Nameri Nationalpark

Der Nameri Nationalpark liegt am Fuße des östlichen Himalaya im Distrikt Sonitpur in Assam, am Südufer des Flusses Jia Bhoreli.

Typ: Nationalpark | Bundesstaat: Assam | Region: Nordostindien | Fläche: 200 km²

Der Nameri Nationalpark liegt am Fuße des östlichen Himalaya im Distrikt Sonitpur in Assam, am Südufer des Flusses Jia Bhoreli. Zusammen mit dem nördlich angrenzenden Pakhui Tiger Reserve in Arunachal Pradesh bildet er ein zusammenhängendes Schutzgebiet von über 1.000 Quadratkilometern. Nameri ist vor allem als letzter bedeutender Lebensraum der stark bedrohten Weißflügel-Ente bekannt und zählt zu den besten Vogelbeobachtungsgebieten Nordostindiens.

Geschichte

Das Gebiet wurde 1985 als Wildschutzgebiet eingerichtet, 1998 zum Nationalpark erklärt und seit 2000 als Tiger Reserve anerkannt. Die strategische Lage am Übergang vom Himalaya-Vorland zur Brahmaputra-Ebene macht den Park zu einem ökologisch besonders wertvollen Schutzgebiet. Der Jia Bhoreli, ein Zufluss des Brahmaputra, bildet die natürliche Nordgrenze des Parks und zugleich die Grenze zum Bundesstaat Arunachal Pradesh, wo das Pakhui Tiger Reserve den Lebensraum nahtlos fortsetzt.

Tierwelt

Nameri beherbergt über 370 Vogelarten und zieht damit Ornithologen aus aller Welt an. Das kostbarste Tier des Parks ist die Weißflügel-Ente, von der weltweit nur noch wenige hundert Exemplare existieren – Nameri ist einer ihrer letzten verlässlichen Lebensräume. Weitere bemerkenswerte Vögel sind der Ibisschnabel, der Große Hornvogel und verschiedene Greifvögel, die die Kiesbänke des Jia Bhoreli nach Beute absuchen.

Unter den Säugetieren finden sich Bengalische Tiger, Asiatische Elefanten, Leoparden und der mächtige Gaur. Sambar- und Muntjak-Hirsche äsen in den Waldlichtungen, während Dholes in Rudeln durch das Unterholz streifen. Himalaya-Schwarzbären bewohnen die höher gelegenen Waldabschnitte. In den kristallklaren Gewässern des Jia Bhoreli lebt der Golden Mahseer – einer der begehrtesten Sportfische Indiens –, dessen Bestände durch den Nationalpark-Status wirksam geschützt werden.

Landschaft & Vegetation

Die Landschaft reicht von den flachen Schwemmland-Auen des Jia Bhoreli im Norden bis zu den bewaldeten Hügelketten im Süden. Riesige Sal-Bäume, Hollong (Dipterocarpus) und Simul (Seidenbaumwolle) prägen das Waldbild, ergänzt durch dichte Bambusdickichte. Die Kiesbänke und Sandufer des Jia Bhoreli bieten atemberaubende Ausblicke auf die schneebedeckten Himalaya-Gipfel. Im Frühling blühen Orchideen und Rhododendren in den höheren Lagen.

Besucherinformationen

Der Park ist von November bis April geöffnet; ab Mai setzt der Monsun mit über 3.000 mm Niederschlag ein, der den Fluss zum Hochwasser treibt und den Park unzugänglich macht. Der Eintritt beträgt rund 50 INR für indische Besucher und 500 INR für Ausländer. Zu den Hauptattraktionen zählen River Rafting auf dem Jia Bhoreli, Vogelbeobachtung in den frühen Morgenstunden, Angeln auf den Golden Mahseer mit Genehmigung sowie Naturwanderungen und Elefantensafaris.

Ausgangspunkt ist der Ort Chariduar, der rund zehn Kilometer vom Parkeingang entfernt liegt; Tezpur ist 35 Kilometer entfernt. Der Flughafen Tezpur/Salonibari liegt 40 Kilometer entfernt, Guwahati rund 280 Kilometer. Übernachten lässt sich im Eco Camp am Jia Bhoreli, im Forest Rest House oder im preisgekrönten Nameri Eco Camp, das von lokalen Gemeinschaften betrieben wird.

Beste Reisezeit

Die ideale Besuchszeit ist von November bis April. Im Winter von November bis Februar liegen die Temperaturen bei angenehmen 12 °C bis 25 °C, die klare Sicht ermöglicht Ausblicke auf die Himalaya-Gipfel, und die Vogelbeobachtung ist am produktivsten. Im Frühling von März bis April blühen die Wälder auf, und die Rafting-Saison auf dem Jia Bhoreli ist in vollem Gange.

Wissenswertes

Nameri ist einer der letzten Lebensräume der Weißflügel-Ente – eine Art, die so selten geworden ist, dass jede Sichtung für Ornithologen ein besonderes Ereignis darstellt. Das River Rafting auf dem Jia Bhoreli gilt als eines der schönsten Rafting-Erlebnisse Nordostindiens: Der Fluss führt durch unberührte Wälder, und mit etwas Glück beobachtet man vom Boot aus Elefanten am Ufer oder Kingfisher über dem Wasser. Nameri bildet zusammen mit dem Pakhui Tiger Reserve einen grenzüberschreitenden Wildtierkorridor von über 1.000 Quadratkilometern – eine der bedeutendsten grenzübergreifenden Schutzgebiets-Verbindungen Indiens. Das von lokalen Gemeinschaften betriebene Eco Camp am Jia Bhoreli wird in der Fachwelt als Vorbild für gemeindebasierten Ökotourismus in Indien zitiert.

In der Nähe

  • Tezpur – 35 km südlich, historische Stadt mit Da Parbatia und Cole Park
  • Kaziranga Nationalpark – 120 km südöstlich, UNESCO-Welterbe mit Nashörnern
  • Orang Nationalpark – 80 km westlich, „Mini Kaziranga"
  • Guwahati – 280 km westlich, Tor zu Nordostindien
  • Pakhui Tiger Reserve – direkt nördlich angrenzend (Arunachal Pradesh)