Keibul Lanjao National Park

Fläche: 40 km² | Gegründet: 1977 | Nächste Stadt: Imphal (53 km) Safari-Tipps, Tierwelt und beste Besuchszeit.

Typ: Nationalpark | Bundesstaat: Manipur | Region: Nordostindien Fläche: 40 km² | Gegründet: 1977 | Nächste Stadt: Imphal (53 km)

Der Keibul Lanjao Nationalpark ist der einzige schwimmende Nationalpark der Welt. Er liegt am südöstlichen Ufer des Loktak-Sees, des größten Süßwassersees in Nordostindien, und besteht aus einer einzigartigen Landschaft aus schwimmenden Vegetationsinseln, den sogenannten Phumdis. Diese bis zu mehrere Meter dicken Matten aus abgestorbener und lebender Vegetation treiben auf der Wasseroberfläche und bilden einen weltweit einmaligen Lebensraum.

Der Park ist vor allem als letzter natürlicher Zufluchtsort des Sangai-Hirsches (Rucervus eldii eldii) bekannt, einer vom Aussterben bedrohten Hirschart, die auch als „tanzender Hirsch von Manipur" bezeichnet wird. Der Sangai ist das Staatstier Manipurs und ein Symbol für den Naturschutz in Nordostindien.

Geschichte

Das Gebiet wurde bereits 1953 als Schutzzone für den Sangai ausgewiesen, nachdem die Art zeitweise als ausgestorben galt. 1966 wurde eine kleine Population von etwa 14 Tieren wiederentdeckt, was zu intensivierten Schutzbemühungen führte. 1977 erhielt das Gebiet den Status eines Nationalparks. Der Sangai-Bestand ist seitdem auf über 260 Tiere angewachsen – ein bemerkenswerter Erfolg des indischen Artenschutzes. Das jährliche Sangai-Festival in Imphal feiert dieses Wappentier des Bundesstaates.

Tierwelt

Das Herzstück des Parks ist der Sangai-Hirsch (Rucervus eldii eldii), der ausschließlich hier vorkommt und von dem Name „tanzender Hirsch" herrührt – seine Bewegungen auf den schwankenden Phumdis erinnern tatsächlich an einen Tanz. Auf denselben schwimmenden Matten leben Hog Deer, Wildschweine und Indische Muntjaks, während Fischotter und Fischkatzen die Gewässer des Loktak-Sees durchstreifen.

Die Vogelwelt des Parks zählt über 100 Arten und wird in den Wintermonaten durch zahlreiche Zugvögel bereichert. Purpurhühner, Moorenten und verschiedene Reiherarten beleben dann die Schilfzonen, und wer Glück hat, entdeckt den seltenen Manipur-Buschsänger. Auch die Indische Python und verschiedene Schildkrötenarten gehören zur Fauna des Parks. Der Loktak-See selbst beherbergt über 40 Fischarten, die für die Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerung von erheblicher Bedeutung sind.

Landschaft & Vegetation

Die Phumdis – schwimmende Vegetationsmatten – bestehen aus einer Mischung aus organischem Material, Erde und Pflanzenresten. Sie können eine Dicke von bis zu zwei Metern erreichen und tragen sogar das Gewicht des Sangai-Hirsches, der sich mit seinen breiten Hufen geschickt darauf bewegt. Die Vegetation umfasst Schilfgras, Binsen, verschiedene Wasserpflanzen und Zizania latifolia (Wildreis). Der Park liegt auf einer Höhe von etwa 780 Metern über dem Meeresspiegel. In den tieferliegenden Bereichen dominieren sumpfige Graslandschaften, während die Randzonen von tropischem Laubwald geprägt sind.

Besucherinformationen

Der Park ist täglich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang geöffnet (etwa 6:00 bis 17:00 Uhr). Der Eintritt beträgt 50 ₹ für indische und 200 ₹ für ausländische Besucher; für Kameras wird eine zusätzliche Gebühr erhoben. Ausländische Besucher benötigen zudem ein Inner Line Permit (ILP) für Manipur, das vor der Anreise beantragt werden sollte.

Die Anreise erfolgt von Imphal über die NH-2 nach Moirang (ca. 45 km), von dort sind es weitere 8 km zum Parkeingang; Taxis und Busse verkehren regelmäßig. Die eindrucksvollste Art, den Park zu erkunden, sind Bootstouren – sowohl Motorboote als auch traditionelle Einbäume stehen am Loktak-See zur Verfügung. In Moirang und am Seeufer gibt es einfache Gästehäuser; eine größere Hotelauswahl bietet Imphal.

Beste Reisezeit

Die ideale Besuchszeit ist von Oktober bis März, wenn das Wetter kühl und trocken ist und zahlreiche Zugvögel den See bevölkern. Die Monsunmonate (Juni bis September) sollten gemieden werden, da starke Regenfälle die Phumdis instabil machen und die Zugangswege häufig unpassierbar sind. Im Winter (November bis Februar) sind die Temperaturen mit 5–25 °C am angenehmsten.

Wissenswertes

Was Keibul Lanjao von jedem anderen Nationalpark der Welt unterscheidet, ist nicht nur der schwimmende Untergrund, sondern die enge Verflechtung von Natur, Kultur und Geschichte. Die Phumdis bedecken rund zwei Drittel des Loktak-Sees und werden von lokalen Fischern auch als Plattform für schwimmende Hütten genutzt – ein Zusammenleben von Mensch und Natur, das anderswo kaum seinesgleichen hat. Gleichzeitig bedroht die Loktak Hydroelectric Power Station durch ihre Auswirkungen auf den Wasserstand das fragile Ökosystem und erinnert daran, dass der Erfolg des Sangai-Schutzes eine dauerhafte Aufgabe bleibt.

In der Nähe

  • Imphal (53 km) – Hauptstadt Manipurs mit dem Ima Keithel (Frauenmarkt) und dem Kangla-Fort
  • Moirang (8 km) – historischer Ort mit dem INA-Kriegsdenkmal und dem Thangjing-Tempel
  • Loktak-See (direkt angrenzend) – größter Süßwassersee Nordostindiens mit schwimmenden Dörfern
  • Sendra Island (10 km) – Aussichtspunkt über den Loktak-See mit Touristenhütten
  • Andro (35 km von Imphal) – traditionelles Meitei-Töpferdorf