Dienstag, 22. Mai 2018
Höhlenmalerei Bimbetka, Foto: Madhya Pradesh

Bhimbetka

Bhimbetka

Umgeben von den nördlichen Ausläufern des Vindhyagebirges liegt Bhimbetka in einer Entfernung von 46 km südlich von Bhopal. In diesem steinigen Terrain, das von dichten Wäldern und zerklüfteten Felsen gekennzeichnet ist, wurden vor kurzem mehr als 600 Felsunterschlüpfe aus der Jungsteinzeit entdeckt. Detailliert, lebhaft und panoramaartig stellen hier Malereien in mehr als 500 Höhlen das Leben der prähistorischen Höhlenbewohner dar und machen Bhimbetka zu einer archäologischen Fundgrube und unschätzbaren Chronik der Geschichte der Menschheit.

Angefertigt hauptsächlich in rot und weiß, mit gelegentlichen grünen und gelben Farbnuancen, stellen die Szenen alltägliche Ereignisse aus einer lange vergangenen Zeit dar, vor allem Jagd, Tanz, Musik, Pferde und Elefantenreiter, kämpfende Tiere, das Sammeln von Honig, das Schmücken von Körpern, Verkleidungen, Kostümierungen und Haushaltsszenen.
Einige Höhlen zeigen Tiere wie Bisons, Tiger, Löwen, Wildschweine, Elefanten, Antilopen, Hunde, Eidechsen, Krokodile usw. Volkstümliche religiöse und rituelle Symbole kommen ebenfalls häufig vor.

Die Überlagerung von Malereien zeigt, dass derselbe Untergrund von verschiedenen Künstlern zu verschiedenen Zeiten verwendet wurde. Die Zeichnungen und Malereien können in sieben unterschiedliche Zeitperioden eingeordnet werden.

Periode I – (Jungpaläolithikum)
Hierbei handelt es sich um geradlinige, grüne und dunkelrote Abbildungen von großen Tierfiguren wie Bisons, Tigern und Nashörnern.

Periode II – (Mesolithikum)
Vergleichsweise klein zeigen die stilisierten Figuren geradlinig das Schmücken von Körpern. Außer Tieren sind menschliche Figuren und Jagdszenen zu sehen, die ein klares Bild der gebrauchten Waffen erkennen lassen – Stachelspeere, angespitzte Stecken, Pfeil und Bogen. In rhythmischem Ablauf sind Szenen dargestellt, die Volkstänze, Vögel, Musikinstrumente, Mutter und Kind, schwangere Frauen, Männer, die tote Tiere tragen, Trunk und Beerdigungen zeigen.

Periode III – (Chalkolithikum)
Wie die Malereien auf den Tonwaren der Kupfersteinzeit zeigen diese Zeichnungen, dass die hiesigen Höhlenbewohner dieser Zeit Kontakt mit den landwirtschaftlichen Gemeinschaften der Malwa Ebenen hatten und einen gegenseitigen Austausch der von ihnen benötigten Güter starteten.

Periode IV & V – (Frühgeschichte)
Die Figuren dieser Periode weisen einen schematischen und dekorativen Stil auf und sind hauptsächlich in rot, weiß und gelb gemalt. Dazu werden Reiter, Abbildungen von religiösen Symbolen, Tunika-artige Kleider und die Existenz von Handschriften aus verschiedenen Perioden gezählt. Die religiösen Vorstellungen werden durch Figuren von Yakshas, Baumgöttern und magischen Himmelswagen ausgedrückt.

Periode VI & VII – (Mittelalter)
Diese Malereien sind geometrisch, geradlinig und schematischer, allerdings hat der künstlerische Stil Anzeichen von Entartung und Grobheit.