierte die Nashornpopulation drastisch, und die UNESCO setzte ihn auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes. Dank intensiver Schutzmaßnahmen und der Wiederansiedlung von Nashörnern aus dem Kaziranga National Park konnte Manas 2011 von der Roten Liste gestrichen werden.
Tierwelt
Der Manas-Nationalpark beherbergt eine außergewöhnliche Artenvielfalt, die ihn zu einem der wichtigsten Schutzgebiete Asiens macht. Bengalische Tiger, Indische Panzernashörner, Asiatische Elefanten, Wilde Wasserbüffel und das Zwergwildschwein – mit nur 25 cm Schulterhöhe das kleinste Wildschwein der Welt – zählen zu den Flaggschiffarten. Besonders bemerkenswert ist der Goldlangur, eine der seltensten Affenarten der Welt und das Maskottchen des Parks, dessen leuchtend goldenes Fell ihn unverwechselbar macht. Ergänzt wird die Fauna durch das Assam-Dachkrötchen und den Ganges-Delfin, für den der Park einen der wenigen verbliebenen Lebensräume bietet.
Über 450 Vogelarten wurden im Park dokumentiert – eine Zahl, die Manas zu einem der bedeutendsten Vogelbeobachtungsgebiete Nordostindiens macht. Der Bengalenflorikan, der Riesenstorch und verschiedene Nashornvogelarten zählen zu den ornithologischen Kostbarkeiten. Der Park liegt im Indo-Burma-Hotspot, einem der 36 globalen Biodiversitäts-Hotspots, was seine weltweite Bedeutung für den Artenschutz unterstreicht.
Landschaft & Vegetation
Die Landschaft des Manas-Parks ist ein Mosaik aus tropischem Regenwald, halbimmergrünem Wald, alluvialem Grasland und Feuchtgebieten. Der Manas-Fluss teilt den Park in einen östlichen und westlichen Abschnitt. Im Norden erheben sich die Ausläufer des Himalaya mit dichten Laubwäldern, während die südlichen Ebenen von hohem Elefantengras und saisonalen Überschwemmungsflächen geprägt sind. Die Flussufer beherbergen tropische Auwälder mit Sal-Bäumen, Schilf und Bambus.
Besucherinformationen
Der Park ist vom 1. November bis zum 30. April geöffnet. Safaris finden morgens von 6:30 bis 9:30 Uhr und nachmittags von 14:30 bis 17:00 Uhr statt. Der Eintritt beträgt für Inder ₹50 und für Ausländer ₹500; eine Jeep-Safari kostet ab ₹3.500 pro Fahrzeug. Neben der Jeep-Safari stehen in der Bansbari-Zone Elefantensafaris sowie Bootsafaris auf dem Manas-Fluss zur Verfügung. Der Park ist in drei Zonen gegliedert: Bansbari (Haupteingang), Bhuyanpara und Panbari.
Der nächste Flughafen ist Guwahati (Lokpriya Gopinath Bordoloi International, 176 km). Per Bahn erreicht man den Park über Barpeta Road (22 km vom Bansbari-Gate entfernt). Mit dem Auto ist Manas von Guwahati über die NH-31 in etwa vier Stunden erreichbar.
Beste Reisezeit
Die ideale Besuchszeit erstreckt sich von November bis April. In den Wintermonaten (November–Februar) herrschen angenehme Temperaturen um 15–25 °C und die Tierbeobachtung ist optimal. Von März bis April wird das Gras geschnitten, wodurch die Sichtbarkeit der Tiere deutlich steigt. Während des Monsuns (Juni–September) ist der Park wegen Überschwemmungen geschlossen.
Wissenswertes
Manas war das erste Tigerreservat Indiens, das ein erfolgreiches Nashorn-Wiederansiedlungsprogramm durchführte – nach dem dramatischen Rückgang der Population durch Wilderei in den 1990er-Jahren gilt diese Erholung heute als eines der bemerkenswertesten Naturschutz-Comebacks Asiens. Das Zwergwildschwein, das mit seinen winzigen 25 cm Schulterhöhe kaum an ein Wildschwein erinnert, kommt fast ausschließlich im Manas-Gebiet vor und wäre ohne die Schutzmaßnahmen des Parks wohl längst ausgestorben. Der Goldlangur wiederum ist außerhalb dieses Grenzgebiets zwischen Indien und Bhutan praktisch nirgendwo auf der Welt zu sehen.
In der Nähe
- Guwahati – Tor zum Nordosten Indiens (176 km)
- Kaziranga National Park – UNESCO-Welterbe, größte Nashornpopulation (400 km)
- Tezpur – historische Stadt am Brahmaputra (200 km)
- Bhutan – Grenzübergang bei Manas möglich (direkt angrenzend)
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