Periyar Nationalpark

Tiger-Safari im Periyar Nationalpark (Kerala): Eines der besten Tigerreservate Indiens. Safari-Buchung, Anreise und beste Besuchszeit.

Typ: Nationalpark | Bundesstaat: Kerala | Region: Südindien

Der Periyar-Nationalpark (auch als Thekkady bekannt) in den Westghats Keralas ist eines der bekanntesten Wildschutzgebiete Südindiens. Sein Herzstück ist der malerische Periyar-See, ein künstlicher Stausee aus der britischen Kolonialzeit, an dessen Ufern regelmäßig Elefantenherden zum Trinken und Baden kommen. Das Schutzgebiet erstreckt sich über 925 km² (davon 305 km² Kernzone als Nationalpark) in Höhenlagen zwischen 900 und 2.019 Metern und liegt eingebettet in die Kardamomberge an der Grenze zu Tamil Nadu.

Geschichte

Die Geschichte des Schutzes begann 1899 unter der Herrschaft des Maharajas von Travancore, als das Gebiet zum Reservatwald erklärt wurde. 1934 entstand der Periyar-See durch den Bau des Mullaperiyar-Staudamms. 1950 wurde das Gebiet als Wildlife Sanctuary unter Schutz gestellt, und 1982 erhielt die Kernzone den Status eines Nationalparks. Seit 1978 ist Periyar Teil des Project Tiger und eines der 50 Tigerreservate Indiens. Bemerkenswert ist das erfolgreiche Modell der Gemeindearbeit: Ehemalige Wilderer und Schmuggler wurden als Parkwächter und Naturführer eingestellt, was sowohl die Wilderei drastisch reduzierte als auch den Anwohnern eine Existenzgrundlage gab.

Tierwelt

Periyar beherbergt eine reiche Tierwelt, wobei Elefanten die am häufigsten gesichteten Großtiere sind. Über 1.000 Asiatische Elefanten leben im Schutzgebiet und sind besonders in den Morgenstunden am Seeufer zu beobachten. Etwa 40–50 Bengalische Tiger durchstreifen das Reservat, bleiben aufgrund des dichten Waldes jedoch meist im Verborgenen. Zu den weiteren Säugetieren zählen Gaur (Indischer Bison), Sambarhirsche, Indische Riesenhörnchen sowie der endemische Nilgiri-Langur. Lippenbären, Indische Wildhunde (Dholes), Wildschweine und das auffällige Malabar-Riesenhörnchen mit seinem schwarz-rot-cremeweißen Fell vervollständigen das beeindruckende Artenspektrum.

Die Vogelwelt umfasst über 260 Arten, darunter Malabar-Hornvögel, Nilgiri-Lachtauben, Darters und Kormorane. Reptilienfreunde kommen ebenfalls auf ihre Kosten: Königskobras, Indische Pythons, Warane und Malabar-Grubenottern bewohnen den Park.

Landschaft & Vegetation

Die Landschaft der Westghats ist hier besonders eindrucksvoll: immergrüne und halbimmergrüne tropische Wälder bedecken die steilen Berghänge, während in höheren Lagen Graslandschaften und Shola-Wälder (Bergnebenwälder) dominieren. Der 26 km² große Periyar-See mit seinen abgestorbenen, aus dem Wasser ragenden Baumstämmen bietet ein surreales Landschaftsbild. Ausgedehnte Kardamom-, Pfeffer- und Teeplantagen umgeben den Park. Die Flora umfasst über 1.965 Blütenpflanzenarten, darunter 171 Grasarten und zahlreiche Orchideen.

Besucherinformationen

Der Park ist ganzjährig geöffnet; Bootsfahrten auf dem Periyar-See finden täglich um 7:00, 9:30, 11:15, 14:00 und 15:30 Uhr statt. Der Eintritt beträgt ₹33 für Inder und ₹450 für Ausländer; Bootsfahrten kosten ₹150–300, geführte Nature Walks ₹300–500.

Im Vergleich zu anderen indischen Parks bietet Periyar eine besonders vielfältige Auswahl an Aktivitäten zu Fuß und auf dem Wasser – Jeep-Safaris gibt es hier nicht. Die zweistündige Bootsfahrt auf dem Periyar-See ist die beliebteste Methode zur Elefantenbeobachtung. Geführte Nature Walks (3 Stunden) und Border Hiking ermöglichen die Erkundung des Waldes zu Fuß. Das ganztägige Bamboo Rafting auf Bambus-Flößen gehört zu den einzigartigsten Safari-Erfahrungen Indiens: Lautlos gleitet man über das Wasser und nähert sich Tieren, ohne sie zu stören. Besonders unvergesslich ist die Night Patrol – eine Nachtwanderung mit ehemaligen Wilderern, die in Baumhäusern im Dschungel übernachtet.

Zur Anreise eignen sich die Flughäfen Madurai (140 km) oder Kochi (190 km); der Bahnhof Kottayam liegt 110 km entfernt. Die Kleinstadt Kumily, 4 km vom Parkeingang entfernt, bietet zahlreiche Hotels und Homestays. Im Park selbst stehen das staatliche Periyar House und das Aranya Nivas zur Verfügung.

Beste Reisezeit

Der Park ist ganzjährig besuchbar, die beste Zeit ist jedoch September bis Mai. Die kühleren Wintermonate (November–Februar) sind besonders angenehm mit Temperaturen um 15–25 °C. In der trockenen Periode (März–Mai) kommen die Tiere vermehrt zum See, was die Sichtungschancen erhöht. Während des Monsuns (Juni–August) ist der Park zwar geöffnet, aber starke Regenfälle können Wanderungen und Bootstouren einschränken.

Wissenswertes

Periyar liegt im Herzen der Gewürzgärten Keralas – Besucher können nahegelegene Kardamom-, Pfeffer- und Vanilleplantagen besichtigen, die den Park wie ein duftender Gürtel umgeben. Der Mullaperiyar-Staudamm, der den See aufstaut, wurde bereits 1895 erbaut und ist bis heute Gegenstand eines langjährigen Wasserrechtsstreits zwischen Kerala und Tamil Nadu. Das Malabar-Riesenhörnchen mit seinem auffällig bunten Fell ist fast einen Meter lang und lebt in den Baumkronen des Parks – ein seltener Anblick, der Naturliebhaber begeistert. Das Gemeinschaftsprojekt, ehemalige Wilderer als Naturführer einzusetzen, gilt international als Vorzeigemodell für partizipativen Naturschutz.

In der Nähe

  • Munnar – Teeplantagen in den Western Ghats (110 km)
  • Kottayam – Ausgangspunkt für die Backwaters (110 km)
  • Kumarakom – Vogelschutzgebiet am Vembanad-See (130 km)
  • Madurai – Stadt des Meenakshi-Tempels (140 km)
  • Kochi – historische Hafenstadt mit kolonialem Erbe (190 km)