Donnerstag, 17. August 2017

Kerala

An der Malabarküste liegt Kerala, der südwestlichste Bundesstaat Indiens. Der Staat erstreckt sich über eine Fläche von 38.852 km² und hat 33.406.061 Einwohner. Mit einer Bevölkerungsdichte von 844 Einwohnern pro km² gehört der Staat zu den am dichtest besiedelten Regionen Indiens. Die Hauptstadt Keralas ist Thiruvananthapuram (früher Trivandrum). Die Hauptsprache Malayalam wird von über 95% der Bevölkerung gesprochen und Englisch ist als Wirtschafts- und Bildungssprache weit verbreitet. Daneben wird von einigen Minderheiten Tamil, Tulu und Konkani gesprochen.

Geschichte

Legenden sprechen von Kerala als “Geschenk des arabischen Meeres”. Seine vorteilhafte Lage begünstigte den Handel mit Ägypten, Syrien, Griechenland und China. Die Malayalam Ära, die auch Kollavarsha genannt wird begann 900 nach Chr. Während dieser Zeit voller Unruhen gründete Cheraman Perumal die Chera Dynastie. 1498 kamen die Portugiesen in die Gegend von Calicut und drangen vier Jahre später auch nach Kochi vor. Kerala war zu der Zeit in die Königreiche Malabar, Kochi und Travancore aufgeteilt. Malabar wurde 1792 vom Tipu Sultan den Briten überlassen, während Tranvancore und Kochi Fürstentümer blieben, die den Briten zur Treue verpflichtet waren. 1949 wurden die drei Gebiete zusammengeschlossen. Der Bundesstaat Kerala wurde im Jahr 1956 gegründet und an Indien angegliedert.

Wirtschaft

Die Wirtschaft Keralas basiert hauptsächlich auf Landwirtschaft und Fischfang. Die Hauptanbauprodukte sind Kokosnüsse (45% der Gesamternte Indiens), Reis, Kautschuk, Bethel- & Cashewnüsse, Tee, Kaffee und Kakao. Zudem ist die Region für ihren Reichtum an Gewürzen, vor allem Pfeffer, bekannt. Die meisten Produkte werden weiter verarbeitet oder direkt exportiert.
Der industrielle Sektor ist vergleichsweise schwach ausgeprägt und beschränkt sich im Wesentlichen auf die Weiterverarbeitung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen und die Textilindustrie. Die dort ansässige Textilindustrie bringt überwiegend Baumwollgarne & -stoffe, Strickbekleidung und Wollstoffe hervor. Im Ballungsraum Kochi-Ernakulam haben sich auch andere Industriezweige wie die Chemische- und die IT-Industrie angesiedelt. Der Dienstleistungssektor ist im Gegensatz dazu besser entwickelt. Dieser Bereich erwirtschaftet etwa drei Viertel des Bruttoinlandsproduktes. Vor allem der Tourismus gewinnt immer mehr an Bedeutung. Derzeit liegt sein Beitrag zum BIP bei über 6%.

Städte und Sehenswürdigkeiten

Tourismus

Kerala hat sich zu einer der beliebtesten Tourismusregionen Indiens entwickelt. So wurde der Bundesstaat 2003 von 5,9 Mio. indischen und 295.000 ausländischen Gästen besucht. Der offizielle Tourismus Slogan Keralas lautet: “God’s Own Country”.
Das warme tropische Klima, die kilometerlangen Sandstrände, die Backwaters & Wasserfälle und die Naturschutzgebiete mit ihrem großen Wildbestand ziehen Touristen aus aller Welt an.
Zudem bietet Kerala eine bunte Mischung verschiedener Kulturen, was man besonders in der alten Hafenstadt Kochi feststellen kann. Als einer der Höhepunkte keralischer Architektur gilt der Padmanabhapuram-Palast nahe Thiruvananthapuram, der eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Region ist. Weiterhin kommt Kathakali, eine populäre Form des Tanzdramas, aus Kerala und ist von großem kulturellem Interesse.

Klima & Geographie

Kerala ist ein fruchtbarer Küstenstreifen am westlichen Steilabfall der Ghats. Der Bundesstaat hat hochgelegene und ausgedehnte Waldgebiete, große Naturschutzgebiete mit reichem Wildtierbestand und beliebte Badestrände zu bieten. Auch findet man in Kerala, das reich an Flüssen ist, die sogenannten Backwaters, bei denen es sich um palmenbesäumte Kanäle im Küstenbereich handelt.
Das Klima dieses Bundesstaates ist tropisch und unterliegt nur geringen Temperaturschwankungen. Der Südwestmonsun setzt in der Regel Anfang Juni ein und bringt bis Oktober ergiebige Regenfälle. Nahezu die gesamte jährliche Niederschlagsmenge, die im Tiefland 1.250 mm und im Gebirge 5.000 mm beträgt, fällt während dieser Zeit. Von Oktober bis November regnet es zwar nicht, dennoch herrscht das ganze Jahr über eine hohe Luftfeuchtigkeit.

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