Indien im Juli

Im Juli ist der Monsun an vielen Orten Indiens am stärksten. Abgesehen von einigen Himalaya-Staaten, für die jetzt Hochsaison ist, erlebt man Indien im Juli vielleicht am besten in Kerala. Dort, aber auch anderswo finden zu dieser Zeit einige farbenfrohe religiöse Feste statt.

Kulinarische Genüsse im Ramadan

Leckeres Essen im Ramadan. Foto: Nicolas Mirguet
Leckere Samsosas im Ramadan. Foto: Nicolas Mirguet

Im muslimischen Monat Ramadan hat man die hervorragende Gelegenheit, sich an frischem, herrlichem Street Food sattzuessen. Das klingt zwar ein bisschen komisch, dass ausgerechnet der Fastenmonat Ramadan ein kulinarisches Highlight sein soll, ist aber so. Muslime fasten in diesem Monat täglich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Am Abend verwandeln sich dann die Straßen in traditionell muslimischen Gegenden in wahre Street Food Festivals und das Aroma von frisch gebratenem Fleisch zieht durch die Gassen. Seinen Höhepunkt erreicht der Fastenmonat (und die Schlemmerei) am Ende mit dem Eid al-Fitr, dem traditionellen Fastenbrechen am letzten Tag des Ramadan.

Datum: 18. Juni bis 18. Juli 2015
Ort: am besten in Mumbai und Delhi

Champakulam Bootsrennen

Schlangenbootrennen in Champakulam. Foto: Jim
Schlangenbootrennen in Champakulam. Foto: Jim

Das Champakulam Boat Race ist eines der ältesten Schlangenbootrennen in Kerala und auch das erste Bootsrennen der Saison. Bevor das eigentliche Rennen stattfindet, gibt es noch eine erstaunliche Prozession aus exotisch geschmückten Flößen und bunt dekorierten Booten sowie kleine Theaterstücke auf dem Wasser.

Datum: 1. Juli 2015
Ort: Fluss Pampa in Champakulam in der Nähe von Alleppey (Kerala)

Amarnath Yatra

Der Shiva Lingam aus Eis im Höhlentempel von Amarnath. Foto: gk tambe
Der Shiva Lingam aus Eis im Höhlentempel von Amarnath. Foto: gk tambe

Im Amarnath Höhlentempel, einem der berühmten und wichtigen Höhlentempel in Indien, wird ein Shiva Lingam aus Eis aufbewahrt. Ein Lingam ist ein Symbol für Gott Shiva und seine schöpferische Kraft in der Form eines Phallus. Die Pilgerfahrt zum Amarnath Tempel gehört zu den härtesten Wallfahrten in Indien. Die Eishöhle liegt auf 3880 Meter Höhe im nordindischen Bundesstaat Jammu & Kashmir und ist nur zu Fuß zu erreichen. Der Weg ist schwierig und je nach Wetterlage auch gefährlich. Doch dort können die Pilger ein sich alljährlich wiederholendes Phänomen bewundern, dass gläubige Hindus für ein Shiva Lingam halten: Jedes Jahr im Juli und August bildet sich in der Höhle von Amarnath ein riesiger Stalagmit aus Eis, der bei Vollmond seine größte Ausdehnung erreicht. Es gibt zwei verschiedene Routen: eine 16 km lange aus Baltal in Ganderbal und der traditionelle 45 km lange Pahalgam Track im Distrikt Anantnag.

Datum: 2. Juli bis 29. August 2015
Ort: am Berg Amarnath, rund 140 km von Srinagar (Kashmir) entfernt.

Dree Festival

Zwei Apatani-Frauen. Foto: Rita Willaert
Zwei Apatani-Frauen. Foto: Rita Willaert

Das Dree Festival ist ein Bauernfestival des Apatani-Stammes. Man schenkt den Göttern, die die Ernte beschützen sollen, geweihte Gaben und betet zu ihnen. Begleitet werden die Gebete von Volksliedern, traditionellen Tänzen und anderen kulturellen Vorführungen. Und ein bisschen hat auch die Moderne mit ihren Vergnügungen Einzug in die Feierlichkeiten gehalten. Der Apatani-Stamm ist im Übrigen durch den besonderen Nasenschmuck der Frauen des Stammes bekannt.

