Kohima

Kohima ist die hügelige Hauptstadt des Bundesstaates Nagaland und liegt auf 1.495 Metern Höhe mit rund 80.000 Einwohnern. Alle Tipps für Kohima im Reiseführer.

Bundesstaat: Nagaland | Region: Nordostindien

Kohima, die Hauptstadt Nagalands, windet sich auf dem Kamm eines Bergrückens auf 1.495 Metern Höhe durch eine dramatische Landschaft aus bewaldeten Hügeln und tiefen Tälern. Die Stadt hat rund 80.000 Einwohner und ist das kulturelle Herz eines Bundesstaates, in dem 16 verschiedene Naga-Stämme mit jeweils eigener Sprache, Tracht und Tradition zusammenleben. Der Name Kohima leitet sich von der Wildblume „Kew Hi" ab, die in diesen Bergen wächst – frei übersetzt bedeutet er „das Land, in dem die Blume blüht".

Kohima war im April 1944 Schauplatz einer der entscheidenden Schlachten des Zweiten Weltkriegs im asiatisch-pazifischen Raum: Die japanische Offensive auf Indien wurde hier gestoppt, und die Schlacht gilt als Wendepunkt des Krieges in Südostasien. Heute ist die Stadt vor allem als Austragungsort des berühmten Hornbill Festivals bekannt, das jedes Jahr im Dezember die Kultur aller Naga-Stämme in einem spektakulären Festival vereint.


Sehenswürdigkeiten

Kohima War Cemetery

Der Kohima War Cemetery auf dem Garrison Hill ist eine der bewegendsten Kriegsgedenkstätten Asiens. Auf sorgfältig gepflegten Terrassen liegen die Gräber von 1.420 alliierten Soldaten, die in der Schlacht von Kohima 1944 fielen. Die berühmt gewordene Inschrift auf dem Gedenkstein – „When you go home / tell them of us and say / for your tomorrow / we gave our today" – gehört zu den meistzitierten Kriegsepitaphen weltweit. Von den Terrassen bietet sich ein stiller Blick über die Stadt und die Hügel, auf denen einst erbittert gekämpft wurde.

Kisama Heritage Village und Stammeskultur

Das Kisama Heritage Village, zwölf Kilometer südlich von Kohima, ist der Schauplatz des Hornbill Festivals (1.–10. Dezember). In nachgebauten traditionellen Häusern aller 16 Naga-Stämme werden Stammestänze, Rituale, Handwerk und Musik vorgeführt – ein lebendiges Freilichtmuseum der Naga-Kultur. Außerhalb der Festivalzeit lohnt ein Besuch dennoch, um die authentische Architektur der Morungs (Gemeinschaftshäuser) zu bewundern.

Das Kohima Village (Barra Basti), nordöstlich des Stadtzentrums, gilt als eines der größten Dörfer Asiens. Sein kunstvoll verziertes Eingangstor zeigt geschnitzte Krieger- und Tiermotive, die von der kriegerischen Vergangenheit der Angami-Naga erzählen. Das State Museum bietet einen umfassenden Überblick über Geschichte, Lebensweise, Kleidung und Musikinstrumente der verschiedenen Stämme.

Khonoma – das erste grüne Dorf Indiens

Das Dorf Khonoma, nur 20 Kilometer von Kohima entfernt, ist als erstes „Green Village" Indiens bekannt. Die Bewohner haben Jagd und Holzeinschlag freiwillig aufgegeben und stattdessen ein vorbildliches Naturschutzprojekt aufgebaut. Die terrassierten Reisfelder, die den Berghang hinaufsteigen, gehören zu den ältesten bewirtschafteten Terrassen Nagalands. Khonoma war historisch auch ein Zentrum des Widerstands gegen die britische Kolonialherrschaft.

Natur und Trekking

Das Dzukou Valley, auf 2.452 Metern Höhe etwa 30 Kilometer südlich gelegen, ist ein Hochtal voller Wildblumen, das zwischen Juni und September in ein Meer aus Lilien und Rhododendren verwandelt wird. Die Wanderung dauert vier bis fünf Stunden und gehört zu den schönsten Treks Nordostindiens. Der Japfu Peak, mit 3.048 Metern der zweithöchste Gipfel Nagalands, lässt sich vom Dzukou Valley aus besteigen. Die Mary Help of Christians Cathedral im Stadtzentrum ist eine der größten Kathedralen Nordostindiens und ein eindrucksvolles Beispiel für die christliche Prägung der Naga-Gesellschaft.


