Hier ein Projekt von we care: eine Schule für Adivasi und Kinder indischer Bauern. © Foto: we care

„We care“ sucht Partner für Advasi-Hilfsprojekt in Indien

Die Schweizer Kinderhilfsorganisation we care möchte für die Kinder des Dorfes Keothkalisa im Distrikt Medinapur im indischen Bundesstaat Westbengalen ein Free Tutorial Home und Health Care Center aufbauen und sucht für dieses Vorhaben zurzeit noch Partner, d. h. Firmen oder Privatpersonen, zur Finanzierung des Projekts. Es ist nicht das erste derartige Projekt von we care. We care hat bereits ein ähnliches Projekt im Nachbardorf Takasol implementiert. Beide Dörfer liegen in der Nähe einer großen staatlichen Schule mit ca. 1500 Kindern. Dort betreibt we care eine Schulbibliothek und ein Computercenter. Der Projektleiter für das neue Projekt wird auch die Führung des Projekts in Keothkalisa übernehmen.

Ziel des Projekts

Im Rahmen des Projekts sollen die Kinder der Adivasi (indigene Stammesvölker), aber auch die Kinder der ansässigen Bauern gefördert werden. Hierzu stellt das Dorf eigene Räume zur Verfügung, in denen die Kinder, vor allem die Mädchen, die sonst hinsichtlich Bildung eher vernachlässigt werden, zur Vertiefung des Schulstoffes morgens und abends Stützunterricht erhalten. Ohne einen solchen Stützunterricht ist es in Indien nahezu unmöglich eine über die Grundschule hinausgehende Schulbildung zu erlangen. Die Kinder erhalten dort auch etwas zu essen – eine zusätzliche Motivation für deren Eltern, sie zur Schule zu schicken. Einmal im Monat soll es einen Kontrollbesuch eines Arztes geben. Außerdem sind Impfkampagnen und Aufklärungskampagne zu Hygienemaßnahmen geplant. Zudem wird in dem Projekt versucht werden, bei den indischen Bauern mehr Verständnis für die Adivasi zu schaffen, damit diese besser in die indische Gesellschaft integriert werden können.

Allgemeine Informationen zur Region und den Lebensbedingungen der Menschen dort

Das Dorf Keothkalisa liegt in einer ländlichen Gegend rund 200 km südlich von Kolkata und zählt ca. 3500 Einwohner, davon ca. 500 Adivasi vom Stamm der Santal. Die Dorfbewohner, Kleinbauern mit sehr niedrigem Einkommen, leben von der Landwirtschaft (hauptsächlich Reisanbau, wenig Viehzucht). Die meisten sind Analphabeten. Die Adivasi arbeiten meist als Taglöhner auf den Feldern der indischen Reisbauern; viele sind jedoch ohne Arbeit.

Der Distrikt Medinapur gehört zu den rückständigsten Gebieten in Westbengalen und die Zahl der Analphabeten ist sehr hoch. Wie in ganz Indien ist das staatliche Schulsystem nicht besonders gut, die Lehrer ungenügend ausgebildet, schlecht bezahlt und wenig motiviert, in ländlichen Gebieten zu unterrichten. Die Kinder der Adivasi sind besonders unterprivilegiert. Sie stehen auf der untersten Stufen des bis heute de facto nicht überwundenen Kastensystems. Meist besuchen sie keine Schule, entweder weil man ihnen den Zugang ganz einfach verweigert oder weil sie von den Kindern der Bauern ausgelacht und gehänselt werden.

Auch diese Adivasi-Kinder dürfen nun in die Schule. © Foto: we care
Auch diese Adivasi-Kinder dürfen nun in die Schule. © Foto: we care

Über we care

Initiatorin von we care ist Ines Schibli, die sich nach 20 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit für Terre des hommes Kinderhilfe entschloss, ein eigenes kleines Hilfswerk zu gründen. Bei Terre des hommes war sie Mitglied des „Indian Office“, das zahlreiche Projekte in Indien mit einem Jahresbudget von rund 3 Mio. Franken verwaltete. 2002 wurde we care gegründet. Sie kümmern sich vor allem um die Förderung von Kindern oder medizinische Betreuung Hilfsbedürftiger.

Weitere Informationen

Wenn Sie mehr zu dem neuen Projekt erfahren möchten, wenden Sie sich bitte an die Geschäftsführerin von we care in Zürich:

Ines Schibli
Tel.: 0044 422 36 02
E-Mail: info@we-care.ch
www.we-care.ch

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