Home - Indien Reiseangebote, Indien Reisen, Indien Rundreisen - Meghalaya – das Land der Wolken
Foto: Chili Reisen
Foto: Chili Reisen

Meghalaya – das Land der Wolken

Meghalaya liegt im Nordosten Indiens und gehört zu den sogenannten Seven Sisters.

Die Seven Sisters sind nur durch einen engen Landstrich zwischen Nepal und Bangladesch mit dem Rest des Landes verbunden. Neben Meghalaya gehören noch die indischen Bundesstaaten Arunachal Pradesh, Assam, Manipur, Mizoram, Nagaland, Tripura und Sikkim zu den Seven Sisters. Meghalaya ist noch ein junger Staat, der am 21. Januar 1972 der 21. Bundesstaat von Indien wurde. Sein Gebiet umfasst die Khasi Hills, die Jaintia Hills und die Garo Hills. Im Folgenden gehe ich insbesondere auf die Region der Khasi Hills ein und mache einen kleinen Abstecher in die Garo Hills, wo einmal jährlich das Wangala Festival stattfindet.

Meghalaya und seine Schwesterstaaten sind anders als das restliche Indien. Das mag unter anderem daran liegen, dass die Region touristisch noch nicht so erkundet ist. Insbesondere europäische Touristen verirren sich eher selten hierher, man trifft mehr auf einheimische Touristen. Zum anderen mag es aber auch an dessen Bewohnern liegen, die Besuchern sehr offen und herzlich begegnen. Eine Besonderheit ist deren Erbfolge, die nicht nur für Indien außergewöhnlich ist. Die in Meghalaya lebenden Khasi bilden eine matrilineare Gesellschaftsform, bei der das gesamte Erbe auf die jüngste Tochter übergeht. Zu den landschaftlichen Highlights, wenn nicht gar dem Höhepunkt einer Reise nach Meghalaya, zählen die einzigartigen Baumwurzelbrücken, die über Jahrhunderte hinweg mithilfe der Khasis gewachsen sind. Die Kunst der Fertigung dieser Wurzelbrücken geben die Väter an ihre Kinder weiter. So bauen die Khasis bereits seit Jahrhunderten ihre Brücken, ohne einen Cent dafür ausgeben zu müssen.

Die nahegelegenste Anreisemöglichkeit, um mit dem Flugzeug nach Meghalaya zu gelangen, ist über den Flughafen von Guwahati, der Hauptstadt Assams. Von dort aus benötigen Sie ca. drei Stunden mit dem Auto, bis Sie Shillong erreicht haben.

Foto: Chili Reisen
Foto: Chili Reisen

Shillong

Shillong ist mit seinen 143.000 Einwohnern die Hauptstadt Meghalayas. In Shillong brummt das Leben. Koloniale und zeitgenössische Elemente mischen sich und geben dem Stadtbild ein besonderes Flair. Einen besonderen Charme verleiht auch die bergige Lage der Stadt. Shillong liegt auf 1.496 m Höhe. Um den Namen Shillong ranken sich viele Geschichten, die einen Aufenthalt hier zusätzlich interessant machen. Auf dem Police Bazar, der Haupteinkaufsstraße in Shillong, kann man das bunte Treiben genießen und die zahlreichen Shoppingmöglichkeiten nutzen, die ansonsten in diesem Bundesstaat nicht unbedingt gegeben sind, jedenfalls nicht so umfangreich. Außerdem bietet Shillong eine Fülle an Freizeitaktivitäten. Die Bewohner der Stadt halten sich gern fit und unternehmen am frühen Morgen einen Spaziergang am Ward´s Lake oder joggen eine Runde um den See. Zur Erhaltung dieser Oase der Ruhe wird Eintritt am See verlangt. Am Morgen gibt es sogar Zeiten, zu denen ausschließlich den Clubmitgliedern Zutritt gewährt wird.

Zur Kultur der Khasis gehört das Bogenschießen, das man nicht nur in Shillong beobachten kann. Überall begegnet einem dieser Volkssport, Kinder und Jugendliche auf dem Land treffen sich ebenso zum Bogenschießen wie Erwachsene in der Stadt. Natürlich handelt es sich dabei nicht nur um Spaß, sondern um einen Wettkampf, den man nicht verpassen sollte, wenn man in Shillong ist. Allein das Zuschauen und der Versuch, die Regeln zu verstehen, bedeutet jede Menge Spaß. Wer mutig genug ist, kann auch einen kleinen Wetteinsatz leisten und mitfiebern.

Wer es gern wuselig mag und mitten im Geschehen ist, darf den Bara Bazar nicht verpassen. Täglich strömen viele Khasis aus ihren Dörfern zu diesem Bazar, um einzukaufen und zu verkaufen. Sich hier unter das Volk zu mischen und sich von dem aufgeregten Treiben mitreißen zu lassen, ist sehr interessant. Der Markt ist einer der buntesten Märkte Nordostindiens.

Wer sich für die Stämme im Nordosten Indiens interessiert, ist im Don Bosco Museum gut aufgehoben. In dem modernen Museum, das 2003 eröffnet wurde, kann man sich umfangreich über die Geschichte der Stämme, deren Traditionen, deren Kleidung und Waffen usw. informieren. Das über mehrere Etagen führende Museum ist beeindruckend. Man sollte auf jeden Fall genügend Zeit mitbringen. Als krönenden Abschluss eines Besuches kann man auf dem Dach des Museums die wunderschöne Aussicht über die Stadt Shillong genießen.

