Dienstag, 25. September 2018
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Shimla in Wassernot
Mitten in der Hochsaison bitten die Einwohner von Shimla Touristen, NICHT in ihre Stadt zu reisen (Hintergrundfoto: Chandar B.)

Shimla in Wassernot

Die Hauptstadt des indischen Bundesstaates Himachal Pradesh und bei Touristen beliebte Hill Station Shimla, leidet zurzeit unter einer eklatanten Wassernot. In vielen Haushalten liegen nun schon seit über einer Woche die Wasserleitungen trocken. Die Einheimischen stehen in den Straßen Schlange, um an Wassertanks Wasser zu holen. Selbst einige Hotels weisen inzwischen Touristen ab. Die Situation ist so prekär, dass sich nun Einwohner in einer Social-Media-Kampagne zusammengetan haben, die Touristen darum bittet, zurzeit nicht nach Shimla zu reisen, bis sich die Situation gebessert hat.

Woher kommt die Wassernot?

Die Wasserknappheit resultiert aus einem ungewöhnlich trockenen Winter in Nordindien mit sehr wenig Schnee in den Hochlagen des Himalayas. Weniger als die Hälfte des Niederschlags, der nötig ist, um die Hochsaison im Tourismus zu überstehen, ist dieses Jahr in Shimla niedergegangen. Hotels verbrauchen üblicherweise weitaus mehr Wasser als die Einheimischen, die nun unter der Wassernot leiden. Die Schlangen vor den öffentlichen Wasservergabestellen auf der Mall Road sowie inzwischen auch Proteste der Bevölkerung blockieren teilweise den Verkehr in Shimla. Um die Lage im Zentrum zu entschärfen, schickt die Stadtverwaltung nun Wassertanks in die am schlimmsten betroffenen Stadtviertel – und zwar eskortiert von Polizeieinheiten.

Die Zustände sind so schlimm, dass die üblichen Tagesabläufe in der Stadt gestört sind, beklagen sich Einheimische. Da das Wasser so knapp ist, werden die öffentlichen Plätze und Toiletten auch nicht mehr gereinigt. Ein – vor allem für letzteres – unhaltbarer Zustand. Das jährliche Sommerfestival, das von heute (1. 6.) bis zum 5. Juni gehen sollte, wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.

Warnung für Reisende

Reisende werden auch gewarnt, an Straßenständen Essen zu kaufen – unter normalen Bedingungen besteht hier keine Gefahr. Aber die Verkäufer nutzen aus Not zum Kochen Wasser aus zweifelhaften Quellen. Man kann zwar immer noch Trinkwasser in Flaschen kaufen, aber die Preise sind stark in die Höhe geschnellt. Und, wie schon erwähnt, müssen daher die kleinere Hotels und Homestays Gäste abweisen, das sie sie nicht mehr mit dem Nötigsten versorgen können. Die größeren Hotels wie das Radisson Hotel Shimla oder Clarkes Shimla verfügen dagegen noch über genügend eigene Wasservorräte.

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