Fluggastrechte: Wenn der Flug nach Indien unplanmäßig verläuft

Einmal ein Foto vor dem Taj Mahal machen oder mit dem Boot durch Keralas Naturparadies Backwaters mit seinen unendlichen Netz aus Flüssen und Seen schippern – davon träumen viele Urlauber. Indien ist ein Land voller Sehenswürdigkeiten und einer ganz besonderen Kultur. Die schnellste Anreise ist per Flugzeug. Ein Flug von Berlin nach Neu Delhi dauert circa elf Stunden, an zahlreichen deutschen Flughäfen gibt es gute Verbindungen nach Indien. Wer einmal hier war, der kommt immer wieder zurück.

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Doch was ist zu tun, wenn der Flug unplanmäßig verläuft?

Ob nach Neu Delhi, Bangalore oder Mumbai – Indien ist reich an kulturellen und historischen Schätzen. Überall gibt es eindrucksvolle Tempelanlagen zu besichtigen. Doch nicht immer verläuft die Anreise wie geplant. Zum Ärgernis der Urlauber kann es hin und wieder vorkommen, dass das Flugzeug nicht zur geplanten Zeit am Ziel in Indien ankommt. Dafür gibt es die unterschiedlichsten Gründe, wie beispielsweise Naturgewalten oder technische Defekte. Viele Gäste ärgern sich in einem solchen Fall darüber, dass ihnen dadurch wertvolle Urlaubszeit verloren geht. Immerhin haben die Fluggäste einige Rechte, die in bestimmten Fällen auch eine Entschädigung vorsehen.

Die EU Fluggastrechte-Verordnung 261/2004 ist die Basis für die Ansprüche, wenn die Flugreise nicht nach Plan verläuft. Grundsätzlich sieht die Verordnung Entschädigungen für Verspätungen, Annullierungen und Überbuchungen vor. Dabei ist es irrelevant, wie teuer das Flugticket war. Eine Entschädigung steht dem Fluggast auch bei Billigflügen zu. Entscheidend ist der Grund, der die Unplanmäßigkeit verursacht hat. Eine Entschädigung steht dem Fluggast nur dann zu, wenn die Fluggesellschaft selbst verantwortlich ist. Bei wetterbedingten Unregelmäßigkeiten haftet die Airline nicht.

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Verspätung, Annullierung oder Umbuchung

Kommt der Flieger mit einer Verspätung von zwei Stunden am Zielflughafen an, stehen den Fluggästen kostenlose Verpflegungsleistungen zu. Ab einer Verspätung von drei Stunden muss der Gast finanziell entschädigt werden. Hier kommt es auf die zurückgelegte Flugstrecke an, denn diese bestimmt die Höhe der Entschädigung. Für Kurzstreckenflüge (bis 1.500 km) und Mittelstreckenflüge (1.500 bis 3.500 km) sind laut der Verordnung Entschädigungen in Höhe von  250 und 400 Euro vorgesehen. Bei Langstreckenflügen (ab 3.500 km) haben Urlauber einen Anspruch auf eine Entschädigung in Höhe von 600 Euro. Von Berlin nach Neu Delhi sind es rund 5.800 km Luftlinie, das heißt die höchste Entschädigungssumme könnte bei einer dreistündigen Verspätung gefordert werden.

Wird der Flug nach Mumbai, Jaipur oder in eine andere indische Stadt annulliert, muss der Fluggast rechtzeitig darüber informiert werden. Ihm steht eine Ersatzbeförderung mit einem zumutbaren Ersatzflug zu. Allerdings kann sich der Fluggast auch dafür entscheiden, die Reise nicht mehr anzutreten. In diesem Fall muss ihm der gesamte Ticketpreis zurückerstattet werden.

Eine Flugüberbuchung liegt meist im Verantwortungsbereich der Airline. Daher muss sie für die entstandenen Unannehmlichkeiten aufkommen. Der Fluggast kann, wie bei einer Nichtbeförderung, eine finanzielle Entschädigung verlangen. Er kann sich aber auch für eine Ersatzbeförderung entscheiden.

Fluggastrechte einfordern

Für den Gast ist die Einforderung seiner Rechte oft mit einem langwierigen Papierkrieg verbunden. Es gibt aber Institutionen wie flightright, die sich die Durchsetzung von Fluggastrechten zur Aufgabe gemacht haben und sich darum kümmern, dass die Fluggäste angemessen entschädigt werden. Hier wird dem Urlauber ein Großteil der Arbeit abgenommen. Für den Anspruchsteller ist die Überprüfung des individuellen Falls völlig risikofrei. Kosten entstehen erst dann, wenn die Airline zahlt. Somit lohnt es sich in jedem Fall, die eigenen Fluggastrechte einzufordern.

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