Von Shillong aus ist es auch möglich, mehrere Ausflüge zu unternehmen, beispielsweise zu den berühmten Elefant Falls, wo man hauptsächlich auf verliebte Paare trifft, sowie in den Mawphlang Sacred Forest, ein heiliger Wald, der eine erstaunliche Vielfalt an Pflanzen, Bäumen, Orchideen und Schmetterlingen vorweist. Oder genießen Sie einfach vom Shillong Peak aus die Aussicht über die Stadt.

Cherrapunjee

Foto: Chili Reisen
Foto: Chili Reisen

Meghalaya wird unter anderem aufgrund seines Regenreichtums auch das Schottland des Ostens genannt. Megha bedeutet Wolken und diese sind hier oft gegenwärtig, besonders in Cheerapunjee. Es heißt sogar, dass Cheerapunjee, das in den östlichen Khasi Hills liegt, der regenreichste Ort der Welt sei.

Auf dem Weg nach Cherrapunjee sollte der Sohra Market nicht ausgelassen werden. Insbesondere lohnt es sich, den großen Markt, der alle acht Tage stattfindet, zu besuchen. Hier bekommt man alles an Obst, Gemüse und Fleisch, was das Land zu bieten hat. Von hier aus sind auch die Nonkalikai Wasserfälle nicht mehr weit, die je nach Regenfall immer einen unterschiedlichen Anblick bieten. Auch Höhlenfans kommen in der Region um Cherrapunjee auf ihre Kosten. Meghalaya beherbergt insgesamt über 1.000 Höhlen, wovon viele noch gar nicht erforscht sind. Fünf der bereits bekannten und erforschten Höhlen konnten als die längsten Höhlen des Subkontinents verzeichnet werden.

Cherrapunjee liegt in einer beeindruckenden Dschungellandschaft. Ein Highlight, wenn nicht sogar das Highlight in Meghalaya, sind die Wurzelbrücken, die man hier baut. Wer sie sehen möchte, muss allerdings etwas dafür tun. Eine Tageswanderung führt über 3.000 Stufen tief hinunter ins Tal zu den einzigartigen Wurzelbrücken. Die berühmteste ist sicherlich die Doppeldeckerbrücke in diesem Tal.

Mawlynnong

Natürlich darf das wunderschöne Dorf Mawlynnong auf einer Reise nach Meghalaya nicht fehlen. Mawlynnong ist ein kleines farbenfrohes Dorf, das als das sauberste Dorf Indiens bekannt geworden ist. Das Magazin „Discover India“ hat es 2003 nicht nur zum saubersten Dorf Indiens gekürt, sondern zum saubersten Dorf in ganz Asien. Außerdem gibt es hier den sogenannten „Sky Watch“, eine fast 26 m hohe Bambuskonstruktion, von der aus man einen Blick auf Bangladesch erhaschen kann. Im Nachbardorf befindet sich eine weitere Baumwurzelbrücke. Ein Tagesausflug nach Mawlynnong lohnt sich auf jeden Fall. Wer die Ruhe und das farbenfrohe Dorf gern etwas länger genießen möchte, kann sich in einen der zahlreichen, jedoch sehr einfachen Homestays einquartieren. So erlebt man das Familienleben der Khasis hautnah mit.

Foto: Chili Reisen
Foto: Chili Reisen

Wangala Festival

Bei einer Reise im November ist natürlich das Wangala Festival das absolute Highlight. Es wird auch das 100 Drums Festival genannt, da sich hier einmal jährlich 100 Trommler der verschiedenen Garo­Stämme treffen und über mehrere Tage feiern. Das Festival ist eine Art Erntedankfest, womit dem Fruchtbarkeitsgott für die Ernte gedankt wird. Mehrere Tage wird mit geselligem Essen, Trinken und Tanzen gefeiert. Das Festival findet in Asanang statt, ein kleines Dorf in der Nähe von Tura, in den West Garo Hills. Tura ist die Hauptstadt der West Garo Hills. Wegen der wunderschönen Aussichten lohnt sich allein der lange Anfahrtsweg durch die saftig grüne bergige Landschaft. In diese Region Indiens verirren sich nur wenige Touristen, was den Aufenthalt zu einer besonderen Erfahrung macht. Schnell ist die anfängliche Schüchternheit der Festivalteilnehmer überwunden und weicht der Neugierde. Die ersten Mutigen wagen es, nach einem Selfie zu fragen und sind anschließend stolz, wenn es geklappt hat.

Es lohnt sich, ein noch ursprüngliches Dorf anzuschauen, um so mehr über das Leben der Garos zu erfahren und zu sehen, wie sie früher und zum Teil noch heute leben mit ihren farbenfrohen Gewändern und dem vielen Schmuck.

Meghalaya ist nicht unbedingt etwas für „Indien­Einsteiger“. Aber wer gern abseits der ausgetretenen Touristenpfade unterwegs ist, Natur mag und das Ursprüngliche sucht, ist hier genau richtig.
Daniela Langenhagen, Chili Reisen

Weitere Informationen Chili Reisen
Tel.: 0421/52 08 06 63
www.chili-reisen.de

Auch Interessant:

Teeplantage

Teeplantagen in Südindien

Bei Tee aus Indien denkt man zunächst an Teeplantagen in Darjeeling oder Assam, denn dies sind die …

Schreibe einen Kommentar