Freitag, 16. November 2018
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Gourmetkoch Vipan Wahi. © Foto: Maharani Kochschule

Exotisch, bekömmlich, lecker – ein indischer Kochkurs in Hamm

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Exotik und Wellness-Gastronomie findet man auch hier in Deutschland, z. B. im Restaurant „Maharani“ der Familie Wahi in Hamm. Dort kann man nicht nur gut essen, Gourmetkoch Vipan Wahi vermittelt Interessierten seine Geheimnisse auch in Kochkursen. So können die Teilnehmer die leckeren Gerichte auch zu Hause nachkochen.

Eigentlich wollte Vipan Wahi Hotelmanager im gehobenen Hotelfach in seiner Heimatstadt Neu-Delhi werden. Also lernte er vor rund 30 Jahren Deutsch, um in Deutschland Hotelmanagement zu studieren, und zwar bei keiner geringeren Ausbildungsstätte als der renommierten Steigenberger Hotelfachschule. Anschließend ging er noch zur Weiterbildung an die Hotelfachschule in Luzern in der Schweiz.

Aus der Rückkehr nach Indien wurde nichts, denn hier traf er seine große Liebe, seine Frau Helga. Nach verschiedenen beruflichen Stationen als Oberkellner, Chefkoch und Restaurantfachmann eröffnete er 1993 das Restaurant „Maharani“ in Hamm, eine kulinarische Institution, die aus Hamm inzwischen nicht mehr wegzudenken ist. Hier wird dem Gast jeder Wunsch von den Lippen abgelesen und auf individuelle Wünsche eingegangen. Man erlebt hier die herzliche Gastfreundschaft, für die Indien so berühmt ist.

Die Küche des „Maharani“

In Vipan Wahis Küche bringt er all seine Kenntnisse und die guten Einflüsse seiner indischen Heimat zur Entfaltung. Die Küche Indiens ist nämlich nicht nur exotisch und sehr schmackhaft, viele Gerichte beruhen auf der alten indischen Heilkunst Ayurveda und sind daher auch sehr gesund. Alles im „Maharani“ wird frisch zubereitet. Manchmal wartet man dann eben bis zu einer Stunde auf sein Essen, aber es lohnt sich und die Gäste kommen gern wieder. Niemand wird hier „von der Stange“ bedient, sondern die Gäste werden individuell nach dem 3000 Jahre alten Ayurveda-Prinzip beraten, wenn man das möchte. Dann wird man z. B. nach Allergien, kalten Füßen oder anderen körperlichen Symptomen befragt und erhält daraufhin ein ganz individuell abgestimmtes Menü. Angst vor dem angeblich so scharfen indischen Essen braucht hier niemand zu haben. Ayurveda-Gerichte sind nie zu scharf, zu schwer oder zu süß. Scharf gewürzt werden die Gerichte im Maharani nur auf ausdrücklichen Wunsch der Gäste.

Die Maharani-Kochschule

Vater und Sohn im "Küchenduell". Foto: Maharani Kochschule
Vater und Sohn im „Küchenduell“. © Foto: Maharani Kochschule

Weiterentwicklung und eigene Kreationen gehören zu Vipan Wahis Credo. Wer will schon jahrelang immer die gleichen Gerichte vorgesetzt bekommen? Die Familie produziert hierzu z. B. auch Gewürzmischungen in eigener Produktion, die über einen Online-Shop für indische Feinkost auch gekauft werden können. Da war es nur logisch, dass Vipan Wahi mit seinem Sohn Alexander Wahi auch die einzige indische Kochschule in Deutschland eröffnete. Dort vermittelt er den Teilnehmern, wie man ein leckeres Menü quasi im Handumdrehen zaubert und dass indisches Essen mehr sein kann als Chicken Masala und scharfes Curry. In den Kursen werden Speisen zubereitet wie Ingwersuppe mit Backerbsen, Kängurufilet in Minzkruste, Kurkuma-Gemüsepfannen, Auberginen auf Feldsalat – ja, und auch das unvermeidliche Chicken Curry. Selbstverständlich gilt auch in den Kochkursen: Hier wird frei von Geschmacksverstärkern, Zusatzstoffen und nur mit ausgelesenen Ölen, Mehlen, Gewürzen und frischen Kräutern gekocht.

Zu den Tipps und Tricks beim Zubereiten der Gerichte hat Vipan Wahi auch gesundheitsbezogene Ratschläge für seine Kunden. Wer oft kalte Füße hat, sollte viel Ingwer zu sich nehmen. Das wirkt auch gegen einen zu hohen Cholesterinspiegel. Gemüse wie Paprika, Fenchel, Zuckerschoten, Zwiebeln etc. sollte man in möglichst gleich große Stücke schneiden, damit sie auch alle zur gleichen Zeit gar werden. Zur Schonung der Vitamine sollte man sie nicht mehr als drei Minuten kochen. Trotzdem darf man sich nicht wundern, wenn Herr Wahi eine Zwiebel in der Pfanne auch schon mal zu einer Art braunem Brikett verbrutzeln lässt. Wozu das gut sein soll? Das gibt eine schöne Farbe im Essen, einen anderen Zweck hat das nicht.

Da sich früh übt, wer ein Meister werden will, gibt es auch Kochkurse für Kinder. Dort vermittelt Wahi vor allem, wie man sich gesund ernährt, mit Obst und Rohkost und einer schonenden Zubereitung. Den Kindern scheint es zu schmecken, oft verlangen sie noch einen Nachschlag.

Beliebt, bekannt, schnell ausgebucht

Menü eines Kochkurses. © Foto: Maharani Kochschule
Menü eines Kochkurses. © Foto: Maharani Kochschule

Die Wahis bieten ihre Kochkurse zu festen Terminen an. Aber man kann die Kurse auch individuell als Event buchen, z. B. als Geburtstagskochkurs, Familienkochkurs, Weihnachtskochkurs, geschäftlich oder privat, für Single, Paare oder ganze Gruppen, für jeden, der neue Anregungen sucht und Spaß an frischer und gesunder Ernährung hat. Selbstverständlich sind die Kurse nicht auf Hamm beschränkt. Das Kerngebiet des Angebots ist sicherlich Nordrhein-Westfalen, gern bieten die Wahis ihren Service aber auch deutschlandweit an.

Vipan Wahis Kochkurse haben sich längst zu einem Geheimtipp entwickelt. Selbst aus Hamburg oder Bayern reisen interessierte Hobbyköche nach Nordrhein-Westfalen, um sich bei den Wahis Tipps und Tricks zur Verbesserung ihre Kochkünste vermitteln zu lassen. Meist sind die Kurse schon Wochen im Voraus ausgebucht. Inzwischen gibt Vipan Wahi auch Volkshochschulkurse, in denen er den Spaß am Kochen vermittelt. Unterhaltsam sind seine Kurse obendrein, denn der humorvolle Gourmetkoch weiß genau: „Kochen ist auch Show.“

Weitere Informationen: www.kochschule-maharani.de

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