Indien auf der Bühne der Weltliteratur

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Die indische Literatur gehört zu eine der ältesten der Welt. Die Sanskrit-Dichtung hat ihre Wurzeln bereits im 1. Jahrtausend v. Christus.

Die indische Literatur gehört zu eine der ältesten der Welt. Die Sanskrit-Dichtung hat ihre Wurzeln bereits im 1. Jahrtausend v. Christus. Doch auch die moderne indische Literatur leistet einen großen Beitrag zur Weltliteratur. Man denke dabei nur an Autoren wie Salman Rushdie, Amitav Ghosh, Vikram Seth oder Arundhati Roy.

Ein Spiegel der Seele Indiens

Bücher indischer Autoren zeichnen sich durch einen Reichtum an literarischer Kreativität aus. Sie erzählen von Mythen und Traditionen, Bräuchen und Riten, Hoffnungen und Glauben. Wer Indien erleben will, findet seine zahllosen Facetten in seinen Büchern: Romane, die durch Kraft, Leben und Farbigkeit brillieren und die Vielfalt von Alltag und Geist des großen, indischen Subkontinents mit seinen rund 1,46 Milliarden Einwohnern widerspiegeln.

Der Nobelpreisträger Rabindranath Tagore

Einer der wohl berühmtesten Autoren Indiens ist Rabindranath Tagore, der 1913 für sein Werk „Gitanjali" – als erster Nicht-Europäer überhaupt – den Nobelpreis für Literatur erhielt. „Gitanjali" ist eine Sammlung von mehr als einhundert bengalischen Gedichten, die 1910 erstmals veröffentlicht wurden und zwei Jahre später auf Englisch erschienen. Tagore wurde 1861 in Kalkutta geboren und gehört zu den großen Intellektuellen: Er war Poet, Philosoph und Maler, Komponist und Musiker. 1941 starb er in seiner Heimatstadt.

Auf der Suche nach einer eigenen Identität

Die zeitgenössische indische Literatur wird inspiriert durch die Freiheitsbewegung Gandhis, aber auch durch die Magie der Natur und Kultur. Ihre Werke setzten sich mit dem gesellschaftlichen Wechselspiel zwischen Wohlstand und Armut, Pracht und Elend, Frauen und Männern, Dunkelheit und Helligkeit auseinander. Sie alle sind Zeugnisse der Geschichte Indiens, die sich immer auch in Auseinandersetzung von Unabhängigkeitsbewegung und nationalistischem Bewusstsein befindet. Aus den Sichtweisen, Gedanken und Gefühlen in ihren Büchern haben die Autoren einen eigenen, unverwechselbaren indischen Stil geschaffen.

Klassische indische Literatur

Die ältesten literarischen Werke Indiens sind die Veden, die zwischen 1500 und 500 v. Chr. entstanden. Sie bilden die Grundlage des Hinduismus und gehören zu den ältesten religiösen Texten der Menschheit. Die beiden großen Epen Mahabharata und Ramayana (ca. 400 v. Chr. bis 400 n. Chr.) zählen zu den umfangreichsten Dichtungen der Weltliteratur. Das Mahabharata enthält mit der Bhagavad Gita eines der bedeutendsten philosophischen Werke Indiens.

Weitere Meilensteine der klassischen Literatur sind die Fabeln des Panchatantra (ca. 3. Jh. v. Chr.), die über persische und arabische Übersetzungen bis nach Europa gelangten, sowie die Dramen des Dichters Kalidasa (ca. 4.–5. Jh. n. Chr.), dessen Werk „Shakuntala" auch Goethe beeindruckte.

Bedeutende moderne Autoren

Die moderne indische Literatur schreibt in vielen Sprachen – Hindi, Bengali, Tamil, Malayalam, Urdu und Englisch – und hat eine Reihe international gefeierter Autoren hervorgebracht:

  • Rabindranath Tagore (1861–1941) – Nobelpreis 1913 für „Gitanjali", Dichter, Philosoph, Komponist der indischen Nationalhymne
  • R. K. Narayan (1906–2001) – Schöpfer der fiktiven Stadt Malgudi, Meister der erzählerischen Einfachheit
  • Salman Rushdie (*1947) – „Mitternachtskinder" (Booker Prize 1981), magischer Realismus
  • Arundhati Roy (*1961) – „Der Gott der kleinen Dinge" (Booker Prize 1997)
  • Amitav Ghosh (*1956) – Ibis-Trilogie über den Opiumhandel zwischen Indien und China
  • Vikram Seth (*1952) – „Eine gute Partie", eines der längsten Bücher in englischer Sprache
  • Jhumpa Lahiri (*1967) – Pulitzer-Preis 2000 für „Interpreter of Maladies"
  • Kiran Desai (*1971) – Booker Prize 2006 für „The Inheritance of Loss"
  • Arvind Adiga (*1974) – Booker Prize 2008 für „Der weiße Tiger"
  • Chetan Bhagat (*1974) – Populäre Romane, die oft als Bollywood-Filme verfilmt werden

Buchtipps für Indien-Reisende

Wer sich auf eine Reise nach Indien vorbereiten möchte, findet in der Literatur wertvolle Begleiter:

  • „Shantaram" von Gregory David Roberts – Roman über das Leben in Mumbai
  • „Stadt der Freude" von Dominique Lapierre – Über das Leben in den Slums von Kolkata
  • „Das Gleichgewicht der Welt" von Rohinton Mistry – Panorama des indischen Lebens in den 1970er Jahren
  • „Indien: Eine Verwundete Zivilisation" von V. S. Naipaul – Kritische Reisereportage
  • „Heiliges Spiel" von Vikram Chandra – Bombay-Epos zwischen Kriminalität und Spiritualität