Datum: 4. bis 7. Juli 2015
Ort: Ziro (Arunachal Pradesh)

Splash 2015

screenshot-splash-2015

Splash ist genau das richtige Festival für den Monsun! Seit sieben Jahren gibt es nun diesen Monsun-Karneval in Kerala. Das Fest bietet die ausgezeichnete Gelegenheit, den Distrikt Wayanad im Hinterland Keralas in der Regenzeit kennenzulernen und sich an dem satten Grün der Natur sattzusehen. Das Festival besteht aus drei Tagen voller Aktivitäten, sowohl in der Natur als auch in Räumen. Dazu gehören Rafting-Touren auf dem Fluss, Mountainbike fahren, Schlammfußball oder Krebse fangen. Das Festival bietet auch attraktive Pakete inklusive Übernachtung.

Datum: 10. Bis 12. Juli 2015
Ort: Vythiri Village, Distrikt Wayanad (Kerala)
Weitere Infos: www.wayanadsplash.com

Njangattiri Aanayoottu – Elefanten füttern beim Tempelfest

Gott Ganesha zu Ehren werden die Elefanten gefüttert. Foto: Pete Favelle
Gott Ganesha zu Ehren werden die Elefanten gefüttert. Foto: Pete Favelle

Normalerweise werden die Elefanten bei den Tempelfesten in Kerala überreich geschmückt und als Parade durch den Ort geführt. Bei diesem Fest bleiben sie ungeschmückt. Hier geht es darum, sie nach einem vorgeschriebenen Ritual zu füttern. Die Elefanten werden auf das Tempelgelände geführt und bekommen dann von Menschen, die sie verehren, ein Festmahl aus Zuckerrohrblättern, Kokosnussfleisch, Palmzucker und anderen Produkten der Region. Mit diesem Ritual will man dem Elefantengott Ganesha sanft stimmen, damit er Hindernisse aus dem Weg räumt und Wünsche erfüllt.

Datum: 17. Juli 2015
Ort: Njangattiri Bhagavathi Tempel, Pattambi, Distrikt Plakkad (Kerala)

Rath Yatra

Für die großen Wagen der Prozession werden riesige Räder gebaut. Foto: JnM RTW
Für die großen Wagen der Prozession werden riesige Räder gebaut. Foto: JnM RTW

Dies ist womöglich das wichtige Fest in Indien im Juli. Zwölf Tage lang wird beim Rath Yatra dem Gott Jagannath, einer Reinkarnation von Vishnu und Krishna, sowie seinem älteren Bruder Balabhadra und seiner Schwester Subhadra am Jagannath Tempel in Puri gehuldigt. Diese drei Götterstatuen werden auf riesigen Triumphwagen durch die Stadt gefahren. Dieses Jahr ist das Festival ganz besonders, den die Götterfiguren wurden durch neu geschaffene ersetzt; das ist das letzte Mal vor 19 Jahren passiert.

Datum: 18. bis 30. Juli 2015
Ort: Jagannath Tempel, Puri (Odisha)

Guru Purnima

Vyasa, der Verfasser des Mahabharata; er kommt im Übrigen auch selbst darin vor. Bild: Ramanarayanadatta astri
Vyasa, der Verfasser des Mahabharata; er kommt im Übrigen auch selbst darin vor. Bild: Ramanarayanadatta astri

Jedes Jahr zum Vollmondtag im Hindu-Monat Ashadh (Juni/Juli) wird in Indien ein Fest für spirituelle und akademische Lehrer gefeiert. Ursprünglich wurde der Tag zu Ehren des Weisen Vyasa, der ungefähr 3000 v. Chr. gelebt haben soll und als der Verfasser des große indischen Epos Mahabharata gilt, gefeiert. Doch diese Ehrungen haben sich längst auf alle Lehrer ausgeweitet. Viele Menschen in Indien verbringen den Tag damit das Wissen, das sie sich im vergangenen Jahr angeeignet haben, Revue passieren zu lassen und an die Menschen zu denken, die ihnen bei dieser Wissenserweiterung geholfen haben.

Datum: 31. Juli 2015
Ort: in ganz Indien; besonders sind aber die Feiern z. B. im Sivananda Ashram in Rishikesh (Uttarakhand) und eines der größten Feste findet in Goverdhan bei Mathura (Uttar Pradesh) statt.

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