Dehradun

Dehradun ist die Hauptstadt des Bundesstaates Uttarakhand und liegt im westlichen Teil des fruchtbaren Doon Valley. Alle Tipps für Dehradun im Reiseführer.

Bundesstaat: Uttarakhand | Region: Nordindien

Dehradun, die Hauptstadt Uttarakhands, liegt eingebettet im fruchtbaren Doon Valley zwischen dem Ganges im Osten und der Yamuna im Westen – ein langgestrecktes Tal am Fuß des Garhwal-Himalaya, das zu den schönsten Lagen Nordindiens zählt. Die Stadt gehört zu den ältesten Siedlungen des Subkontinents und blickt auf eine bewegte Geschichte zurück: Einst Sitz der Garhwal-Herrscher, fiel sie 1814 unter britische Kontrolle, als die Truppen der East India Company die nepalesische Besatzung beendeten. Die Briten erkannten das angenehme Klima und gründeten hier prestigeträchtige Bildungseinrichtungen, die bis heute den Ruf der Stadt prägen – allen voran die berühmte Doon School, das Forest Research Institute und die Indian Military Academy. Mit rund 578.000 Einwohnern ist Dehradun eine vergleichsweise ruhige Hauptstadt, umgeben von Litschi-Obstgärten und Basmati-Reisfeldern, und dient als Tor zu den Bergstationen Mussoorie, Rishikesh und Haridwar.


Sehenswürdigkeiten

Das Forest Research Institute ist Dehraduns architektonisches Juwel und eine der beeindruckendsten Kolonialbauten ganz Indiens. Der 1906 gegründete Komplex erstreckt sich über einen Campus von 450 Hektar, und seine Hauptgebäude im griechisch-römischen Stil erinnern eher an ein europäisches Schloss als an ein Forschungsinstitut. Sechs Museen widmen sich der Forstwirtschaft, Holzkunde und Botanik – das Holzmuseum allein zeigt über 700 Holzarten vom gesamten Subkontinent.

Der Clock Tower (Ghanta Ghar) im Herzen der Stadt wurde zum Gedenken an die Freiheitskämpfer Uttarakhands errichtet und bildet den Mittelpunkt des geschäftigen Stadtzentrums. Von hier strahlen die belebten Einkaufsstraßen in alle Richtungen aus, und abends versammeln sich die Einheimischen an den Straßenständen rund um den Turm.

Die Guru Ram Rai Gurudwara ist ein Sikh-Heiligtum aus dem 17. Jahrhundert, das Guru Ram Rai, dem ältesten Sohn des siebten Sikh-Guru, gewidmet ist. Was die Gurudwara von anderen Sikh-Tempeln unterscheidet, sind die über 500 Wandmalereien im Inneren – ein in Sikh-Gotteshäusern äußerst seltener Schmuck, der Szenen aus der Sikh-Geschichte und dem höfischen Leben der Mogulzeit darstellt.

Der Tapkeshwar Mahadev Temple liegt in einer natürlichen Höhle am Ufer des Asan-Flusses, wo Wasser über ein Shiva-Lingam tropft – ein stimmungsvoller Ort, an dem das Rauschen eines kleinen Wasserfalls die Gebete begleitet. Der Tempel zieht besonders zu Shivratri Tausende Pilger an und ist ganzjährig ein friedlicher Rückzugsort.

Das Mindrolling Monastery gehört zu den bedeutendsten buddhistischen Klöstern außerhalb Tibets. Der 1965 von tibetischen Exilmönchen gegründete Komplex beherbergt eine 35 Meter hohe Buddha-Statue und den Great Stupa – eine der größten Stupas außerhalb Tibets, deren Innenwände mit Wandmalereien geschmückt sind, die das Leben Buddhas erzählen. Der weitläufige Garten mit japanischen Elementen lädt zum Verweilen ein.

Robber's Cave (Gucchupani) ist eine natürliche Kalksteinhöhle am Stadtrand, durch die ein unterirdischer Fluss fließt. Besucher waten knöcheltief durch das kühle Wasser, während die Höhle sich verengt und wieder weitet – ein erfrischendes Abenteuer, besonders in den heißen Sommermonaten. Der Asan Barrage am Zusammenfluss von Asan und Yamuna ist ein Paradies für Vogelbeobachter und Wassersportler: Kajakfahren, Rudern und Angeln sind möglich, während über 50 Zugvogelarten in den Wintermonaten rasten. Wer die große Wildnis sucht, fährt zum Rajaji National Park (36 km), wo Elefantenherden durch Sal-Wälder streifen und mit etwas Glück auch Tiger und Leoparden zu sichten sind.


Küche

Dehraduns kulinarische Identität wird von der Pahadi-Küche der Bergvölker Uttarakhands geprägt, ergänzt durch Einflüsse der zahlreichen Bildungseinrichtungen, die Studenten und Lehrende aus ganz Indien anziehen. Chole Katlambe – Kichererbsen-Curry mit geschichtetem Fladenbrot – ist ein deftiges Frühstück, das an den Ständen rund um den Clock Tower serviert wird. Phaanu, eine sämige Linsensuppe aus gemischten Hülsenfrüchten, die stundenlang auf kleiner Flamme köchelt, ist das Seelengericht der Garhwal-Berge und wärmt an kühlen Winterabenden. Kandalee ka Saag, ein Wildgemüse, das nur in der Monsunzeit geerntet wird, gehört zu den saisonalen Delikatessen, die man anderswo kaum findet.

