Lakshmi, der Tempelelefant am Manakula Vinayagar. Foto: Mat McDermatt

12 Möglichkeiten, Puducherry zu genießen

Ang Lee’s jüngster Erfolgsfilm „Life of Pi – Schiffbruch mit Tiger“ hat die ehemalige französische Enklave Puducherry (früher: Pondicherry) an der indischen Ostküste, die einst die Côte d’Azur des Ostens oder die Französische Riviera des Ostens genannt wurde, wieder ein wenig in den Fokus der Tourismusindustrie gerückt. Insgesamt leben in diesem Unionsterritorium nur 650.000 Menschen, in der Stadt Puducherry selbst nur 240.000 – fast ein Dorf für indische Verhältnisse. Aber man kann hier durchaus einiges unternehmen.

Französische Kultur

Die Polizisten tragen rote Käppis und die Einheimischen entspannen sich beim Petanque. Noch mehr französische Kultur finden Sie in der Alliance Française und im Institut Français de Pondicherry (IFP), dessen wertvolle Manuskripte in der Liste der UNESCO der „Memory of the World“ erwähnt werden. In der Notre Dame des Anges werden die Messen in drei Sprachen gehalten: Französisch, Englisch und Tamil. Eine Marmorstatue von Jeanne d’Arc steht vor der Kirche und das Grab des französischen Gouverneurs Marquis de Bussy befindet sich auf dem angrenzenden Friedhof. Verpassen Sie auch auf keinen Fall ein Abendkonzert im Café de Flore, ein Gartenrestaurant im Maison Colombani der Alliance Française.

Bootstour auf dem Chunnambar Backwater

Sie müssen ja nicht gleich wie Pi zusammen mit einem bengalischen Tiger in einem Rettungsboot über den Ozean treiben. Eine Bootsfahrt auf den ruhigeren Gewässern von Chunnambar ist sicherlich weitaus entspannender. Auf der Cuddalore Road fährt man rund 7 km Richtung Süden bis zu diesen ruhigen Backwaters, die sich wunderbar für beschauliche Bootstouren eignen. Wenn Sie mehr Action mögen, wäre eine Bootstour aufs Meer zur Delfinbeobachtung empfehlenswert. Oder ein Trip mit dem Speedboot zum Paradise Beach für ein Picknick.

Lakshmi, der Tempelelefant am Manakula Vinayagar. Foto: Mat McDermatt
Lakshmi, der Tempelelefant am Manakula Vinayagar. Foto: Mat McDermatt

Segen vom Elefanten am Manakula Vinayagar

Der Manakula Vinayagar ist ein 500 Jahre alter Schrein für Ganesha. Einst war er viel näher am Ufer und der Sand des Strandes (manal) wurde oft in seinen Teich (kulam) geschwemmt. Dies gab dem Tempel seinen Namen. Alle Versuche der französischen Missionare, den Tempel zu beseitigen, schlugen fehl, denn er war und ist eine beliebte Weihestätte des elefantenköpfigen Gottes. Reichen Sie Lakshmi, dem Tempelelefanten, eine Münze oder einen Geldschein und er wird Sie mit seinem Rüssel segnen.

Französisch-tamilische Küche

In der Perumal Koil Street im Tamilenviertel befindet sich das Maison Perumal, ein Chettiar-Herrenhaus, das CGH Earth wunderbar restauriert hat. (Chettiar ist in Südindien, speziell in Tamil Nadu, die Bezeichnung der Händlerkaste). In diesem Hotel haben die Zimmer keine Nummern, wie in einem normalen Wohnhaus, und auch das Restaurant des Hauses hat keinen Namen. No name ist hier aber kein Hinderungsgrund für gute Qualität. Probieren Sie hier in diesem schönen Ambiente das Tagesmenü aus frischem Fisch und Meeresfrüchten.