Küche

Die Naga-Küche ist kräftig, rauchig und in ganz Indien einzigartig. Geräuchertes Schweinefleisch mit Bambussprossen ist das Nationalgericht – das Räuchern konserviert das Fleisch und verleiht ihm ein unverwechselbares Aroma. Axone (auch Akhuni genannt), eine Paste aus fermentierten Sojabohnen, dient als Geschmacksverstärker in nahezu jedem Gericht und erinnert entfernt an japanisches Miso. Viele Gerichte werden mit dem berüchtigten Raja Mircha (Bhut Jolokia) gewürzt, einem der schärfsten Chilis der Welt, der in den Naga-Hügeln angebaut wird. Zu festlichen Anlässen wird traditionelles Reisbier gereicht, das jede Familie nach eigenem Rezept braut. Alua Curry, ein herzhafter Linseneintopf mit lokalem Gemüse, ist ein beliebtes Alltagsgericht.


Einkaufen

  • Kohima Lokalmarkt – Handgewebte Textilien mit stammestypischen Motiven, gefertigt auf traditionellen Hüftwebstühlen
  • Perlenarbeit-Schmuck – Aufwendig gestaltete Halsketten und Armbänder der Naga-Stämme, die früher den sozialen Status des Trägers anzeigten
  • Holzschnitzereien – Kunstvolle Figuren, Masken und Dekorationsstücke mit Krieger- und Tiermotiven
  • Angami-Kunsthandwerk – Traditionelle Schals, Körbe und zeremonielle Werkzeuge

Feste

Das Hornbill Festival (1.–10. Dezember) im Kisama Heritage Village ist das kulturelle Großereignis Nagalands. Alle 16 Naga-Stämme präsentieren ihre Tänze, Gesänge, Handwerkskunst und kulinarischen Traditionen – ein einzigartiges Fenster in eine Kultur, die sonst nur schwer zugänglich ist. Musik-Acts, Naga-Chili-Wettessen und ein Nachtmarkt mit regionalen Spezialitäten ergänzen das Programm.

Darüber hinaus feiert jeder Stamm seine eigenen Feste: Das Sekrenyi der Angami-Naga im Februar ist ein Reinigungsritual mit mehrtägigen Zeremonien. Das Lui-Ngai-Ni im November vereint mehrere Stämme zu einem gemeinsamen Danksagungsfest. Weitere Stammfeste wie Tseminyu (April, Rengma-Naga), Ngaju (Mai, Pochury) und Lee-metsi (August, Ao-Naga) geben Einblick in die spirituelle Vielfalt der Naga-Gesellschaft.


Praktische Informationen

Kohima liegt auf knapp 1.500 Metern Höhe und hat ein gemäßigtes Klima, das im Sommer mild und feucht ist und im Winter kühl wird – Nachttemperaturen um den Gefrierpunkt sind zwischen Dezember und Februar keine Seltenheit. Während des Monsuns von Juni bis August fällt starker Regen, der die Hänge in sattes Grün taucht, aber Straßen gelegentlich unpassierbar macht. Die beste Reisezeit ist Oktober bis Dezember, wobei der Dezember wegen des Hornbill Festivals besonders empfehlenswert ist.

Der nächste Flughafen ist Dimapur Airport (DMU), rund 60 Kilometer entfernt, mit Verbindungen nach Kolkata und Guwahati. Der Bahnhof Dimapur (DMV), ebenfalls 60 Kilometer entfernt, bietet Zugverbindungen zu größeren indischen Städten. Von Dimapur führt eine gut ausgebaute Straße in etwa zwei Stunden durch bewaldete Hügel nach Kohima. Ausländische Besucher benötigen ein Protected Area Permit für Nagaland, das bei der Einreise oder vorab online beantragt werden kann.


Klimatabelle

Monat Min °C Max °C Empfehlung
Jan 3,0 18,9 Kühl
Feb 4,3 22,1 Kühl
Mär 7,5 27,4 Gut
Apr 9,7 28,6 Gut
Mai 11,3 28,4 Gut
Jun 14,6 29,4 Monsun
Jul 15,1 29,0 Monsun
Aug 15,5 29,4 Monsun
Sep 14,5 28,4 Monsun
Okt 10,0 27,9 Beste Zeit
Nov 6,4 25,4 Beste Zeit
Dez 3,2 20,9 Beste Zeit

In der Nähe

  • Kisama Heritage Village – Hornbill Festival (12 km)
  • Japfu Peak – Zweithöchster Gipfel Nagalands (15 km)
  • Khonoma Village – Erstes grünes Dorf Indiens (20 km)
  • Dzukou Valley – Tal der Wildblumen, Trekking (30 km)
  • Dimapur – Größte Stadt Nagalands (74 km)
  • Imphal – Hauptstadt Manipurs (138 km)
  • Mokokchung – Ao-Naga Kulturzentrum (165 km)
  • Shillong – Hauptstadt Meghalayas (350 km)