Feste in Indien

Geschmückte Elefanten bei einem der Tempelfeste in Kerala. Foto: Dhyangji

Es vergeht kein Tag in Indien, an dem nicht irgendwo im Land ein Fest oder Festival stattfindet. Die meisten dieser Feste sind religiöser Natur.

Es vergeht kein Tag in Indien, an dem nicht irgendwo im Land ein Fest oder Festival stattfindet. Die meisten dieser Feste sind religiöser Natur. Dies ist den vielen Religionen, die es in Indien gibt, geschuldet. Im Hinduismus gibt es viele Götter, denen gehuldigt wird. Aber im auch Islam, Buddhismus, Sikhismus, Jainismus oder im Christentum gibt es viele religiöse Feste. Im Hinduismus und Buddhismus gehören zu diesen Feiertagen sogenannte Pujas. Das sind religiöse Rituale, mit denen man einer Gottheit huldigt.

Kulturelle Festivals

Neben den religiös motivierten Festen gibt es in Indien auch eine ganze Reihe sportlicher, musikalischer oder sonstiger kultureller Festivals. Stämme präsentieren z. B. beim Hornbill Festival in Nagaland ihre Kultur, Bauern kämpfen bei der sogenannten Bauernolympiade Kila Raipur in Punjab in skurrilen Wettkämpfen um Ruhm und Ehre, Ruderer wetteifern um das schnellste Boot bei den großen Schlangenbootrennen in Kerala. Indische Festivals sind farbenfrohe Spektakel, die einen tiefen Eindruck bei ihren Besuchern hinterlassen.

Religiöse Feste

Es sind insbesondere die religiösen Feste mit ihrer uralten Tradition, die zu den schönsten Erlebnissen einer Indienreise gehören. Die Daten dieser Feste werden nach dem Mondkalender geregelt, „wandern" also im Verlauf eines Jahres. Eigentlich gibt es keinen Tag, an dem nicht irgendwo in Indien ein kleineres oder größeres Fest gefeiert wird. Für die Besucher aus Europa sind vor allem die großen religiösen Feste bleibende Erlebnisse.

Hochzeiten wie aus 1001 Nacht!

Hochzeiten in Indien sind festliche Anlässe in Indien und werden in den meisten Fällen mit umfangreicher Dekoration, Farbe, Musik, Tanz, Kostümen und Ritualen gefeiert, die von der Gemeinschaft, der Region und der Religion der Braut und des Bräutigams sowie deren Vorlieben abhängen. Sie variieren je nach Region, Religion, Gemeinschaft und persönlichen Vorlieben der Braut und des Bräutigams.

Wer in der Wedding Season in Indien unterwegs ist, sieht garantiert mindestens einmal einen Hochzeitszug mit Frauen in prächtigen Saris, üppigem Goldschmuck und mit Festtags-Makeup, einen Bräutigam, der einem Maharadscha gleich auf dem Pferd, begleitet von einer Kohorte aus Musikern, durch die Straßen zieht, und viele überreich mit Blumengirlanden geschmückte Orte für die Hochzeitsfeiern.

Die wichtigsten Feste im Jahresüberblick

Pongal / Makar Sankranti (Januar)

Das Erntedankfest wird vor allem in Südindien als Pongal und in Nordindien als Makar Sankranti gefeiert. In Tamil Nadu kocht man süßen Milchreis, der überkochen soll – ein Zeichen des Überflusses. In Gujarat lässt man bunte Drachen steigen.

Republic Day (26. Januar)

Der Nationalfeiertag erinnert an das Inkrafttreten der indischen Verfassung 1950. In New Delhi findet eine große Militärparade auf dem Rajpath (heute Kartavya Path) statt, mit Festwagen der Bundesstaaten und Vorführungen der Streitkräfte.

Holi (Februar/März)

Das Fest der Farben ist eines der bekanntesten indischen Feste weltweit. Menschen bewerfen sich gegenseitig mit buntem Pulver (Gulal) und Wasser. Holi markiert den Sieg des Guten über das Böse und den Beginn des Frühlings. Besonders intensiv wird es in Mathura und Vrindavan gefeiert, den Orten, die mit Krishna verbunden sind.

Baisakhi (April)

Das Erntedankfest im Punjab markiert gleichzeitig das Sikh-Neujahr und die Gründung der Khalsa-Bruderschaft durch Guru Gobind Singh 1699. In den Gurdwaras finden besondere Gebete statt, auf den Feldern wird getanzt.

Rath Yatra (Juni/Juli)

Das große Wagenfest in Puri (Odisha) zu Ehren von Lord Jagannath. Riesige, bunt geschmückte Tempelwagen werden von Tausenden Pilgern durch die Straßen gezogen. Das englische Wort „Juggernaut" leitet sich von diesem Fest ab.

Independence Day (15. August)

Der Unabhängigkeitstag erinnert an die Befreiung von der britischen Kolonialherrschaft 1947. Der Premierminister hisst die Nationalflagge am Red Fort in New Delhi und hält eine Ansprache an die Nation.

Ganesh Chaturthi (August/September)

Zu Ehren des elefantenköpfigen Gottes Ganesha werden überall im Land – besonders in Mumbai und Pune – aufwendig gestaltete Ganesha-Statuen aufgestellt, zehn Tage lang verehrt und dann in feierlichen Prozessionen im Meer oder in Flüssen versenkt.

Onam (August/September)

Das Erntedankfest in Kerala wird zehn Tage lang gefeiert mit Blumenteppichen (Pookalam), Schlangenbootrennen, traditionellen Tänzen und dem üppigen Festmahl Onasadya mit über 20 Gerichten auf einem Bananenblatt.

Navratri / Durga Puja / Dussehra (September/Oktober)

Ein neuntägiges Fest zu Ehren der Göttin Durga. In Kolkata werden prächtige Pandals (temporäre Schreine) mit kunstvollen Durga-Statuen errichtet. In Gujarat wird der Garba-Tanz aufgeführt. Am zehnten Tag, Dussehra (auch Vijayadashami), werden riesige Bildnisse des Dämonenkönigs Ravana verbrannt – als Symbol für den Sieg des Guten über das Böse.

Diwali (Oktober/November)

Das Lichterfest ist Indiens wichtigstes und beliebtestes Fest. Millionen Öllampen und Kerzen werden entzündet, Häuser geschmückt, Feuerwerk gezündet und Süßigkeiten verschenkt. Diwali feiert die Rückkehr von Rama nach Ayodhya und den Sieg des Lichts über die Dunkelheit. Für viele Geschäftsleute beginnt mit Diwali das neue Geschäftsjahr.

Eid ul-Fitr und Eid ul-Adha

Die beiden wichtigsten islamischen Feste. Eid ul-Fitr markiert das Ende des Fastenmonats Ramadan mit Gebeten, Festessen und dem Austausch von Geschenken. Eid ul-Adha (Opferfest) erinnert an Ibrahims Bereitschaft zur Opferung und wird mit Gebeten und dem Teilen von Fleisch gefeiert.

Weihnachten (25. Dezember)

In Goa, Kerala und den nordöstlichen Bundesstaaten wird Weihnachten festlich begangen. Die Kirchen in Velha Goa und die Basilika von Bom Jesus sind Zentren der Feierlichkeiten. In Kerala schmückt man statt Tannen Mangobäume mit Lichtern.

Die Daten der hinduistischen und islamischen Feste richten sich nach dem Mond- bzw. islamischen Kalender und verschieben sich daher jährlich. Aktuelle Termine sollten vor der Reiseplanung geprüft werden. Einen ausführlichen Festkalender mit regionalen Festen finden Sie hier.