Mahatma Gandhi Marine National Park

Der Mahatma Gandhi Marine National Park ist das wichtigste Meeresschutzgebiet der Andamanen und eines der zugänglichsten Korallenriff-Gebiete Indiens.

Typ: Marine-Nationalpark | Bundesstaat: Andamanen und Nikobaren | Region: Ostindien | Nächste Stadt: Port Blair

Der Mahatma Gandhi Marine National Park ist das wichtigste Meeresschutzgebiet der Andamanen und eines der zugänglichsten Korallenriff-Gebiete Indiens. Der Park erstreckt sich über 281,5 km² rund um den Küstenort Wandoor, etwa 29 Kilometer südwestlich von Port Blair, und umfasst 15 Inseln mit ihren umgebenden Korallenriffen, Seegraswiesen und Mangrovenwäldern. Er bietet Besuchern die seltene Möglichkeit, intakte tropische Korallenriffe durch Schnorcheln, Tauchen und Glasbodenboot-Fahrten zu erleben.

Geschichte

Die Korallenriffe um Wandoor waren lange Zeit als besonders artenreich bekannt. 1983 wurde das Gebiet als erster Marine-Nationalpark der Andamanen unter Schutz gestellt und nach Mahatma Gandhi benannt. Das Ziel war der Schutz der empfindlichen Korallenökosysteme vor Überfischung, Ankerschäden und Sandabbau. Der Tsunami von 2004 beschädigte einige Riffe erheblich und hob den Meeresboden um bis zu 1,5 Meter an. Seither haben Regenerationsmaßnahmen zu einer bemerkenswerten Erholung geführt, und der Park gilt heute als Erfolgsbeispiel für marinen Naturschutz in Indien.

Tierwelt

Unter Wasser entfaltet der Park seinen ganzen Reichtum: Über 70 Arten von Stein- und Weichkorallen bilden komplexe Riffstrukturen aus Hirn-, Tisch-, Geweih- und Feuerkorallen, in denen mehr als 300 Fischarten leben. Clownfische, Kaiserfische, Papageienfische und Zackenbarsche bevölkern die bunten Riffwände; im kristallklaren Wasser mit einer Sichtweite von bis zu 25 Metern sind sie aus Glasbodenbooten und beim Schnorcheln leicht zu beobachten. Grüne Meeresschildkröten und Karettschildkröten weiden in den Seegraswiesen, während Schwarzspitzenriffhaie in tieferen Gewässern patrouillieren. In den flachen Bereichen entdeckt man Riesenmuscheln, Seesterne, Seepferdchen und Seenadeln; gelegentlich ziehen Delfingruppen zwischen den Inseln hindurch.

Auf und um die Inseln bietet sich ein weiteres Naturschauspiel: In den Mangrovenbuchten lauern vereinzelt Salzwasserkrokodile, während Seeschwalben, Fregattvögel und Seeadler über die Wipfel kreisen. Mangroven-Krabben und Einsiedlerkrebse bevölkern das Wurzelwerk der Küstenwälder.

Landschaft & Vegetation

Der Park vereint ein einzigartiges Mosaik mariner und terrestrischer Ökosysteme. Die 15 Inseln reichen von winzigen Felseilanden bis zu bewaldeten Inseln mit weißen Sandstränden, eingebettet zwischen Korallenriffen und Mangrovenküsten. Jolly Buoy Island und Red Skin Island sind die beiden für Besucher zugänglichen Inseln, die im Halbjahresrhythmus abwechselnd geöffnet werden, damit sich die Riffe erholen können. Die Mangrovenwälder entlang der Küsten dienen als Kinderstube für Fische und Krebse; die Seegraswiesen sind die wichtigsten Weidegründe der Meeresschildkröten.

Besucherinformationen

Der Park ist von 9:00 bis 16:00 Uhr geöffnet; montags und während des Monsuns von Mai bis Oktober bleibt er geschlossen. Der Eintritt beträgt ₹ 50 für indische Besucher und ₹ 500 für ausländische Gäste; das Boot wird separat berechnet. Die Anreise nach Wandoor (29 km von Port Blair) erfolgt per Taxi oder Bus. Glasbodenboot-Fahrten kosten ₹ 300–500, Schnorcheln ₹ 200–400. Korallen dürfen nicht berührt und keine Muscheln mitgenommen werden; Plastik ist im Park verboten. Vor dem Besuch empfiehlt es sich, beim Forest Department in Port Blair nach dem aktuellen Öffnungsplan zu fragen: Jolly Buoy Island und Red Skin Island werden im Halbjahresrhythmus gewechselt, um den Riffen ausreichend Erholungszeit zu geben.

Beste Reisezeit

Die optimale Besuchszeit ist November bis Mai. Die beste Unterwassersicht – bis zu 25 Meter – herrscht von Dezember bis März bei ruhiger See. Die Wassertemperatur liegt ganzjährig bei 26–29 °C. Von Mai bis Oktober ist der Park wegen des Monsuns geschlossen; starke Strömungen und trübes Wasser machen Schnorcheln in dieser Zeit unmöglich.

Wissenswertes

Mit über 70 Korallenarten schützt der Park eine Riffvielfalt, die mit dem Roten Meer konkurriert. Jolly Buoy Island gilt unter Schnorchlern als einer der schönsten Unterwasserplätze Südasiens überhaupt. Besonders beeindruckend ist die Erholung der Riffe nach dem Tsunami von 2004: Obwohl der Meeresboden stellenweise um 1,5 Meter angehoben wurde und große Riffbereiche abstarben, hat das konsequente Management des Parks zu einer Regeneration geführt, die Wissenschaftler als bemerkenswert einstufen. Das Rotationssystem zwischen den beiden Besucherinseln ist ein weltweit beachtetes Konzept, das zeigt, wie Massentourismus und Korallenriffschutz vereinbar sein können.

In der Nähe

  • Wandoor Beach – Ausgangspunkt des Parks, 29 km von Port Blair
  • Port Blair – Cellular Jail, Anthropological Museum, Ross Island, 29 km
  • Mount Harriet National Park – Trekking-Nationalpark, 45 km
  • Chiriya Tapu – „Bird Island", Sonnenuntergang, 20 km südlich von Port Blair