Gulf of Mannar Marine Nationalpark

Fläche: 560 km² (Kernzone) | Gegründet: 1986 | Nächste Stadt: Rameswaram (20 km) Safari-Tipps, Tierwelt und beste Besuchszeit.

Typ: Meeresnationalpark | Bundesstaat: Tamil Nadu | Region: Südindien Fläche: 560 km² (Kernzone) | Gegründet: 1986 | Nächste Stadt: Rameswaram (20 km)

Der Gulf of Mannar Marine Nationalpark ist Indiens erster Meeresnationalpark und erstreckt sich über 21 Inseln und deren umgebende Korallenriffe im Golf von Mannar – der Meerenge zwischen Indien und Sri Lanka. Das Schutzgebiet umfasst eines der artenreichsten Meeresökosysteme Südasiens mit Korallenriffen, Seegraswiesen, Mangrovenwäldern und Salzmarsch-Landschaften. 1989 wurde die gesamte Region als Biosphärenreservat ausgewiesen, das sich über eine Fläche von 10.500 km² erstreckt.

Der Park beherbergt eine außergewöhnliche marine Artenvielfalt und ist einer der wenigen Orte in Indien, an denen Dugongs (Seekühe) in freier Wildbahn leben.


Geschichte

Die 21 Inseln des Golfs von Mannar waren bereits im Altertum als Perlenbank bekannt – die berühmten Mannar-Perlen wurden über Jahrhunderte gehandelt und machten die Region wohlhabend. Die Perlentaucherei war bis in die 1960er Jahre ein bedeutender Wirtschaftszweig. 1986 erhielt das Gebiet den Status eines Nationalparks, um die stark bedrohten Korallenriffe und die marine Biodiversität zu schützen. 1989 folgte die Ausweisung als Biosphärenreservat – eines der ersten in Indien. Die mythologische Bedeutung der Region ist ebenfalls groß: Die Inselkette gilt im Hinduismus als Reste der Ram Setu (Adamsbrücke), die laut dem Epos Ramayana von Lord Rama nach Sri Lanka gebaut wurde.


Tierwelt

Das Herzstück der marinen Artenvielfalt bilden über 117 Korallenarten aus 37 Gattungen – darunter Hirn-, Tisch- und Geweihkorallen –, die zusammen mit Seegraswiesen den Lebensraum des streng gefährdeten Dugong (Seekuh) formen. Weniger als 200 dieser majestätischen Meeressäuger leben noch in indischen Gewässern, und der Golf von Mannar gehört zu ihren letzten Rückzugsgebieten. Daneben tummeln sich Indopazifische Buckeldelfine und Spinnerdelfine in den geschützten Gewässern.

Drei Meeresschildkrötenarten – Grüne Meeresschildkröte, Echte Karettschildkröte und Oliv-Bastardschildkröte – nutzen die Inseln als Nistplätze. Über 450 Fischarten bevölkern die Riffe, von Papageifischen und Clownfischen bis zu Muränen und Rochenarten. Besonders bemerkenswert ist der Pfeilschwanzkrebs, ein „lebendes Fossil" mit einer Stammesgeschichte von 450 Millionen Jahren, das hier noch in nennenswerten Beständen vorkommt. Insgesamt wurden über 3.600 wirbellose Tierarten dokumentiert. Auf den Inseln brüten mehr als 170 Vogelarten, darunter Flamingos, Seeschwalben, Pelikane und Reiher.


Landschaft & Vegetation

Die 21 Inseln erstrecken sich in einer Kette von Rameswaram im Norden bis Thoothukudi (Tuticorin) im Süden über eine Länge von etwa 140 Kilometern. Die Inseln sind flach und klein – die meisten nur wenige Hundert Meter breit. Die Vegetation der Inseln umfasst dichte Mangrovenwälder an den Küsten, tropische Trockenwälder im Inneren und Sandstrände. Unter Wasser bilden die Korallenriffe komplexe Ökosysteme mit Riffen, Lagunen und Seegraswiesen. Die Seegraswiesen sind der wichtigste Lebensraum der Dugongs. Einige Inseln wie Kurusadai und Manauli sind für ihre intakten Riffe besonders bekannt.


Besucherinformationen

Das Betreten der Inseln erfordert eine Sondergenehmigung des Forest Department, die beim Wildlife Warden in Ramanathapuram beantragt werden muss. Der Nationalpark ist für Touristen nur eingeschränkt direkt zugänglich; als Ausgangspunkte dienen Rameswaram (20 km) und Thoothukudi (60 km). Der nächste Bahnhof liegt in Rameswaram oder Mandapam; der nächste Flughafen in Madurai (170 km) oder Tuticorin (60 km).

Glass-Bottom-Boat-Touren werden von Mandapam und Rameswaram aus angeboten und ermöglichen faszinierende Korallenbeobachtungen ganz ohne Tauchen. An ausgewiesenen Stellen ist auch Schnorcheln und Tauchen möglich; Ausrüstung kann vor Ort gemietet werden. Übernachtet wird in Hotels in Rameswaram und Mandapam, da auf den Inseln selbst keine Unterkünfte zur Verfügung stehen.


Beste Reisezeit

Die ideale Besuchszeit ist von Januar bis April, wenn das Meer ruhig und die Sicht unter Wasser am besten ist. Die Wassertemperaturen liegen bei 25–30 °C. Der Südwest-Monsun (Juni bis September) und der Nordost-Monsun (Oktober bis Dezember) bringen starken Wellengang und trübes Wasser. Von April bis Juni können die Lufttemperaturen über 40 °C steigen. Für Vogelbeobachtungen auf den Inseln sind die Wintermonate (November bis Februar) am besten geeignet.


Wissenswertes

Als Indiens erster und ältester Meeresnationalpark (gegründet 1986) nimmt der Gulf of Mannar eine Pionierrolle im marinen Naturschutz des Landes ein. Mit insgesamt 3.600 dokumentierten Tier- und Pflanzenarten zählt das Biosphärenreservat zu den biodiversitätsreichsten marinen Ökosystemen Südasiens. Die legendäre Mannar-Perlenfischerei war über 2.000 Jahre lang eine der ertragreichsten der Welt – heute ist die einst so blühende Industrie Geschichte, und die Riffe stehen unter Schutz. Die Inselkette zwischen Indien und Sri Lanka gilt im Hinduismus als Überrest der Ram Setu aus dem Ramayana-Epos, was der Region auch spirituelle Bedeutung verleiht.


In der Nähe

  • Rameswaram (20 km) – einer der vier heiligen Char Dham, Ramanathaswamy-Tempel, Pamban-Brücke
  • Mandapam (direkt) – Ausgangspunkt für Bootstouren zu den Inseln; Marine Biological Station
  • Dhanushkodi (25 km von Rameswaram) – Geisterstadt am südöstlichsten Punkt des indischen Festlandes
  • Kunthukal Beach (15 km) – ruhiger Strand mit Blick auf die Inseln
  • Madurai (170 km) – Meenakshi-Tempel, nächste Großstadt