Fläche: 353 km² | Gegründet: 1989 | Nächste Stadt: Tirupati (20 km) Safari-Tipps, Tierwelt und beste Besuchszeit.
Typ: Nationalpark | Bundesstaat: Andhra Pradesh | Region: Südindien Fläche: 353 km² | Gegründet: 1989 | Nächste Stadt: Tirupati (20 km)
Der Sri Venkateswara Nationalpark erstreckt sich über die Seshachalam- und Tirumala-Hügelketten der Eastern Ghats in Andhra Pradesh. Benannt nach der hinduistischen Gottheit Venkateswara – deren weltberühmter Tempel in Tirumala direkt an den Park grenzt – schützt er eines der bedeutendsten Ökosysteme der Eastern Ghats. Das Gelände ist überwiegend hügelig mit zahlreichen Hängen, Hochebenen und tiefen Tälern. Besonders beeindruckend sind die spektakulären Wasserfälle des Parks, allen voran der 270 Meter hohe Talakona – der höchste Wasserfall Andhra Pradeshs.
Der Park ist Heimat mehrerer seltener und bedrohter Arten und gilt als wichtiges Zentrum des Endemismus in den Eastern Ghats.
Geschichte
Das Gebiet wurde 1989 als Nationalpark ausgewiesen, nachdem es zuvor als Schutzwald verwaltet worden war. Die heiligen Tirumala-Hügel, auf denen der Venkateswara-Tempel steht, genießen seit Jahrhunderten besonderen Schutz durch religiöse Tabus gegen Jagd und Waldrodung. Diese uralte Tradition hat dazu beigetragen, dass die Wälder hier besser erhalten geblieben sind als in vielen anderen Teilen der Eastern Ghats. 2010 wurde die Seshachalam Biosphere Reserve ausgewiesen, die den Nationalpark einschließt. Die Entdeckung illegaler Rotholzschmuggel-Netzwerke (Red Sanders) in den 2010er Jahren führte zu verstärkten Schutzmaßnahmen.
Tierwelt
Unter den Großsäugetieren sind Lippenbär, Indischer Leopard, Streifenhyäne und Wildschwein vertreten. Hanuman-Languren und Bonnet-Makaken sind die häufigsten Primaten im Park. Besonders wertvoll aus naturschutzfachlicher Sicht ist das Vorkommen des Schlankloris, einer stark gefährdeten nachtaktiven Primatenart, sowie des Goldgeckos, der als Endemit nur in dieser Region vorkommt. Indisches Riesenhörnchen und Mauswiesel ergänzen die Säugetierfauna.
Die Vogelwelt umfasst über 175 Arten, darunter Haubenadler, Graukopf-Seeadler und den farbenprächtigen Pompadour-Bartvogel. Als ornithologische Sensation gilt der Jerdon's Courser – ein extrem seltener nachtaktiver Laufvogel, der nach jahrzehntelanger Suche erst 1986 in dieser Region wiederentdeckt wurde. Über 100 Schmetterlingsarten, Indische Pythons, Warane und mehrere endemische Eidechsenarten runden das Bild einer außergewöhnlich artenreichen Fauna ab.
Landschaft & Vegetation
Der Park erstreckt sich über Höhen von 150 bis 1.130 Metern. Die Vegetation reicht von tropischem Trockenwald in den Tieflagen über tropischen Dornenwald bis zu feuchtem Laubwald in den Höhenlagen. Charakteristisch sind die Bestände des begehrten Roten Sandelholzes (Pterocarpus santalinus), das nur in den Eastern Ghats vorkommt und durch illegale Abholzung stark bedroht ist – auf dem Schwarzmarkt wird es teurer gehandelt als Gold. Die zahlreichen Wasserfälle bilden die Hauptattraktionen der Landschaft: Der Talakona-Wasserfall stürzt 270 Meter in die Tiefe und ist der höchste Andhra Pradeshs; der malerische Gundalakona liegt eingebettet in dichtem Wald, und der versteckte Gunjana fällt durch eine enge Schlucht.
Besucherinformationen
Der Park ist täglich von 6:00 bis 18:00 Uhr geöffnet; der Talakona-Wasserfall ist ganzjährig zugänglich. Der Eintritt beträgt ₹ 50 für indische Besucher und ₹ 200 für ausländische Besucher; für Fahrzeuge fällt eine zusätzliche Gebühr an. Von Tirupati aus ist der östliche Eingang des Parks in etwa 20 Kilometern erreichbar; aus Chennai sind es rund 140 Kilometer. Der nächste Bahnhof ist Tirupati Junction, der nächste Flughafen der Tirupati Airport in Renigunta.
Das Forest Department organisiert geführte Wanderungen zu den Wasserfällen; der Trek zum Talakona-Wasserfall über etwa vier Kilometer ist der beliebteste. Am Talakona-Wasserfall stehen AP-Tourism-Gästehäuser zur Verfügung; in Tirupati gibt es eine breite Auswahl an Hotels. Das Sammeln von Rotem Sandelholz ist streng verboten und wird strafrechtlich verfolgt.
Beste Reisezeit
Die ideale Besuchszeit ist von November bis März, wenn das Wetter kühl und angenehm ist (18–30 °C). Die Wasserfälle führen nach der Monsunzeit (Juli bis Oktober) am meisten Wasser – besonders eindrucksvoll im Oktober und November. Die Sommermonate (April bis Juni) sind sehr heiß mit Temperaturen über 40 °C. Während des Monsuns (Juli bis September) können einige Wege rutschig und unzugänglich sein.
Wissenswertes
Der Sri Venkateswara Nationalpark grenzt direkt an den Tirumala Venkateswara Tempel, den meistbesuchten Pilgerort der Welt mit über 50.000 Besuchern täglich – eine weltweit einmalige Nachbarschaft von Wallfahrtszentrum und Wildschutzgebiet. Die jahrhundertealten religiösen Tabus gegen Jagd und Rodung auf den heiligen Tirumala-Hügeln haben dazu beigetragen, dass die Wälder hier besser erhalten sind als anderswo in den Eastern Ghats. Die Seshachalam Hills, die den Nationalpark umschließen, gelten als eines der ökologisch bedeutsamsten Gebiete der gesamten Gebirgskette und beherbergen eine Konzentration endemischer Arten, die selbst für Fachleute erstaunlich ist.
In der Nähe
- Tirupati (20 km) – Stadt am Fuß der Tirumala-Hügel mit zahlreichen Tempeln
- Tirumala Venkateswara Tempel (angrenzend) – meistbesuchter hinduistischer Tempel der Welt
- Chandragiri Fort (15 km von Tirupati) – historisches Fort der Vijayanagara-Könige
- Horsley Hills (100 km) – Hill Station in den Eastern Ghats
- Chennai (140 km) – nächste Metropole mit internationalem Flughafen
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste!