Anshi Nationalpark

Fläche: 340 km² | Gegründet: 1987 | Nächste Stadt: Gokarna (60 km) Safari-Tipps, Tierwelt und beste Besuchszeit.

Typ: Nationalpark | Bundesstaat: Karnataka | Region: Südindien Fläche: 340 km² | Gegründet: 1987 | Nächste Stadt: Gokarna (60 km)

Der Anshi Nationalpark liegt im Uttara Kannada Distrikt von Karnataka und schützt eines der wertvollsten tropischen Regenwaldgebiete der Western Ghats. Zusammen mit dem benachbarten Dandeli Wildlife Sanctuary bildet er das Kali Tiger Reserve – ein 1.300 km² großes Schutzgebiet, das seit 2015 den Status eines Tigerreservats trägt. Die Landschaft ist geprägt von tiefen Tälern, steilen Hängen und dichten immergrünen Wäldern, die eine außergewöhnliche Artenvielfalt beherbergen.

Besondere Berühmtheit hat der Park durch seine Population an Schwarzen Panthern (melanistische Leoparden) erlangt, die hier häufiger gesichtet werden als in den meisten anderen Schutzgebieten Indiens.


Geschichte

Das Gebiet wurde 1987 als Nationalpark ausgewiesen, um die einzigartigen tropischen Regenwälder der nördlichen Western Ghats zu schützen. 2007 wurde der Park zusammen mit dem Dandeli Wildlife Sanctuary zum Kali Tiger Reserve zusammengelegt und in das nationale Project Tiger aufgenommen. Der Fluss Kali, der durch das Schutzgebiet fließt und ihm seinen offiziellen Namen gibt, ist eine Lebensader der Region. Die lokalen Siddi- und Kunabi-Gemeinschaften leben seit Generationen in der Umgebung des Parks und pflegen eine enge Beziehung zur Waldökologie.


Tierwelt

Die Großkatzenfauna des Anshi Nationalparks ist bemerkenswert: Bengalische Tiger durchstreifen die dichten Regenwälder, doch es sind die melanistischen Leoparden – im Volksmund „Schwarze Panther" – die dem Park seinen legendären Ruf eingebracht haben. Nirgendwo sonst in Indien sind Sichtungen dieser faszinierenden Schwarzfärb-Variante so regelmäßig wie hier. Asiatische Wildhunde (Dholes) jagen im Rudel, und Lippenbären wühlen in den Bodenstreu der Waldböden nach Insekten.

Unter den Großsäugern bevölkern Indische Elefanten, mächtige Gaure und Sambar-Hirsche die Tälern und Hangwälder. Die Primatenfauna umfasst den bedrohten Bartaffen (Lion-tailed Macaque), der ausschließlich in den Western Ghats vorkommt, sowie Schwarze Languren und Bonnet-Makaken. Besonders charakteristisch ist das Malabar-Riesenhörnchen, das von Baum zu Baum gleitet und mit seiner leuchtend rotbraunen Färbung auffällt.

Über 200 Vogelarten machen den Park zum Eldorado für Vogelbeobachter: Malabar-Hornvögel mit ihren mächtigen Schnäbeln, der endemische Malabar-Trogon und das Ceylonhuhn zählen zu den begehrten Sichtungen. Königskobras und Indische Pythons repräsentieren die imposantere Reptilienwelt, während die fliegende Eidechse (Draco dussumieri) mit ausgefalteten Körperlappen von Ast zu Ast gleitet.


Landschaft & Vegetation

Der Park erstreckt sich über Höhen von 200 bis 927 Metern und umfasst verschiedene Waldtypen. Tropischer immergrüner Regenwald dominiert die westlichen Hänge und tiefen Täler, während halbimmergrüne und feuchte Laubwälder die östlichen Bereiche prägen. Bambusdickichte und Schilfbestände säumen die Flussläufe. Der Fluss Kali und seine zahlreichen Nebenflüsse bilden ein weitverzweigtes Gewässernetz mit malerischen Wasserfällen, darunter die Syntheri Rocks – eine beeindruckende Granitschlucht. Während der Monsunzeit verwandeln sich die Wälder in ein grünes Paradies mit hunderten kleiner Wasserfälle.


Besucherinformationen

Der Park ist täglich von 6:00 bis 18:00 Uhr geöffnet; während des Monsuns von Juni bis September ist er teilweise geschlossen, da viele Wege unpassierbar werden. Der Eintritt beträgt ₹ 200 für indische Besucher und ₹ 500 für ausländische Gäste; Kamera- und Fahrzeuggebühren kommen separat hinzu.

Die Anreise erfolgt am besten von Dandeli (20 km) oder Gokarna (60 km). Der nächste Bahnhof ist Londa Junction (50 km); die nächsten Flughäfen sind Dabolim in Goa (150 km) und Hubli (100 km). Jeep-Safaris lassen sich über das Forest Department in Dandeli oder Anshi buchen. Trekking ist genehmigungspflichtig; Nature Camps außerhalb des Parks bieten geführte Wanderungen an. Unterkünfte stehen in den Gästehäusern des Forest Department sowie in privaten Resorts und Camps in Dandeli zur Verfügung – Dandeli ist überdies bekannt für Wildwasser-Rafting auf dem Kali River.


Beste Reisezeit

Die beste Besuchszeit ist von Oktober bis März. Nach dem Monsun ist die Vegetation besonders üppig und die Wasserfälle führen viel Wasser. Die Wintermonate (November bis Februar) bieten angenehme Temperaturen von 15–28 °C und gute Sichtverhältnisse für Tierbeobachtungen. Ab April wird es zunehmend heiß und feucht. Die Monsunzeit (Juni bis September) bringt sehr starke Regenfälle, die viele Wege unpassierbar machen.


Wissenswertes

Der Anshi Nationalpark hat eine der höchsten Dichten an Schwarzen Panthern – melanistischen Leoparden – in ganz Indien, was ihn unter Tierfotografen und Naturfreunden zu einem begehrten Ziel macht. Zusammen mit dem Dandeli Sanctuary bildet Anshi das Kali Tiger Reserve mit über 1.300 km² geschützter Fläche, eines der bedeutendsten Tigerreservate Südindiens. Der Kali River ist dabei nicht nur Lebensader des Ökosystems, sondern auch ein beliebtes Ziel für Wildwasser-Rafting der Schwierigkeitsgrade II bis IV. Die Syntheri Rocks – eine 300 Meter lange, 50 Meter hohe Granitschlucht – zählen zu den spektakulärsten geologischen Formationen der Region. Der Park gehört zu den Western Ghats, die als einer der 36 Biodiversitäts-Hotspots der Welt anerkannt sind.


In der Nähe

  • Dandeli (20 km) – Abenteuersport-Zentrum mit Rafting, Kayaking und Jungle Lodges
  • Gokarna (60 km) – heilige Stadt und Strandort an der Küste Karnatakas
  • Syntheri Rocks (im Park) – beeindruckende Granitschlucht am Kaneri-Fluss
  • Supa Dam (30 km) – Stausee am Kali River mit malerischer Aussicht
  • Goa (150 km) – Strände und UNESCO-Welterbe-Kirchen