Mittwoch, 20. September 2017
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20 Jahre DIZ
Titelbild der Broschüre der DIZ zu ihrem 20-jährigen Bestehen

20 Jahre DIZ – miteinander, voneinander, füreinander

Am 3. September 2016 hat die DIZ (Deutsch-Indische Zusammenarbeit e. V.) mit rund 100 Gästen aus Deutschland und Indien ihr 20-jähriges Jubiläum gefeiert. Der Verein, der sich im Jahr 2004 professionalisierte, hat in diesen 20 Jahren eine Menge erreicht. Auf ihre Lorbeeren wollen sich die Mitglieder der DIZ aber nicht ausruhen, sondern die gemeinsam erreichten Ziele sind auch ein Ansporn für die Zukunft, nicht in dem Bestreben nachzulassen, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, Menschen in Indien, mit denen es das Schicksal nicht so gut gemeint hat wie mit den meisten Westeuropäern, zur Seite zu stehen. Dabei kümmern sie sich z. B. um Menschen, die unverschuldet unter schlechten medizinischen und hygienischen Bedingungen leben müssen oder die aufgrund mangelnder Bildungsmöglichkeiten an ihrer Entwicklung gehindert werden. Die Liste der erfolgreich umgesetzten Projekte der DIZ ist erstaunlich.

20 Jahre DIZ
Rita Dohrmann, Vorsitzende des Ecumenical Sangam in Nagpur, der Hauptpartnerorganisation der DIZ in Indien, überbrachte ein Grußwort zum 20-jährigen Jubiläum. Foto: Caroline Link

Rückblick auf die Anfänge der DIZ

1972/73 gab es die ersten Workcamps in Nagpur. Johannes Hummels hat damals Tagebuch geführt. Er beschreibt eindrücklich, wie groß die Kluft zwischen den Deutschen des Camps und der einheimischen Bevölkerung war, wie reich die Deutschen im Vergleich zur indischen Bevölkerung waren. Und ihm wird klar, wie lang der Weg sein wird, bis diese Kluft überwunden sein wird oder wenigstens in den Begegnungen von Mensch zu Mensch in den Hintergrund treten wird. Auf diesem langen Weg befinden wir uns immer noch, auch diese Kluft ist immer noch deutlich vorhanden.

Die 14 Teilnehmer im Camp stammten aus Westdeutschland, Holland und Schottland sowie Polen, Menschen aus unterschiedlichsten Berufen, z. B. ein Journalist, eine Krankenschwester, ein Landvermesser, ein Architekt, zwei Theologen und ein Ingenieur. Drei indische College-Studenten fungierten als Dolmetscher. Leiter war damals Rudolf Dohrmann, der Vater des heutigen Geschäftsführers der DIZ, Dr. Jona A. Dohrmann. Im Dorf Shivangaon in der Nähe von Nagpur wollten sie gemeinsam mit Einheimischen ein Community Center, einen Lehrkuhstall, eine Nähschule und Mütterberatungsstelle errichten. Hummels beschreibt die damaligen Arbeitsweisen, Zustände und Begegnungen sehr anschaulich. Nachlesen kann man seine Tagebucheinträge in der Broschüre der DIZ, die sich als PDF unter folgendem Link herunterladen lässt: http://diz-ev.de/sites/default/files/download/newsletter/DIZ_aktuell_Nr_73.pdf.

20 Jahre DIZ
Über die Entwicklung Indiens in den vergangenen 20 Jahren berichtete Dr. Christian Wagner (l.) von der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin. Die anschließende Diskussion moderierte Dr. Jona A. Dohrmann, Geschäftsführer der DIZ. Foto: Caroline Link

Projekte, die von der DIZ gefördert werden

Die DIZ fördert die Entwicklungstätigkeiten des Ecumenical Sangam in Dörfern südlich von Nagpur und in Slums in der Stadt Nagpur. Der Sangam hat seinen Arbeitsschwerpunkt in einem Basiszentrum in Bamhani (36 km südlich von Nagpur) sowie in drei Subzentren in Narayanpur, Sawangi und Gondwananagar. Diese Zentren wurden mithilfe einer finanziellen Unterstützung des BMW (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) und natürlich die tatkräftige Unterstützung der DIZ errichtet. Zu den Programmen des Sangam gehören die Gesundheitsversorgung von Müttern und Kindern, Handwerkerschulen, Beratung in nachhaltiger Landwirtschaft inklusive einer Beratung über staatliche Förderprogramme, Ausbildungsmaßnahmen und Gesundheitsförderung. Es gibt z. B. eine Hebammenausbildung, die die jungen Frauen, die sie absolvieren, nicht nur finanziell unabhängig macht, sie hilft ihnen auch dabei, selbstständig zu entscheiden, wann sie heiraten möchten.

Im Basiszentrum in Bamhani wurde 2010/2011 ein Projekt zur nachhaltigen Landwirtschaft initiiert. Im Basiszentrum wurde eine Modellfarm geschaffen. In Workshops, Vorlesungen und anderen Maßnahmen sollen Bauern aus der Gegend über biologische Landwirtschaft aufgeklärt werden. Über 150 Bauern in der Region südlich von Nagpur haben bereits auf biologischen Anbau und Methoden der Regenwasserrückgewinnung umgestellt.

Diese Umstellung ist ein wichtiger Beitrag, um den Bauern der Region das Überleben zu sichern. Der vom Monsun und anschließender Trockenheit ausgelaugte Boden dort ist schwierig, die Abhängigkeit von Kunstdünger und Hybridsaatgut machen die Bedingungen für die Bauern rund um Nagpur nicht besser.

Ein Mikrofinanzierungsprojekt, das auch die Unterstützung des Landes Hessen genießt, hat vielen Menschen der Gegend geholfen, sich aus den Fängen von lokalen Geldausleihern mit Wucherzinsen zu befreien.

Insgesamt hat die Arbeit des Ecumenical Sangam, die von der DIZ unterstützt wird, dazu beigetragen, das Leben der Dorfbewohner südlich von Nagpur, der Slumbewohner in Nagpur und anderer benachteiligter Bevölkerungsgruppen positiv beeinflusst wurde.

20 Jahre DIZ
Indischer Tanz der Gruppe Layam bei der Jubiläumsfeier. Foto: Caroline Link

Hilfe durch Freiwillige aus dem weltwärts-Programm

1996 wurde das Freiwilligenprogramm durch die Unterstützung der DIZ in Nagpur eingeführt. Inzwischen ist es nicht nur unter den NGOs in Nagpur, sondern auch in anderen Teilen Indiens populär geworden. Viele junge Deutsche haben durch das Programm die Chance bekommen, einen Freiwilligendienst in Indien zu leisten. Dieser Freiwilligendienst ist eine nachhaltige Erfahrung fürs Leben. Das bestätigen wohl die meisten der ehemaligen Freiwilligen. Hier können sie Völkerverständigung hautnah erleben.

Weitere Informationen über die DIZ erhalten Sie aus folgender 40-seitigen Broschüre, die sich als PDF unter folgendem Link herunterladen lässt: http://diz-ev.de/sites/default/files/download/newsletter/DIZ_aktuell_Nr_73.pdf.

Die Webseite der DIZ finden Sie unter folgendem Link: www.diz-ev.de

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