Bandipur Nationalpark

Tiger-Safari im Bandipur Nationalpark (Karnataka): Eines der besten Tigerreservate Indiens. Safari-Buchung, Anreise und beste Besuchszeit.

Typ: Nationalpark | Bundesstaat: Karnataka | Region: Südindien

Der Bandipur-Nationalpark in den Westghats Karnatakas bildet zusammen mit den angrenzenden Schutzgebieten Nagarhole, Mudumalai und Wayanad das Nilgiri-Biosphärenreservat – das größte zusammenhängende Schutzgebiet Südindiens mit über 5.500 km². Bandipur selbst umfasst 874 km² und beherbergt eine der größten Populationen Asiatischer Elefanten in Indien. Die Lage zwischen den Nilgiri-Bergen und den Mysore-Ebenen macht den Park zu einem landschaftlich besonders reizvollen Reiseziel.

Geschichte

Das Gebiet diente seit dem 16. Jahrhundert als Jagdrevier der Könige von Mysore (Wodeyar-Dynastie). 1931 wurde ein Teil als Venugopala Wildlife Park unter Schutz gestellt. 1973 wurde Bandipur als eines der ersten neun Tigerreservate Indiens in das Project Tiger aufgenommen und zum Nationalpark erklärt. Die Wodeyar-Könige hatten bereits früh Jagdbeschränkungen eingeführt, was maßgeblich dazu beitrug, dass die Wildtierpopulationen erhalten blieben. Seit 2010 gilt auf der NH 212 durch den Park ein Nachtfahrverbot (21:00–6:00 Uhr), um Wildunfälle zu verhindern – eine kontroverse, aber erfolgreiche Maßnahme.

Tierwelt

Bandipur ist vor allem für seine großen Elefantenherden bekannt, die im gesamten Nilgiri-Biosphärenreservat auf über 3.000 Tiere geschätzt werden – ein beträchtlicher Teil davon streift durch Bandipurs Wälder, wo Herden von 20 bis 30 Tieren keine Seltenheit sind. Etwa 170 Bengalische Tiger leben im Nilgiri-Verbund insgesamt; Bandipur zählt zu den wichtigsten Tigerkorridoren Südindiens. Leoparden, Indische Wildhunde (Dholes) in Rudeln von 10 bis 15 Tieren, Lippenbären und Kleine Indische Zibetkatzen vervollständigen die Raubtierwelt des Parks.

Unter den Pflanzenfressern sind Gaur (Indischer Bison), Sambarhirsche und Axishirsche (Chital) besonders häufig anzutreffen. Seltener begegnet man Vierhornantilopen, dem Indischen Riesenhörnchen und Mausmaulwürfen. Die Vogelwelt umfasst über 200 Arten – darunter Malabar-Hornvögel, Pfauen (die hier in großer Zahl vorkommen), Schlangenadler, Haubenadler und den seltenen Alexandersittich. Reptilien wie Königskobras, Indische Pythons, Sternenschildkröten und Warane runden das bemerkenswerte Artenspektrum ab.

Landschaft & Vegetation

Die Vegetation wechselt je nach Höhenlage (680–1.454 m) zwischen trockenem Laubwald, feuchtem Laubwald und Dornbuschvegetation. Teak, Rosenholz (Dalbergia), Sandelholz und Bambus dominieren die Wälder. Die offenen Graslandschaften entlang der Flussbetten (besonders am Moyar und Nugu) bieten exzellente Möglichkeiten zur Tierbeobachtung. Der Gopalaswamy Betta, ein 1.454 Meter hoher Hügel mit einem Hindu-Tempel auf dem Gipfel, ist der höchste Punkt des Parks und bietet einen Panoramablick über das gesamte Reservat und die Nilgiri-Berge.

Besucherinformationen

Der Park ist ganzjährig geöffnet, Safaris finden morgens von 6:30 bis 9:00 Uhr und nachmittags von 15:30 bis 18:00 Uhr statt. Der Eintritt beträgt für Inder ₹150, für Ausländer ₹600. Als Safari-Optionen stehen der Mini-Bus (Canter, bis zu 20 Personen, ₹350) und die Jeep-Safari (bis 6 Personen, ₹4.500–6.000) zur Verfügung; geführte Trekking-Wanderungen mit Forest Guards runden das Angebot ab. Wer mit dem eigenen Fahrzeug anreist, muss das Nachtfahrverbot auf der Hauptstraße durch den Park (21:00–6:00 Uhr) bei der Planung berücksichtigen.

Von Mysuru sind es etwa 80 km (1,5 Stunden), von Bengaluru rund 220 km (4,5 Stunden) und von Ooty etwa 70 km. Der nächste Bahnhof liegt in Mysuru. Übernachtungsmöglichkeiten bieten die staatliche Bandipur Safari Lodge im Park sowie private Resorts am Parkrand.

Beste Reisezeit

Die beste Besuchszeit ist Oktober bis Mai. Die Wintermonate (November–Februar) bieten angenehmes Klima mit kühlen Morgen und guter Sichtbarkeit. In der trockenen Sommerperiode (März–Mai) kommen die Tiere vermehrt an die Wasserstellen, was die Beobachtungschancen steigert. Während des Monsuns (Juni–September) ist der Park zwar geöffnet, aber starke Regenfälle können Safaris einschränken, und die dichte Vegetation erschwert Tiersichtungen.

Wissenswertes

Bandipur ist Teil des Nilgiri-Biosphärenreservats, das 1986 als erstes Biosphärenreservat Indiens ausgewiesen wurde und eines der artenreichsten Ökosysteme Asiens darstellt. Das Nachtfahrverbot auf der NH 212 hat die Zahl der durch Verkehr getöteten Wildtiere drastisch gesenkt – trotz anfänglichen Widerstands der Bevölkerung gilt es heute als Erfolgsmodell für andere indische Nationalparks. Bandipur bildet einen entscheidenden Elefantenkorridor zwischen den Westghats und den östlichen Trockengebieten: Die Herden wandern saisonal zwischen den verbundenen Parks und sind dabei auf einen funktionierenden Korridor angewiesen. Eine historische Kuriosität verbindet den Park mit Südindiens berüchtigstem Banditen: Das wertvolle Sandelholz aus Bandipurs Wäldern war so begehrt, dass Veerappan jahrzehntelang in dieser Region Schmuggel betrieb.

In der Nähe

  • Nagarhole National Park – Nachbar-Tigerreservat in Karnataka (60 km)
  • Mudumalai National Park – angrenzender Park in Tamil Nadu (direkte Grenze)
  • Mysuru – Palaststadt mit Dasara-Festival (80 km)
  • Ooty – Hill Station in den Nilgiris (70 km)
  • Wayanad Wildlife Sanctuary – Schutzgebiet in Kerala (angrenzend)