Bei den Süßigkeiten ist Bal Mithai – kleine Schokoladenwürfel, bestreut mit winzigen Zuckerperlen – das beliebteste Mitbringsel aus der Region, während Ras Malai in den zahlreichen Konditoreien der Stadt in besonders cremiger Variante zubereitet wird. Dehradun ist außerdem berühmt für seine saftigen Litschis, die im Juni die Märkte überfluten, seinen aromatischen Basmati-Reis und die knusprigen Rusks (Zwieback) aus den traditionellen Bäckereien, die seit der Kolonialzeit zum Tee gereicht werden.


Einkaufen & Märkte

  • Paltan Bazaar – Dehraduns ältester und belebtester Markt mit Basmati-Reis, Kunsthandwerk, Kleidung und Bergkräutern
  • Tibetischer Markt – Handgefertigter Silberschmuck, tibetische Gebetsfahnen und Wollwaren der tibetischen Exilgemeinde
  • Indira Market – Mode, Schuhe und Alltagswaren zu günstigen Preisen
  • Pacific Mall & Crossroads Mall – Moderne Einkaufszentren mit internationalen Marken und Multiplex-Kinos

Feste & Veranstaltungen

Dehraduns Festkalender spiegelt die kulturelle Vielfalt der Stadt wider, in der Hindus, Sikhs und Buddhisten Seite an Seite leben. Das Magh Mela am 14. Januar feiert die Wintersonnenwende mit rituellen Bädern, Prozessionen und einem großen Jahrmarkt – ein Vorgeschmack auf die mächtigen Melas von Haridwar und Prayagraj. Im März verwandelt die Sikh Jhanda Mela die Guru Ram Rai Gurudwara in ein Meer aus farbigen Fahnen und Musik, wenn Zehntausende Gläubige zusammenströmen. Die Tapkeshwar Mela zu Shivratri bringt Pilger und Händler zum Höhlentempel, wo ein mehrtägiger Markt die Zufahrtsstraße säumt. Das Virasat Festival – ein 15-tägiges Kulturfestival – ist Dehraduns kultureller Höhepunkt: Klassischer Tanz, Volksmusik, Kunsthandwerk und kulinarische Vorführungen feiern das Erbe Uttarakhands und des gesamten Himalaya-Raums.


Praktische Informationen

Anreise

Der Dehradun Airport (DED), auch Jolly Grant Airport genannt, liegt etwa 25 km östlich der Stadt und bietet tägliche Verbindungen nach Delhi, Mumbai und Bengaluru. Die Dehradun Railway Station (DDN) ist Endstation der Nordindischen Eisenbahn – der Shatabdi Express erreicht Delhi in knapp fünf Stunden, der Nanda Devi Express verbindet Dehradun über Nacht mit der Hauptstadt. Über die Straße trennen Dehradun etwa 240 km von Delhi (NH 72, ca. 5–6 Stunden), und klimatisierte Volvo-Busse verkehren stündlich vom ISBT Kashmere Gate.

Beste Reisezeit

Die angenehmsten Monate sind Oktober bis Dezember und März bis Juni, wenn milde Temperaturen zwischen 8 und 33 °C herrschen. Im Hochsommer kann das Thermometer auf fast 40 °C klettern, doch die Abende bleiben durch die Tallage angenehm kühl. Der Monsun von Juli bis September bringt ergiebige Niederschläge und verwandelt das Doon Valley in ein sattgrünes Tal – landschaftlich reizvoll, aber Erdrutsche können Straßenverbindungen unterbrechen.


Klima-Übersicht

Monat Min °C Max °C Empfehlung
Jan 2,9 24,5 Kühl
Feb 5,1 27,3 Gut
Mär 8,4 32,2 Beste Zeit
Apr 12,3 36,9 Beste Zeit
Mai 16,6 39,4 Beste Zeit
Jun 19,3 38,7 Beste Zeit
Jul 21,6 34,3 Monsun
Aug 21,2 33,1 Monsun
Sep 18,5 32,8 Monsun
Okt 12,0 31,7 Beste Zeit
Nov 8,2 28,6 Beste Zeit
Dez 4,6 25,4 Beste Zeit

In der Nähe

  • Mussoorie – „Königin der Berge" (28 km)
  • Rishikesh – Yoga-Hauptstadt und Rafting (45 km)
  • Haridwar – Heilige Stadt mit Ganga Aarti (55 km)
  • Rajaji National Park – Elefanten und Tiger (36 km)
  • Chakrata – Skigebiet und Bergsteigen (90 km)
  • Shimla – Hauptstadt von HP (230 km)
  • Chandigarh – Planstadt von Le Corbusier (170 km)