Orang Nationalpark

Tiger-Safari im Orang Nationalpark (Assam): Eines der besten Tigerreservate Indiens. Safari-Buchung, Anreise und beste Besuchszeit.

Typ: Nationalpark | Bundesstaat: Assam | Region: Nordostindien | Fläche: 78,8 km²

Der Rajiv Gandhi Orang Nationalpark – liebevoll als „Mini Kaziranga" bekannt – liegt am Nordufer des Brahmaputra in den Distrikten Darrang und Sonitpur in Assam. Mit nur 78,8 Quadratkilometern ist er einer der kleinsten Nationalparks Indiens, doch seine Dichte an Wildtieren ist bemerkenswert: Nashörner, Tiger und über 200 Vogelarten leben auf engstem Raum zusammen. Die Landschaft mit ihren Grasländern, Seen und Flussauen erinnert tatsächlich stark an den berühmten Kaziranga Nationalpark.

Geschichte

Das Gebiet wurde bereits 1915 unter britischer Kolonialverwaltung als Game Reserve eingerichtet und war damit eines der ältesten Schutzgebiete Assams. 1985 wurde der Status zum Wildschutzgebiet aufgewertet, und 1999 erhielt Orang die Anerkennung als Nationalpark. Seit 2016 ist Orang auch als Tiger Reserve im Rahmen von „Project Tiger" anerkannt. Benannt wurde der Park nach dem verstorbenen Premierminister Rajiv Gandhi, der sich für den Naturschutz in Nordostindien eingesetzt hatte.

Tierwelt

Orang beherbergt über 100 Indische Panzernashörner – eine beeindruckende Zahl angesichts der geringen Parkfläche. Rund 30 Bengalische Tiger leben hier ebenfalls, was Orang zu einem der Nationalparks mit der höchsten Tigerdichte in ganz Indien macht. Asiatische Elefanten, Wasserbüffel, Barashinga-Hirsche und verschiedene Primatenarten vervollständigen die Säugetierwelt. In den Gewässern des Parks leben Gangesdelfine und Sumpfschildkröten, die sich in den ruhigen Altwasserarmen verstecken.

Die Vogelwelt umfasst über 220 Arten, darunter einige der seltensten Indiens. Der Bengalische Florikan, eine der am stärksten bedrohten Vogelarten Südasiens, findet in den hohen Grasländern seinen Lebensraum. Verschiedene Storch- und Pelikankarten sowie der seltene Kleine Adjutant ergänzen die bemerkenswerte Avifauna. Die offene Savannelandschaft macht Vogelbeobachtungen vergleichsweise einfach und lohnend.

Landschaft & Vegetation

Die flache Schwemmlandschaft am Nordufer des Brahmaputra wird dominiert von ausgedehnten Feuchtgrasländern mit hohem Elefantengras, durchsetzt von zahlreichen Beels, Sumpfgebieten und Sandbänken. Die Vegetation ähnelt stark jener von Kaziranga: Savannengras, vereinzelte Baumgruppen und schmale Waldstreifen entlang der Wasserläufe prägen das Bild. Die jährlichen Monsunüberschwemmungen durch den Brahmaputra erneuern die Nährstoffe und halten das Grasland in seinem produktiven Zustand. Die offene Landschaft erleichtert Tierbeobachtungen erheblich.

Besucherinformationen

Der Park ist von November bis April geöffnet, Safaris finden täglich von 7:00 bis 9:30 Uhr und von 14:00 bis 16:30 Uhr statt. Der Eintritt beträgt rund 50 INR für indische Besucher und 500 INR für Ausländer; Jeep-Safaris werden gesondert berechnet. Besonders empfehlenswert sind Elefantensafaris, die durch die hohen Graslandschaften führen und die besten Chancen auf Nashorn-Sichtungen bieten – anders als im Jeep kommt man den Tieren zu Fuß durch das Gras näher.

Der nächste Bahnhof Rangiya liegt 50 Kilometer entfernt, der Bahnhof Tezpur 40 Kilometer. Der Flughafen Tezpur/Salonibari ist 50 Kilometer entfernt, Guwahati rund 140 Kilometer. Am Parkeingang steht ein Forest Rest House zur Verfügung; grundlegende Unterkünfte finden sich in den umliegenden Ortschaften.

Beste Reisezeit

Die optimale Reisezeit ist von November bis April. Der Winter von November bis Februar bietet kühle, angenehme Temperaturen zwischen 10 °C und 24 °C und die besten Bedingungen für Tier- und Vogelbeobachtungen. Das niedrige Gras in der Trockenzeit erleichtert die Sichtung von Nashörnern und Tigern erheblich. Im Frühling sind die Temperaturen milder. Ab Mai beginnt der Monsun mit heftigen Niederschlägen, und große Teile des Parks werden vom Brahmaputra überschwemmt.

Wissenswertes

Der Spitzname „Mini Kaziranga" ist verdient: Landschaft und Artenspektrum des Orang Nationalparks ähneln dem berühmten UNESCO-Welterbe so stark, dass Besucher kaum einen Unterschied wahrnehmen – bei einem Bruchteil der Besucherzahlen. Mit über 100 Nashörnern auf nur 78,8 Quadratkilometern besitzt Orang eine der höchsten Nashorndichten aller indischen Parks. Hinzu kommen rund 30 Tiger, was die Tiger-Dichte pro Flächeneinheit zu einer der höchsten Indiens macht. Dass dieser Park bereits 1915 unter Schutz gestellt wurde, macht ihn zu einem der ältesten Schutzgebiete des Landes – ein historisches Erbe britischer Naturschutzpolitik, das dem Ökosystem bis heute zugute kommt.

In der Nähe

  • Kaziranga Nationalpark – 100 km östlich, UNESCO-Welterbe
  • Nameri Nationalpark – 80 km östlich, Rafting und Vogelbeobachtung
  • Tezpur – 40 km östlich, historische Stadt am Brahmaputra
  • Guwahati – 140 km westlich, Tor zu Nordostindien
  • Manas Nationalpark – 120 km westlich, UNESCO-Welterbe