Tiger-Safari im Kanha National Park (Madhya Pradesh): Eines der besten Tigerreservate Indiens. Safari-Buchung, Anreise und beste Besuchszeit.
Typ: Nationalpark | Bundesstaat: Madhya Pradesh | Region: Westindien
Der Kanha-Nationalpark in den Maikal-Bergen von Madhya Pradesh gilt als eines der schönsten Tigerreservate Indiens und als Inspiration für Rudyard Kiplings Dschungelbuch. Mit einer Gesamtfläche von 1.945 km² (davon 940 km² Kernzone) ist er einer der größten Nationalparks des Landes. Kanha ist besonders bekannt für die erfolgreiche Rettung des vom Aussterben bedrohten Barasingha (Branderi-Hirsch), der nur hier in freier Wildbahn vorkommt.
Geschichte
Das Gebiet wurde 1879 als Reservatwald unter Schutz gestellt und 1933 zum Wildlife Sanctuary erklärt. 1955 erhielt Kanha den Status eines Nationalparks, und 1973 wurde er in das Project Tiger aufgenommen. Die bemerkenswerteste Leistung des Parks ist die Rettung des Barasingha (Branderi-Unterart des Sumpfhirschs): In den 1970er Jahren war die Population auf nur 66 Tiere geschrumpft. Durch ein gezieltes Zuchtprogramm, Lebensraum-Management und strenge Schutzmaßnahmen stieg der Bestand auf heute über 800 Tiere. Rudyard Kipling besuchte diese Wälder im 19. Jahrhundert, und die üppigen Sal-Wälder und Bambusdickichte Kanhas dienten als Vorlage für die Landschaften in seinem unsterblichen Dschungelbuch (1894).
Tierwelt
Kanha beherbergt über 100 Bengalische Tiger und zählt damit zu den tigerreichsten Nationalparks des Landes. Wer Geduld mitbringt und früh zur ersten Safari aufbricht, hat gute Chancen, einen dieser majestätischen Raubtiere bei der Morgenwanderung oder an einer Wasserstelle zu erleben. Neben dem Tiger sind Leoparden, Indische Wildhunde (Dholes), Lippenbären, Streifenhyänen und Dschungelkatzen im Park vertreten. Die Languren und Rhesusaffen, die hoch oben in den Sal-Bäumen sitzen, spielen dabei eine besondere Rolle: Ihre Alarmrufe verraten dem aufmerksamen Safarigast oft, wo sich ein Tiger nähert.
Das eigentliche Herzstück Kanhas ist jedoch der Barasingha – wörtlich „zwölf Enden", benannt nach seinem imposanten Geweih. Diese Unterart des Sumpfhirschs kommt weltweit nur noch hier vor und gilt als Sinnbild für einen der erfolgreichsten Artenschutzerfolge Indiens. Begleitet werden die Barasingha von großen Herden Sambarhirsche, Axishirsche (Chital), Muntjaks und Nilgai-Antilopen sowie den mächtigen Gaur-Rindern, dem größten Wildrind der Welt. Über 300 Vogelarten bevölkern den Park – darunter Rote Dschungelhühner, Drongo, Bienenfresser, Nashornvögel und der farbenfrohe Paradiesschnäpper.
Landschaft & Vegetation
Die Landschaft ist ein faszinierendes Mosaik aus dichten Sal-Wäldern, Bambusdickichten, weiten Graslandschaften (Maidans) und bewaldeten Hügelketten. Die Maikal-Bergkette durchzieht den Park mit Höhen zwischen 450 und 900 Metern. Besonders charakteristisch sind die offenen Wiesen wie die Bamni Dadar (auch „Sunset Point" genannt), von wo aus man einen atemberaubenden Panoramablick über die Grasebenen hat – ein idealer Ort, um Barasinghas und Gaur zu beobachten. Die Flüsse Banjar und Halon mit ihren Zuflüssen versorgen den Park ganzjährig mit Wasser.
Besucherinformationen
Der Park öffnet vom 16. Oktober bis 30. Juni und bleibt während des Monsuns (1. Juli bis 15. Oktober) geschlossen. Der Eintritt beträgt für indische Besucher ₹80, für Ausländer ₹800; eine Jeep-Safari für bis zu sechs Personen kostet je nach Zone und Saison zwischen ₹3.000 und ₹5.000. Die Safaris finden morgens und nachmittags statt und dauern jeweils etwa drei bis vier Stunden. Elefanten-Safaris wurden 2020 eingestellt.
Der Park ist in mehrere Zonen aufgeteilt: Die Kanha-Zone am Haupteingang Khatia Gate (West) gilt als die beliebteste und bietet die besten Chancen für Barasingha-Sichtungen. Die Mukki-Zone im Süden ist besonders günstig für Tigerbegegnungen an Wasserstellen, die Kisli-Zone und die Sarhi-Zone ergänzen das Angebot. Eine Online-Vorab-Reservierung ist Pflicht; in der Hochsaison von März bis Mai sollte man frühzeitig buchen.
Der nächste Flughafen liegt in Jabalpur (175 km) oder Nagpur (260 km); Jabalpur ist auch der nächste Bahnhof. Von Bhopal aus sind es rund 475 km. An beiden Parkeingängen stehen zahlreiche Lodges und Resorts für jeden Anspruch zur Verfügung.
Beste Reisezeit
Die ideale Besuchszeit ist Oktober bis Juni. Die besten Monate für Tigersichtungen sind März bis Mai, wenn die Hitze die Tiere zu den Wasserstellen treibt und das lichte Laub die Sicht freigibt. Die Wintermonate (November–Februar) bieten angenehmes Klima, aber dichtere Vegetation. Für Vogelbeobachtung sind November bis Februar am ergiebigsten.
Wissenswertes
Kanha gilt als das „Jewel of India's Wildlife" und wurde von der BBC als einer der besten Wildlife-Parks der Welt bezeichnet. Rudyard Kipling beschrieb die Wälder dieser Region als die „Seeonee-Hügel" in seinem Dschungelbuch – Mowgli, Baloo und Shere Khan durchstreiften genau diese Landschaft. Der Bamni Dadar-Aussichtspunkt bietet bei Sonnenuntergang einen der spektakulärsten Panoramablicke aller indischen Nationalparks, wenn die Hirschherden durch die goldfarbenen Grasebenen ziehen. Kanha war der erste indische Nationalpark, der ein systematisches Wiederansiedlungsprogramm für eine bedrohte Art durchführte – ein Vorbild für den Naturschutz weltweit.
In der Nähe
- Bandhavgarh National Park – weiteres erstklassiges Tigerreservat in Madhya Pradesh (250 km)
- Pench National Park – Nationalpark an der Grenze zu Maharashtra (200 km)
- Bhopal – Hauptstadt von Madhya Pradesh (475 km)
- Jagdalpur – Tor zu den Wasserfällen von Chhattisgarh (250 km)
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