Shillong

Shillong ist die Hauptstadt von Meghalaya, einem der kleinsten nordöstlichen Bundesstaaten Indiens. Alle Tipps für Shillong im Reiseführer.

Bundesstaat: Meghalaya | Region: Nordostindien

Shillong, die Hauptstadt von Meghalaya, liegt auf 1.496 Metern Höhe inmitten der Khasi Hills und trägt den Beinamen „Scotland of the East" – eine Bezeichnung, die die britischen Kolonialherren der Stadt wegen ihrer sanften grünen Hügel, Kiefernwälder und des milden Klimas gaben. Der Name leitet sich von Leishillong ab, einer Gottheit, die laut Khasi-Legende auf dem höchsten Gipfel der Region (1.965 m) leben soll. Mit rund 143.000 Einwohnern ist Shillong eine der charmantesten Kleinstädte Nordostindiens – und zugleich die inoffizielle Rockmusik-Hauptstadt des Landes, aus der zahlreiche Bands der indischen Indie- und Blues-Szene stammen.

Die Khasi-Kultur, eine der wenigen matrilinearen Gesellschaften der Welt, prägt das Alltagsleben: Kinder tragen den Nachnamen der Mutter, und das jüngste Mädchen erbt den Familienbesitz. Diese lebendige Stammestradition, gepaart mit dem kolonialen Erbe und einer jungen, musikbegeisterten Bevölkerung, verleiht Shillong eine Atmosphäre, die sich von jeder anderen indischen Stadt unterscheidet.


Sehenswürdigkeiten

Seen und Aussichtspunkte

Der Umiam Lake (Barapani), etwa 15 Kilometer nördlich der Stadt, ist ein Stausee, der von bewaldeten Hügeln umrahmt wird – Bootsfahrten, Kajaktouren und Spaziergänge entlang des Ufers gehören zu den beliebtesten Ausflügen. Ward's Lake im Herzen der Stadt, angelegt während der britischen Kolonialzeit, bietet schattige Spazierwege, eine kleine Holzbrücke und liebevoll gepflegte Gärten – ein Ruhepol mitten im Trubel. Der Shillong Peak (1.965 m) belohnt Besucher mit einem 360-Grad-Panorama über die gesamte Stadt und die umliegenden Berge bis hin zu den Ebenen von Bangladesch.

Wasserfälle

Die Elephant Falls, etwa 12 Kilometer südwestlich der Stadt, stürzen in drei Stufen durch dichten Wald – der Name geht auf einen einst elefantenförmigen Felsen am oberen Becken zurück. Die nahe gelegenen Sweet Falls ergänzen den Besuch mit einer schmaleren, aber ebenso malerischen Kaskade.

Kirchen und Museen

Die Cathedral of Mary Help of Christians am Rande von Laitumkhrah ist eine der größten Kathedralen Nordostindiens und ein Zeugnis des christlichen Einflusses in der Region – rund 75 Prozent der Bevölkerung Meghalayas sind Christen. Das Don Bosco Centre for Indigenous Cultures, ein siebenstöckiges Museum, ist dem kulturellen Erbe der Stammesgemeinschaften Nordostindiens gewidmet und zeigt Trachten, Musikinstrumente, Jagdwaffen und Alltagsgegenstände aller acht nordöstlichen Bundesstaaten. Das Wankhar Entomology Museum beherbergt eine der umfangreichsten Insektensammlungen Indiens mit über 1.600 Schmetterlings- und Käferarten.

Ausflüge

Cherrapunjee (Sohra), nur 56 Kilometer südlich, hält mit über 11.000 mm Jahresniederschlag einen der Weltrekorde als regenreichster Ort der Erde – die berühmten lebenden Wurzelbrücken der Khasi, aus den Luftwurzeln von Gummibäumen geflochten, sind ein einzigartiges Beispiel nachhaltiger Architektur und UNESCO-Welterbe-Anwärter. Mawlynnong, rund 90 Kilometer entfernt, wurde als „sauberstes Dorf Asiens" ausgezeichnet und bietet einen Panoramablick nach Bangladesch vom sogenannten „Sky Walk" aus Bambus. Der David Scott Trail, ein 16 Kilometer langer historischer Wanderweg, folgt einem Pfad aus der Kolonialzeit durch Kiefernwälder und Khasi-Dörfer.


