Fläche: 104 km² | Gegründet: 1974 | Nächste Stadt: Bengaluru (22 km) Safari-Tipps, Tierwelt und beste Besuchszeit.
Typ: Nationalpark | Bundesstaat: Karnataka | Region: Südindien Fläche: 104 km² | Gegründet: 1974 | Nächste Stadt: Bengaluru (22 km)
Der Bannerghatta Nationalpark liegt nur 22 Kilometer südlich von Bengaluru und ist damit eines der am leichtesten erreichbaren Wildschutzgebiete Indiens. Trotz seiner Nähe zur IT-Metropole beherbergt der Park eine bemerkenswerte Vielfalt an Flora und Fauna. Das Schutzgebiet umfasst neben dem eigentlichen Nationalpark auch den Bannerghatta Biological Park mit Zoo, Schmetterlingsgarten, Aquarium und einer Großkatzensafari – eine einzigartige Kombination aus Naturschutz und Umweltbildung.
Der Park bildet einen wichtigen Korridor für die Elefantenwanderung zwischen den Wäldern um Bengaluru und den Schutzgebieten der Biligiriranga Hills im Süden.
Geschichte
Die Wälder von Bannerghatta wurden 1971 zunächst als Schutzgebiet deklariert und erhielten 1974 den Status eines Nationalparks. Der Name leitet sich von einem Banashankari-Tempel innerhalb des Parks ab – „Banne" bedeutet Wald und „Ghatta" Tal. Im Jahr 2002 wurde der Bannerghatta Biological Park als separate Einrichtung am Rand des Nationalparks eröffnet, um Umweltbildung mit Naturschutz zu verbinden. Der Park steht vor der besonderen Herausforderung, die zunehmende Urbanisierung Bengalurus mit dem Erhalt des Wildtierkorridors in Einklang zu bringen.
Tierwelt
Im freien Nationalpark sind Indische Elefanten, Bengalische Tiger, Leoparden, Gaure und Lippenbären heimisch. Sambar und Chital (Axishirsche) grasen auf den Lichtungen, Wildschweine und Stachelschweine durchstreifen das Unterholz, und das scheue Indische Schuppentier hält sich bevorzugt in felsigen Bereichen auf. Über 200 Vogelarten wurden dokumentiert – Pfaue, Indiens Nationalvogel, sind allgegenwärtig, während Eisvögel an den Bachläufen nach Beute spähen und verschiedene Greifvögel die Thermik über den Waldhängen nutzen.
Der angrenzende Bannerghatta Biological Park bietet eine andere Erfahrung: In der Grand Safari fährt man im geschlossenen Bus durch weitläufige Gehege, in denen Weiße Tiger, Afrikanische Löwen und Bengalische Tiger unter naturnahen Bedingungen leben. Lippenbären lassen sich in eigenen Gehegen beobachten. Der Butterfly Park beherbergt über 20 einheimische Schmetterlingsarten in einem begehbaren Glashaus und war bei seiner Eröffnung 2006 der erste seiner Art in Indien.
Landschaft & Vegetation
Der Park liegt auf dem Dekkan-Plateau in Höhen zwischen 750 und 1.064 Metern. Die Vegetation besteht überwiegend aus tropischem Trockenwald und Dornbuschwald, durchsetzt von Lichtungen und felsigen Hügeln. Sandelholz-, Teak- und Eukalyptusbäume prägen das Waldbild. Innerhalb des Parks befinden sich mehrere historische Tempel, darunter der Champakadhareshwara-Tempel und der Yoga Narasimha-Tempel, die teils auf das 15. Jahrhundert zurückgehen. Felsige Aufschlüsse und Granitformationen bilden malerische Kulissen.
Besucherinformationen
Der Park ist dienstags bis sonntags von 9:30 bis 17:00 Uhr geöffnet; montags bleibt er geschlossen. Der Eintritt in den Nationalpark beträgt ₹ 80 für indische Besucher und ₹ 400 für ausländische Gäste. Die Grand Safari im Biologischen Park kostet ₹ 500 bis 800 pro Person und führt im Bus durch die Großkatzen- und Bärengehege; der Butterfly Park ist für ₹ 50 Aufpreis zugänglich.
Von Bengaluru aus ist der Park bequem mit dem Stadtbus erreichbar – die BMTC-Linien 365 und 366 fahren ab Majestic und benötigen etwa 45 bis 60 Minuten. Auch Taxis stehen zur Verfügung. Geführte Trekkingtouren lassen sich am Wochenende beim Forest Department vorbestellen. Wer übernachten möchte, wählt aus dem breiten Hotelangebot Bengalurus oder aus einigen Resorts und Lodges in Parknähe.
Beste Reisezeit
Die beste Besuchszeit ist von Oktober bis März, wenn das Wetter angenehm kühl und trocken ist (18–28 °C). Die Sommermonate (April bis Mai) sind heiß, aber die Tiere kommen häufiger an die Wasserstellen. Während des Monsuns (Juni bis September) ist der Park geöffnet, aber Trekkingrouten können eingeschränkt sein. Wochenendbesucher sollten möglichst früh anreisen, da der Park bei Bengalurus Bewohnern sehr beliebt ist.
Wissenswertes
Bannerghatta zählt zu den wenigen Nationalparks weltweit, die sich innerhalb einer Millionenstadt befinden – vergleichbar allenfalls mit dem Sanjay Gandhi Nationalpark in Mumbai. Der Park dient als unverzichtbarer Elefantenkorridor zwischen den Wäldern des Dekkan-Plateaus und den Bergschutzgebieten im Süden; ohne ihn wäre die genetische Verbindung dieser Populationen unterbrochen. Sechs hinduistische Tempel aus verschiedenen Jahrhunderten liegen innerhalb der Parkgrenzen und verbinden Naturschutz mit kulturellem Erbe. Die Kombination aus freiem Nationalpark, Biological Park und dem ersten Schmetterlingspark Indiens macht Bannerghatta zu einem der vielseitigsten Schutzgebiete des Landes.
In der Nähe
- Bengaluru (22 km) – IT-Metropole mit Vidhana Soudha, Lalbagh und Cubbon Park
- Bannerghatta Biological Park (angrenzend) – Zoo, Aquarium, Schmetterlingsgarten und Grand Safari
- Muthyala Maduvu (35 km) – „Perlenwasserfall", beliebtes Ausflugsziel
- Savandurga (50 km) – einer der größten Monolith-Felsen Asiens, Trekking-Ziel
- Ramnagara (55 km) – Drehort von „Sholay", Klettergebiet
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