Botanischer Garten

Nun, einen Zoo gibt es in Puducherry nicht – seit „Life of Pi“ gibt es jedoch Pläne, einen zu eröffnen. Jedoch ein reizvoller Botanischer Garten diente der Filmcrew für den Dreh. 1826 wurde der ca. 9 Hektar große Garten von den den Franzosen als Experimenttierfeld zur Analyse der Anbaumöglichkeiten in der Region errichtet. Blumenbeete und Wege wurden später ergänzt. Heute beherbergt der Botanische Garten etwa 900 exotische Pflanzen, ein Aquarium, einen Toy-Train und eine Musikfontäne.

Handwerk in Auroville

In Auroville, der berühmten Versuchsstadt für ein anderes Miteinander, gibt es mehr als das Matrimandir, den „Tempel der Mutter“. Leben und lernen Sie in dieser Stadt der Ideen, in der die Bewohner Handwerkskünste perfektionieren – wie handgemachtes Auroville Papier, indigogefärbte Kleidung (The Colours of Nature), Räucherstäbchen und Body Care Produkte. In Workshops können Sie verschiedene Handwerke dort erlernen.

Spaziergang auf der historischen Promenade

Erkunden Sie die Beach Road oder Goubert Avenue zu Fuß, ein Boulevard am Meer, gesäumt von hübschen Kolonialbauten wie das französische Institut, das französische Konsulat, das Villa Bayoud Heritage Hotel oder das Promenade Hotel, das 1878 als Bahnhof erbaut wurde. Hier steht auch die größte Mahatma Gandhi Statue Asiens. Hinter dem 26 m hohen Leuchtturm, dem ersten an der Coromandel-Küste, befinden sich das Custom House, das französische Kriegerdenkmal und Le Café (das es seit 1930 gibt. Da es hier zwischen 18 Uhr und 7:30 Uhr am Morgen keinen Autoverkehr gibt, ist der frühe Morgen oder der Abend für einen Ausflug hierher ideal.

Geschichtslektion im Pondicherry Museum

Von der römischen Handelsniederlassung der archäologischen Fundstätte Arikamedu aus der Blütezeit des Hafens von Pondicherry ist nicht viel erhalten. Aber im Pondicherry Museum kann man noch die einzelnen Puzzlestücke der Historie zusammensetzen. Das Museum befindet sich in einem Jahrhunderte alten Gerichtsgebäude, das einst die Residenz der französischen Administration war. Zu den Ausstellungsstücken gehören Funde römischer Keramik und megalithische Urnen, Sänfen, Karren und das sogenannte Pousse Pousse, ein Gefährt, das von hinten geschoben und von einem Fahrer gelenkt wurde. Auch Möbel aus der Kolonialzeit sind ausgestellt, z. B. tête-à-têtes (S-förmige Sofas), Schreibtische und das Bett des französischen Gouverneurs Dupleix, der hier von 1742 bis 1754 regierte.

Wat-su-Behandlung im Paradise Spa

Das Spa im The Dune Hotel bietet ein ganz besonders Vergnügen: ein Wasser Shiatsu, Wat-su genannt. Diese umweltfreundliche Luxusherberge verwöhnt Sie auch mit Verjüngungskuren, Art-in-Residence-Programmen, Einkaufsmöglichkeiten in der ArtyZan Boutique, einer Gourmet-Küche und umweltfreundlichen Räumen, von denen jeder individuell gestaltet ist (http://thedunehotel.com).

Abhängen im Café

Puducherrys zahlreiche Café und Bäckereien, die mit verführerischem Duft nach frischen Croissants und Baguettes locken, sind unwiederstehlich. Am Pier – für „Life of Pi“-Filmfreunde: Dort wo Pi seiner ersten Liebe Anandi Adieu sagt – liegt Le Café, eine rund um die Uhr geöffnete Kaffee-Lounge, wo man biologisch hergestellte Erfrischungsgetränke, Gebäck und Snacks erhält.

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