Swami Vivekananda im Jahr 1893
Swami Vivekananda im Jahr 1893

Swami Vivekanandas 150. Geburtstag

Heute, am 12.  Januar 2013, beginnen in Indien die Feiern zum 150. Geburtstag von Swami Vivekananda. Im Auditorium des Rashtrapati Bhawan eröffnete Präsident Pranab Mukherjee in Anwesenheit von der Vorsitzenden der Kongresspartei, Sonia Gandhi, und Verteidigungsminister A. K. Antony sowie Finanzminister P. Chidambaram und weiteren Ministern und hochgestellten Persönlichkeiten feierlich das Festtagsprogramm zu Ehren des indischen Mönchs und Gelehrten.

Vivekananda, der Sohn eines Rechtsanwalts aus Kolkata, sprach 1893 in Chicago (Illinois) als erster Hindu vor dem Weltparlament der Religionen, ein Zusammentreffen von Vertretern aller großen Religionen mit dem Ziel eines friedlichen Dialogs. Vivekananda war damals die unumstrittene Hauptperson dieses Initialtreffens des Weltparlaments der Religionen. Es sollte 100 Jahre dauern, bis es 1993 in Chicago wieder ein solches Treffen gab. Über 4.000 Menschen nahmen an dieser Eröffnungszeremonie teil.

Am 12. Januar 1863 wurde Swami Vivekananda unter dem bürgerlichen Namen Narendranath Datta in Kolkata geboren. Im Alter von 18 Jahren besuchte er den Mystiker Ramakrishna im Kali-Tempel Dakshineshwar zum ersten Mal. Der an englischen Schulen erzogene und zum Atheismus neigende Narendra blieb Ramakrishna gegenüber jedoch zunächst skeptisch. Ramakrishna gab ihm ganz persönliche Unterweisung und nach und nach überwand Narendra seine inneren Widerstände und wurde zum Lieblingsschüler. Ramakrishnas. Nach dem Tod seines Meisters 1886 ging Vivekananda auf religiöse Pilgerreise durch Indien, u. a. nach Varanasi, Ayodha, Mysore und Chennai.

1893 hielt er sich in den USA auf und wurde als ungeladener Gast auf dem Weltparlament der Religionen bei der World’s Columbian Exposition in Chicago nach einem viel umjubelten Auftritt als strahlender Vertreter indischer Religiosität einem breiten Publikum im Westen bekannt. Seine letzte Rede auf dem Kongress schloss mit folgenden Worten:

„Wenn das Parlament der Religionen der Welt etwas gezeigt hat, dann ist es Folgendes: Es hat der Welt bewiesen, dass Heiligkeit, Reinheit und Mildtätigkeit nicht ausschließliche Besitztümer irgendeiner Kirche in der Welt sind und dass jedes System Männer und Frauen von erhabenstem Charakter erzeugt hat. Angesichts dieser Tatsachen bemitleide ich von ganzem Herzen denjenigen, der vom ausschließlichen Überleben seiner eigenen Religion träumt und von der Zerstörung der anderen; und ich zeige ihm, dass auf dem Banner jeder Religion trotz Widerstandes bald geschrieben stehen wird: »Hilfe und nicht Kampf«, »Gegenseitiges Durchdringen und nicht Zerstörung«, »Harmonie und Frieden und nicht Widerspruch«.“

Mögen seine Worte von damals auch heute noch auf fruchtbaren Boden fallen.

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