Donnerstag, 14. Dezember 2017
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Andamanen und Nicobaren

Die Inselgruppe der Andamanen und Nicobaren sind ein indisches Unionsterritorium mit 572 Inseln und einer Gesamtfläche von 8.249 km². Auf der Inselkette leben ca. 380.581 Menschen, die neben Hindi auch Nicobarese, Bengali, Tamil, Malayam und Telugu sprechen. In der Hauptstadt Port Blair lebt etwa ein Drittel aller Einwohner.

Geschichte

Die Inseln sind seit prähistorischer Zeit besiedelt. Im späten 17. Jh. wurden sie von den Marathen annektiert und von den Dänen erstmals europäisch kolonialisiert. Ab 1778 waren die Nicobar Islands für fünf Jahre eine österreichische Kolonie und von 1789 an waren die Briten für ihre Verwaltung zuständig. Wegen ihrer abgeschiedenen Lage wurden die Inseln von den Briten als Strafkolonien genutzt und sind daher auch als “Black Waters” bekannt. Die japanische Besetzung während des Zweiten Weltkriegs macht die militärstrategische Bedeutung der Inselkette deutlich. Auch heute ist auf den Andaman and Nicobar Islands noch indische Marine, Luftwaffe und Armee stationiert.

Wirtschaft

Etwa 51.694 Hektar Land werden für landwirtschaftliche Zwecke genutzt. Auf der Gruppe der Andaman Islands wird überwiegend Reis angebaut, wogegen auf den Nicobar Islands vermehrt Kokos- und Arecanuss angepflanzt werden. Weitere Anbauprodukte sind Hülsenfrüchte, verschiedene Gemüse, Obst und Gewürze, wie etwa Pfeffer, Nelken, Muskat und Zimt. Daneben spielt auch der Fischfang eine nicht unbedeutende Rolle. Jedoch existieren strenge Fischereivorschriften zum Schutz der außergewöhnlichen Artenvielfalt der Meeresfauna.
Auf den Andaman and Nicobar Islands sind über 1.600 kleine und mittelständische Unternehmen registriert. Viele von ihnen fertigen Kunsthandwerk aus Holz und Muscheln an oder sind in der Verarbeitung von Fisch und Garnelen tätig. Daneben ist dort auch die Getränke-, Bekleidungs- und Möbelindustrie ansässig.

Städte und Sehenswürdigkeiten

Tourismus

Die langen Sandstrände, das türkisblaue Meer mit seiner außergewöhnlichen Artenvielfalt und das satte Grün des tropischen Regenwaldes ziehen Besucher aus allen Teilen der Welt an. Die Inselkette bietet die verschiedensten Möglichkeiten ihre Schönheit zu erleben. Sei es in Form von Tauchen und anderen Wassersportarten, Trekking Touren oder Inselcamping. Auch das Anthropologische Museum, der Ghandi Park, Viper Island, Ross Island, das Marinemuseum und Chidiyatapu sind einen Besuch wert.
Die Andaman and Nicobar Islands sind für Besucher allerdings nur beschränkt zugänglich. Bei der Einreise in Port Blair erhalten sie die Genehmigung für einen 30-tägigen Aufenthalt. Neben den bislang zugänglichen Inseln, Port Blair, Havelock Island, Long Island, Mayabunder, Diglipur, Rangat (auch Übernachtungen möglich), sowie Jolly Bouy, South Cinque, Red Skin, Mount Harriet und Madhuban (nur Tagesausflüge) sind nun weitere geöffnet worden.

Klima & Geographie

Die Andaman and Nicobar Islands liegen im Golf von Bengalen. Die Inselkette befindet sich 1.255 km südöstlich von Kolkata (früher Calcutta), westlich der thailändischen Küste und nordwestlich von Sumatra. Sie stellt den Gipfel eines Gebirgszuges unter Wasser dar, dessen Ursprung bis in die Kreidezeit zurückreicht. Ein Großteil der 572 Inseln ist mit Regenwald bedeckt. Die größte Erhebung ist Saddle Peak (730 m) auf Great Andaman. Die größte Insel ist Middle Andaman Island mit 1.536 km², während die kleinste Insel, Ross Island, eine Fläche von 0,8 km² hat.
Auf den Inseln herrscht tropisches Klima und die Wassertemperatur beträgt ganzjährig 24°C. Die Lufttemperatur schwankt zwischen 18°C und 34°C. Bedingt durch den Monsun, der rund 150 Regentage pro Jahr bringt, liegt die Jahresniederschlagsmenge in Port Blair bei 3.180 mm. Auch außerhalb der Regenzeit herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit (66% bis 85%).

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