Aditya Kripalani eröffnet das New Generations Filmfestival 2026 in Frankfurt
Zwölf aktuelle Höhepunkte aus dem südasiatischen Independent-Kino, darunter mehrere Deutschlandpremieren, laufen von Freitag, 30. Oktober, bis Sonntag, 1. November 2026, beim 18. New Generations – Independent Indian Filmfestival im Arthouse-Kino Harmonie, Dreieichstraße 54, 60594 Frankfurt. Internationale Gäste begleiten die Vorführungen, wie Festivalleiterin Petra Klaus mitteilt.
Den Auftakt macht ein Film, der zugleich in Frankfurt und Mumbai spielt. Zur Eröffnung stellen Regisseur Aditya Kripalani und Produzentin Sweta Chhabria „I’m Not An Actor“ vor, im Original „Main Actor Nahin Hoon“. Darin lernt Mouni, eine frustrierte Schauspielerin in Mumbai, bei einem Online-Casting den depressiven Banker Adnan Baig kennen, der in Frankfurt im Ruhestand lebt. Einen Tag lang lotst sie ihn per Videoanruf durch die Grundlagen der Schauspielkunst und auf ungewohnten Wegen durch Frankfurt, während sie sich selbst durch Mumbai bewegt. Nawazuddin Siddiqui und Chitrangada Satarupa spielen die Hauptrollen. Nach Angaben des Festivals ist es der erste indische Film, der 28 Tage lang live und parallel in Indien und Deutschland gedreht wurde.


Am Samstag, 31. Oktober 2026, läuft als Frankfurter Vorpremiere „Identitti“ nach dem gleichnamigen Bestseller von Mithu Sanyal aus dem Jahr 2021, die Autorin kommt zur Vorführung. Die Studentin Nivedita, als Podcasterin unter dem Namen „Identitti“ bekannt, deckt darin auf, dass die gefeierte Professorin Saraswati, die sich als „Person of Colour“ ausgibt, in Wahrheit weiß ist. Auf der Suche nach den Motiven begegnet Nivedita ihrem Alter Ego Kaali und muss bald auch die eigene Identität hinterfragen. Als Kaali gibt Sabrina Setlur, nach Darstellung des Festivals Deutschlands erster weiblicher Rap-Star, unter der Regie von Randa Chahoud ihr Leinwanddebüt. Sie ist zur Vorführung angefragt.

Eine Arbeit, die in Deutschland nach Einschätzung des Festivals kaum jemand kennt, holt am Sonntag, 1. November 2026, „Humans in the Loop“ auf die Leinwand. Regisseur Aranya Sahay folgt darin der Adivasi-Frau Nehma, die nach Angaben des Festivals exemplarisch für fast 100.000 indische Frauen steht, die künstliche Intelligenz trainieren, indem sie Daten kennzeichnen. Adivasi ist die Sammelbezeichnung für die indigenen Gemeinschaften Indiens. Nach ihrer Scheidung kehrt Nehma mit ihren beiden Kindern in ihr Heimatdorf im ostindischen Bundesstaat Jharkhand zurück und findet Arbeit in einem Zentrum für Datenkennzeichnung. Je tiefer sie eintaucht, desto deutlicher erkennt sie die menschlichen Vorurteile, die in KI-Systemen stecken. Sahay widmet sein ruhiges Drama den Frauen in Jharkhand, die diese Arbeit unsichtbar verrichten.

Außerdem suchen im Dokumentarfilm „Marriage Cops“ zerstrittene Ehepaare Rat bei Polizistinnen in einer nordindischen Kleinstadt, und in „Shape of Momo“ von Tribeny Rai kehrt die junge Bishnu aus Delhi in ihr Dorf im Himalaya-Bundesstaat Sikkim zurück, wo sie mit den Erwartungen ihrer Familie in Konflikt gerät. Dazu kommen sechs Kurzfilme im Programm „Short Film Wallah“, verbunden mit einer Preisverleihung.

Gefördert wird das Festival von der Hessenfilm und Medien GmbH, dem Kulturamt der Stadt Frankfurt und Amka. Karten gibt es in Kürze unter newgenerations.de und newgenerations.ticket.io.

Veranstaltungen
New Generations – Independent Indian Filmfestival 2026 in Frankfurt