Fläche: 12,82 km² | Gegründet: 2003 | Nächste Stadt: Munnar (20 km) Safari-Tipps, Tierwelt und beste Besuchszeit.
Typ: Nationalpark | Bundesstaat: Kerala | Region: Südindien Fläche: 12,82 km² | Gegründet: 2003 | Nächste Stadt: Munnar (20 km)
Der Mathikettan Shola Nationalpark liegt in den Hochlagen der Western Ghats im Idukki-Distrikt von Kerala und schützt eines der letzten intakten Shola-Waldgebiete Südindiens. Der Name „Mathikettan" bedeutet in der lokalen Sprache „Wald, in dem man sich verirrt" – ein passender Name für diesen dichten, nebelverhangenen Bergwald, dessen verschlungene Pfade Wanderer leicht in die Irre führen können.
Der Park wurde 2003 als Nationalpark ausgewiesen, nachdem er bereits seit 1897 als Waldreservat geschützt war. Trotz seiner geringen Größe beherbergt er eine bemerkenswerte Vielfalt an endemischen Arten, die nur in den Hochlagen der Western Ghats vorkommen.
Geschichte
Die Shola-Wälder der Hochlagen Keralas wurden von den britischen Kolonialverwaltern im 19. Jahrhundert als wichtige Wasserschutzgebiete erkannt und unter Schutz gestellt. 1897 wurde das heutige Parkgebiet als Reserved Forest klassifiziert. Mit der Ausdehnung der Teeplantagen um Munnar wurden viele benachbarte Shola-Wälder gerodet – Mathikettan blieb als eine der wenigen intakten Inseln erhalten. Ende 2003 wurde das Gebiet zum Nationalpark aufgewertet, um einen strengeren Schutz zu gewährleisten. Der Park ist Teil des Anamalai-Landschaftskomplexes, der als einer der wichtigsten Biodiversitäts-Hotspots der Western Ghats gilt.
Tierwelt
Trotz seiner geringen Fläche von nur 12,82 km² beherbergt Mathikettan Shola eine unverhältnismäßig hohe Zahl endemischer Arten. Unter den Säugetieren sind der Nilgiri-Langur und die Nilgiri-Marter besonders schützenswert – beide Arten sind endemisch für die Western Ghats und stark gefährdet. Saisonale Durchzüge des Indischen Elefanten und des Gaur beleben den Park, während der Indische Leopard und der Dhole als Raubtiere die Nahrungsketten regulieren. Das Malabar-Riesenhörnchen, mit seinem leuchtend rotbraunen Fell eines der auffälligsten Säugetiere der Region, glänzt in den Baumkronen.
Die Vogelwelt umfasst über 100 Arten, von denen viele endemisch für die Western Ghats sind. Nilgiri-Waldstar, Nilgiri-Fliegenschnäpper und Nilgiri-Pipit sind charakteristische Vertreter dieser einzigartigen Hochlagen-Avifauna; der seltene White-bellied Shortwing gilt unter Vogelbeobachtern als besonders begehrte Sichtung. Besonders bemerkenswert ist auch der Amphibienreichtum: Zahlreiche endemische Froscharten, darunter mehrere erst in jüngster Zeit wissenschaftlich beschriebene Spezies, leben in den feuchten Schluchten und an den Bachufern des Parks.
Landschaft & Vegetation
Der Park liegt auf Höhen zwischen 1.400 und 1.900 Metern und ist geprägt von dem charakteristischen Shola-Grasland-Mosaik der Western Ghats. Die Shola-Wälder sind dichte, immergrüne Bergwälder mit einem geschlossenen Kronendach, die in geschützten Tälern und Schluchten wachsen. Die offenen Hänge und Kuppen sind von Hochgebirgsgrasland bedeckt. Dieses Mosaik schafft eine Vielzahl an Mikrohabitaten und erklärt den außergewöhnlichen Artenreichtum auf kleinstem Raum. Häufiger Nebel und Wolkenwald-Bedingungen sorgen für eine hohe Luftfeuchtigkeit und üppiges Moos- und Farnwachstum. Zahlreiche kleine Bäche entspringen im Park und speisen die Zuflüsse des Periyar.
Besucherinformationen
Der Park ist nicht regulär für den Tourismus geöffnet – ein Besuch erfordert eine Genehmigung des Divisional Forest Officer der Munnar Division. Der Eintritt beträgt ₹ 50 für indische Besucher und ₹ 200 für ausländische Gäste; eine offizielle Führung ist obligatorisch. Eingeschränkte Trekkingrouten können mit Voranmeldung begangen werden. Die Anreise von Munnar (20 km) erfolgt über die Straße nach Pooppara; der nächste Bahnhof liegt in Aluva/Ernakulam (130 km), der nächste Flughafen ist der Cochin International Airport (110 km). Im Park selbst gibt es keine Unterkünfte; Munnar bietet eine breite Auswahl an Hotels, Resorts und Homestays.
Beste Reisezeit
Die ideale Besuchszeit ist von September bis März. Nach dem Monsun (September bis November) erstrahlen die Shola-Wälder in sattem Grün mit zahlreichen Bächen und kleinen Wasserfällen. Die Wintermonate (Dezember bis Februar) bieten kühle Temperaturen von 5–20 °C und klare Sicht. Im Sommer (März bis Mai) blühen viele Pflanzen, darunter alle zwölf Jahre die berühmte Neelakurinji (Strobilanthes kunthiana) in der weiteren Region. Die Monsunzeit (Juni bis August) bringt sehr starke Niederschläge und der Park ist weitgehend unzugänglich.
Wissenswertes
Mathikettan Shola steht seit 1897 unter Schutz – über ein Jahrhundert Naturschutzgeschichte, die diesen Wald vor dem Schicksal der meisten umliegenden Shola-Gebiete bewahrt hat, die der Teeplantagen-Expansion zum Opfer fielen. Die Shola-Wälder gelten als „Wassertürme der Western Ghats": Sie speichern Regenwasser wie natürliche Schwämme und geben es langsam an die Flüsse ab – eine Funktion, die weit über die Grenzen des Parks hinauswirkt. Auf nur 12,82 km² beherbergt Mathikettan eine unverhältnismäßig hohe Zahl endemischer Arten; kein Führer zu kennen ist hier kein romantischer Abenteueraspekt, sondern schlicht gefährlich – wer sich ohne Begleitung in den nebelreichen Wald wagt, versteht schnell, warum er seinen Namen trägt.
In der Nähe
- Munnar (20 km) – Teeplantagen, Eravikulam Nationalpark, Nilgiri Tahr
- Eravikulam Nationalpark (30 km) – Hauptschutzgebiet des Nilgiri Tahr, Neelakurinji-Blüte
- Chinnar Wildlife Sanctuary (40 km) – Trockenwald-Ökosystem an der Grenze zu Tamil Nadu
- Top Station (35 km von Munnar) – Aussichtspunkt auf 1.880 m mit Blick auf die Tamil-Nadu-Ebene
- Periyar Nationalpark (90 km) – Elefanten und Tiger am Periyar-See
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste!