Gorumara Nationalpark

Der Gorumara Nationalpark liegt in der Terai-Duar-Region des Distrikts Jalpaiguri im nördlichen Westbengalen, am Ufer des Flusses Murti.

Typ: Nationalpark | Bundesstaat: Westbengalen | Region: Ostindien | Fläche: 80 km²

Der Gorumara Nationalpark liegt in der Terai-Duar-Region des Distrikts Jalpaiguri im nördlichen Westbengalen, am Ufer des Flusses Murti. Trotz seiner vergleichsweise geringen Fläche von nur 80 Quadratkilometern ist Gorumara ein ökologisches Juwel: Er gilt als eines der besten Beispiele für die erfolgreiche Wiederansiedlung des Indischen Panzernashorns. 2012 wurde der Park mit dem National Award für die beste Verwaltung eines Nationalparks ausgezeichnet.

Geschichte

Das Gebiet wurde 1895 unter der britischen Kolonialverwaltung erstmals als Reservewald unter Schutz gestellt. 1949 wurde es zum Wildschutzgebiet erklärt, und 1994 erhielt Gorumara den Status eines Nationalparks. Die Nashorn-Population war Anfang des 20. Jahrhunderts durch Wilderei und Habitatverlust auf weniger als zehn Tiere geschrumpft. Durch konsequente Schutzmaßnahmen konnte der Bestand auf heute über 50 Individuen erhöht werden – eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte des indischen Naturschutzes.

Tierwelt

Die Hauptattraktion Gorumara sind die über 50 Indischen Panzernashörner, die in den weiten Graslandschaften des Parks leben. Gemeinsam mit ihnen bevölkern Asiatische Elefanten und Gaur (Indische Bisons) die offenen Flächen, während Sambarhirsche, Barking Deer und Wildschweine im dichteren Waldbereich zu Hause sind. Gelegentlich werden auch Leoparden gesichtet.

Die Vogelwelt umfasst mehr als 300 Arten, darunter den Indischen Hornvogel, verschiedene Spechte, Eisvögel und den Weißstorch. Der Fluss Murti ist Lebensraum für den Gharial und verschiedene Fischarten; in den Waldgebieten kommen außerdem Pythons und Warane vor. Von den mehreren Wachtürmen des Parks – darunter Chapramari, Jatraprasad und Rhino Point – lässt sich die offene Savannenlandschaft mit grasenden Nashörnern und Bisons besonders gut überblicken.

Landschaft & Vegetation

Gorumara wird von einer Mischung aus dichten Flusswäldern und ausgedehnten Graslandschaften geprägt. Die Flussufer des Murti und des Raidak sind gesäumt von Sal-Wäldern, Seidenbaumwollbäumen und Bambusdickichten. Die weiten Graslandflächen, dominiert von hohem Elefantengras, bieten den Nashörnern ihren bevorzugten Lebensraum und ermöglichen Besuchern freie Sicht auf die großen Säuger.

Besucherinformationen

Der Park ist von Mitte Oktober bis Mai geöffnet; Safaris finden um 6:00 und 15:00 Uhr statt. Der Eintritt beträgt ca. ₹ 100 für indische Besucher und ₹ 400 für Ausländer; die Jeep-Safari kostet zusätzlich. Neben Jeep-Safaris werden auch Elefantensafaris angeboten; mehrere Wachtürme sind frei zugänglich. Der nächste Bahnhof liegt in Mal Junction (12 km) oder New Jalpaiguri (70 km); der nächste Flughafen ist Bagdogra (80 km). Per Straße ist der Park von Siliguri aus in rund 70 km erreichbar. Als Unterkunft stehen das Gorumara Eco Village, verschiedene Homestays in Lataguri sowie Forest Rest Houses zur Verfügung.

Beste Reisezeit

Die ideale Reisezeit ist von Oktober bis Mai. Der Winter (November bis Februar) bietet kühle, angenehme Temperaturen zwischen 8 °C und 22 °C und die besten Sichtungsbedingungen, da das Gras nach der kontrollierten Mahd niedrig ist. Im Frühling (März bis Mai) versammeln sich die Tiere an den Wasserstellen. Der Monsun (Juni bis September) bringt heftige Niederschläge, und der Park ist in dieser Zeit geschlossen.

Wissenswertes

Gorumara erhielt 2012 den Indian National Award als bestgeführter Nationalpark des Landes – eine Auszeichnung, die den Erfolg der Wiederansiedlungsprogramme unterstreicht. Die Nashorn-Population wurde von unter zehn auf über 50 Tiere aufgebaut, was Gorumara zu einem der wichtigsten Schutzgebiete für diese Art in Westbengalen macht. Der Fluss Murti gilt darüber hinaus als beliebter Ort für Mahseer-Angeln, wofür eine Genehmigung erforderlich ist. Der Name Gorumara leitet sich aus der lokalen Sprache ab und bedeutet so viel wie „großer Banyanbaum".

In der Nähe

  • Jaldapara Nationalpark – 80 km nordwestlich, größere Nashorn-Population
  • Buxa Nationalpark – 130 km östlich, Tigerreservat
  • Siliguri – 70 km westlich, Verkehrsknotenpunkt
  • Darjeeling – 95 km nordwestlich, berühmte Hill Station
  • Kalimpong – 85 km nördlich, Orchideen-Paradies