Küche

Die Khasi-Küche ist herzhaft, rauchig und unverwechselbar. Jadoh, gewürzter Reis mit Schweinefleisch oder Hühnchen, gilt als Nationalgericht der Khasi und wird auf Festen wie im Alltag serviert. Tungrymbai, ein Chutney aus fermentierten Sojabohnen, entfaltet einen intensiven, leicht nussigen Geschmack, der Anfänger überrascht und Kenner begeistert. Doh Khlieh, ein Salat aus fein gehacktem Schweinefleisch mit Zwiebeln, frischen Kräutern und Ingwer, wird kalt als Vorspeise gereicht. Doh Neiiong, Schweinefleisch in schwarzem Sesam gegart, gehört zu den reichhaltigsten Gerichten der Region. In Shillongs zahlreichen Cafés und Restaurants – die Stadt hat eine lebhafte Café-Kultur – findet man neben der Stammesküche auch westliche Gerichte, koreanische Einflüsse und die besten Kuchen Nordostindiens.


Einkaufen & Märkte

  • Police Bazaar – Shillongs geschäftigste Einkaufsmeile mit Kleidung, Elektronik, Büchern und Souvenirs
  • Bara Bazaar – Traditioneller Markt mit frischem Obst, Gemüse, Gewürzen, geräuchertem Fisch und authentischem Lokalflair
  • Meghalaya Handloom & Handicrafts Emporium – Staatlicher Laden für handgewebte Khasi-Schals, Cane-und-Bambushandwerk, Honig und organische Gewürze
  • Beliebte Mitbringsel: Khasi-Tücher, Bambus- und Schilfkörbe, lokaler Lakadong-Kurkuma, Orangenblütenhonig

Feste & Veranstaltungen

Das Nongkrem Dance Festival, das bedeutendste Fest der Khasi, wird über fünf Tage in Smit (etwa 11 km von Shillong) gefeiert – junge Frauen in goldenen Kronen und Seidengewändern tanzen zu Trommeln, während junge Männer mit Schwertern rhythmische Figuren ausführen, alles zu Ehren der Göttin Ka Blei Synshar. Das Shillong Cherry Blossom Festival (November) ist das einzige Kirschblütenfest Indiens – die Stadt verwandelt sich in ein rosa-weißes Blütenmeer, begleitet von Rockkonzerten und kulinarischen Ständen. Das Shillong Autumn Festival (Oktober) vereint Musik, Kunst, Kulinarik und kulturelle Darbietungen lokaler Talente. Shillong ist außerdem Austragungsort des NH7 Weekender, eines der größten Musikfestivals Indiens, das die Stadt als Rockmusik-Hauptstadt des Landes bestätigt.


Praktische Informationen

Anreise

Der Shillong Airport (Umroi, SHL) liegt etwa 30 Kilometer nordöstlich der Stadt und bietet begrenzte Inlandsflüge. Die meisten Reisenden nutzen den Lokpriya Gopinath Bordoloi International Airport in Guwahati (GAU), rund 130 Kilometer entfernt, mit Verbindungen in alle großen Städte Indiens. Von Guwahati führt eine malerische Bergstraße über den NH6 in etwa drei Stunden nach Shillong – Taxis und Sammeltaxis verkehren regelmäßig. Der nächste große Bahnhof ist Guwahati Railway Station (GHY).

Beste Reisezeit

September bis Mai bietet die besten Bedingungen. Der Herbst (September–November) glänzt mit klarer Luft und dem Kirschblütenfest, der Frühling (März–Mai) mit angenehmen Temperaturen um 25 °C. Die Monsunmonate Juni bis August bringen heftige Regenfälle – eindrucksvoll, aber unpraktisch für Wanderungen und Ausflüge.


In der Nähe

  • Cherrapunjee – Lebende Wurzelbrücken, regenreichster Ort (56 km)
  • Mawlynnong – Sauberstes Dorf Asiens (90 km)
  • Dawki – Kristallklarer Umngot-Fluss an der Grenze zu Bangladesch (95 km)
  • Guwahati – Kamakhya-Tempel, Tor zum Nordosten (100 km)
  • Kohima – Hauptstadt Nagalands, Hornbill Festival (270 km)
  • Aizawl – Hauptstadt Mizorams (430 km)
  • Imphal – Hauptstadt Manipurs, Frauenmarkt (500 km)
  • Agartala – Hauptstadt Tripuras, Neermahal (500 km)