Tiger-Safari im Bandhavgarh National Park (Madhya Pradesh): Eines der besten Tigerreservate Indiens. Safari-Buchung, Anreise und beste Besuchszeit.
Typ: Nationalpark | Bundesstaat: Madhya Pradesh | Region: Westindien
Der Bandhavgarh-Nationalpark im Herzen Indiens hat die höchste bekannte Tigerdichte aller indischen Nationalparks. Auf einer Fläche von 716 km² (davon 437 km² Kernzone) vereint er spektakuläre Tierbegegnungen mit einer reichen archäologischen Geschichte. Das namensgebende Bandhavgarh-Fort thront auf einem 811 Meter hohen Felsplateau und überblickt den gesamten Park – es soll laut Legende von Lord Rama auf dem Rückweg von Lanka errichtet worden sein.
Geschichte
Die Wälder um Bandhavgarh dienten jahrhundertelang als Jagdrevier der Maharajas von Rewa. Der letzte Maharaja erlegte hier 1914 den berühmten weißen Tiger Mohan, der zum Stammvater aller in Gefangenschaft lebenden weißen Tiger weltweit wurde. 1968 wurde das Gebiet zum Nationalpark erklärt, und 1993 erfolgte die Aufnahme in das Project Tiger. Die archäologischen Überreste im Park reichen bis ins 2. Jahrhundert v. Chr. zurück – in den Höhlen am Fuß des Forts finden sich Inschriften aus der Maurya- und Gupta-Dynastie.
Tierwelt
Mit einer Tigerdichte von etwa 15–20 Tigern pro 100 km² bietet Bandhavgarh die besten Chancen für Tigersichtungen in ganz Indien. Über 80 Bengalische Tiger streifen durch den Park, statistisch gesehen liegt die Sichtungswahrscheinlichkeit bei einer dreitägigen Safari bei über 90 Prozent. Neben dem Tiger leben hier Leoparden, die den Tigern geschickt ausweichen und daher seltener zu sehen sind, sowie Indische Wildhunde (Dholes), Goldschakale, Dschungelkatzen, Lippenbären und Luchskatzen.
Unter den Pflanzenfressern dominieren Sambarhirsche und Axishirsche (Chital) die Waldlichtungen, begleitet von Muntjaks, Nilgai-Antilopen, den seltenen Vierhornantilopen, Gaur (Indischen Bisons) und Wildschweinen. Languren beleben die Baumkronen und warnen mit ihren Rufen oft vor nahenden Raubtieren. Für Vogelbeobachter hält der Park über 250 Arten bereit, darunter Weißbrauenbuschsänger, Alexandersittiche, Malabarhornvögel, Paradiesschnäpper und verschiedene Eulenarten. Indische Pythons, Kobras, Kraits und Warane vervollständigen die bemerkenswerte Artenvielfalt.
Landschaft & Vegetation
Die Landschaft ist geprägt von einer zentralen Hügelkette mit dem markanten Bandhavgarh-Fort als Mittelpunkt. Die Vegetation umfasst dichte Sal-Wälder im Norden und Osten, gemischte Laubwälder, ausgedehnte Bambusdickichte und offene Graslandschaften in den Tälern. Die 32 Hügel im Park erreichen Höhen bis 811 Meter. Zahlreiche Quellen und kleine Flüsse sorgen ganzjährig für Wasser. Die Charanga-Ebene und die Tala-Zone sind besonders bekannt für ihre offenen Wiesen, auf denen Tiger regelmäßig bei der Jagd beobachtet werden können.
Besucherinformationen
Der Park ist vom 16. Oktober bis 30. Juni geöffnet; während des Monsuns (Juli bis September) bleibt er geschlossen, und mittwochs nachmittags ruht der Betrieb. Der Eintritt beträgt für indische Besucher ₹80 und für Ausländer ₹800. Eine Jeep-Safari für bis zu sechs Personen kostet ₹4.000–6.000 inklusive Fahrzeug, Fahrer und Pflichtführer; sie dauert morgens und nachmittags jeweils etwa drei bis vier Stunden. Elefanten-Safaris werden nur gelegentlich bei besonderen Sichtungen angeboten.
Der Park gliedert sich in mehrere Zonen mit unterschiedlichem Charakter. Die Tala-Zone in der Kernzone ist die beliebteste und bietet die besten Tigersichtungen; die Magdhi-Zone eignet sich gut für Tiger und Leoparden, während die Khitauli-Zone ruhiger ist und hervorragende Vogelbeobachtung ermöglicht. Daneben gibt es die Pufferzonen Panpatha und Dhamokhar.
Die Anreise erfolgt am einfachsten über den Bahnhof Umaria (32 km, auf der Strecke Katni–Bilaspur). Die nächsten Flughäfen sind Jabalpur (190 km) und Khajuraho (250 km); von Bhopal sind es rund 500 km. Da die Tala-Zone sehr begehrt ist, empfiehlt sich eine frühzeitige Online-Buchung, die ohnehin obligatorisch ist.
Beste Reisezeit
Die beste Besuchszeit ist Oktober bis Juni. Die höchste Wahrscheinlichkeit für Tigersichtungen besteht von März bis Mai, wenn die Hitze die Tiere zu den Wasserstellen treibt und die Vegetation lichter wird. Die Wintermonate (November–Februar) bieten angenehmes Klima mit Temperaturen um 15–25 °C, aber dichtere Vegetation. Im Oktober und November ist die Landschaft nach dem Monsun besonders grün.
Wissenswertes
Der erste weiße Tiger, der in der Neuzeit gefangen wurde – Mohan –, stammte aus den Wäldern von Bandhavgarh. Alle heute in Zoos lebenden weißen Tiger sind seine Nachkommen, ein einzigartiges Erbe dieses Parks. Das Bandhavgarh-Fort ist eines der ältesten Forts Indiens mit einer Geschichte von über 2.000 Jahren; es ist nur zu Fuß erreichbar und bietet einen atemberaubenden Blick über den gesamten Park. In den Höhlen am Fuß des Forts wurden Inschriften aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. gefunden, darunter die älteste bekannte Inschrift der Region. Am Fuß des Forts ruht die liegende Vishnu-Statue (Sheshashayi Vishnu) auf der Schlange Shesha – ein Meisterwerk aus dem 10. Jahrhundert und eine der ältesten Steinskulpturen der Region.
In der Nähe
- Kanha National Park – weiteres erstklassiges Tigerreservat (250 km)
- Khajuraho – UNESCO-Welterbe-Tempel (250 km)
- Panna National Park – Tigerreservat mit Diamantenminen-Geschichte (350 km)
- Anuppur – historische Stadt in Madhya Pradesh (100 km)
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste!