Donnerstag, 19. Oktober 2017

Mizoram

Mizoram ist einer der “Seven Sister States” im Nordosten von Indien. Mit 10,2 % hat dieser Bundesstaat nach Kerala die niedrigste Analphabetenrate Indiens. Mizoram nimmt eine Fläche von 21.087 km² ein und hat 1.091.014 Einwohner. Die Hauptsprachen sind Englisch und Mizo, die Sprache der größten gleichnamigen Bevölkerungsgruppe des Staates. Mizo bedeutet Bergbewohner. Die Hauptstadt Mizorams, das im Süden und Osten von Myanmar (früher Burma) umschlossen wird und im Westen an Bangladesh grenzt, ist Aizawl.

Geschichte

Ursprünglich war Mizoram von tibeto-burmesischen Stämmen besiedelt, von denen die Lushais wohl am bekanntesten sind. Während der britischen Kolonialherrschaft wurde Mizoram 1891 Teil von British India, dabei wurde die Verwaltung der Dörfer weiterhin den Stammeshäuptlingen überlassen. Der große Einfluss der Briten auf die Stämme zeigte sich durch die Konversion vieler Stammesmitglieder zum Christentum. Nach der Unabhängigkeit Indiens blieb Mizoram ein Teil von Assam. 1966 nahmen die Mizos den bewaffneten Freiheitskampf auf, um ihrer Forderung nach einem eigenen Heimatland Nachdruck zu verleihen. Erst 20 Jahre später kehrte vollständiger Frieden in der Region ein und Mizoram wurde Teil der Indian Union.

Wirtschaft

Etwa 60 % der Bevölkerung Mizorams ist in der Landwirtschaft tätig. Es wird überwiegend Wechselwirtschaft betrieben, im Rahmen derer Orangen, Zitronen, Passionsfrucht, Ananas, Papaya, Zuckerrohr und Baumwolle angepflanzt werden. Darüber hinaus wurde mit dem großflächigen Anbau von Ingwer begonnen. Auch werden in Mizoram etwa 40 % der jährlichen Bambusernte Indiens eingebracht, die 80 Mio. Tonnen beträgt.
In der Region Mizoram ist kaum Industrie vorhanden. Zu den wenigen dort vertretenen Industriezweigen gehören das Kunsthandwerk, die Elektroindustrie und die Verarbeitung von land- und forstwirtschaftlichen Produkten, wie etwa die Konservierung von Früchten und deren Weiterverarbeitung zu Saft.

Städte und Sehenswürdigkeiten

Tourismus

Neben seinen landschaftlichen Vorzügen hat Mizoram auch eine Reihe von Orten zu bieten, an denen sich Geschichte mit Folklore und mündlich überlieferten Legenden vermischt. Einer davon ist Sibuta Lung, ein Gedenkstein in Tachip (20 km von Aizawl), der vor 300 Jahren vom Stammeshäuptling der Palian errichtet wurde. Laut Überlieferungen wurde eine junge Waise von einem Stammesoberhaupt adoptiert und tötete den Adoptivvater, um seinen Platz einzunehmen. Der Adoptivsohn wurde tatsächlich Häuptling von 2.000 Palian Häusern, scheiterte jedoch in seinem Liebesleben, da ihn seine Angebetete verschmähte. Aus Rache begrub er das junge, schöne Mädchen lebend in der Grube unterhalb des Steins, den er sich selbst als Denkmal errichten ließ. Ähnliche Legenden ranken sich auch um das Phulupui Grab im Aizawal Distrikt und das Dorf Pangzawl, das im Lunglei Distrikt liegt.

Klima & Geographie

Mizoram ist das Land der Hügel, Flüsse und Seen. Nicht weniger als 21 Höhenzüge und Gipfel in verschiedenen Höhenlagen liegen innerhalb der Staatsgrenzen. Sie sind zumeist von dichten Wäldern aus Bambus und wilden Bananenstauden bedeckt und ihre Durchschnittshöhe beträgt 1,2 m, jedoch erreichen einige unter ihnen Höhen von bis zu 2 m. Ferner ist die Landschaft Mizorams von Flüssen und Seen geprägt.
Das Klima in den niedrigeren Höhenlagen ist feuchtwarm. In den höher gelegenen Regionen ist das Wetter auch während der Sommermonate angenehm. Eine Besonderheit des Wetters in Mizoram sind heftige Stürme, die in den Monaten März und April vom Nordwesten her über den Staat hinwegziehen.

Schreibe einen Kommentar