Jammu und Kashmir liegt im nördlichsten Teil Indiens und grenzt an Pakistan sowie an das Unionsterritorium Ladakh.
Region: Nordindien | Hauptstadt: Srinagar (Sommer) / Jammu (Winter)
Jammu und Kashmir ist seit dem 31. Oktober 2019 ein Unionsterritorium mit eigener Legislativversammlung – zuvor war es ein Bundesstaat, von dem gleichzeitig Ladakh als separates Unionsterritorium abgetrennt wurde. Das Territorium liegt im nördlichsten Teil Indiens, grenzt an Pakistan sowie an Ladakh und umfasst zwei kulturell unterschiedliche Regionen: das muslimisch geprägte Kashmir-Tal im Norden und die hinduistisch geprägte Jammu-Region im Süden. Mit seinen schneebedeckten Bergen, grünen Tälern und dem berühmten Dal-See gilt Kashmir seit Jahrhunderten als „Paradies auf Erden".
Tourismus
Kashmir galt einst als das beliebteste Reiseziel für Hochzeitsreisen in Indien, und trotz politischer Spannungen zieht die Region Besucher mit ihrer atemberaubenden natürlichen Schönheit an. Das Herzstück ist der Dal-See in Srinagar, auf dem man in traditionellen Hausbooten übernachten, in Shikaras über schwimmende Gärten gleiten und das geschäftige Treiben des schwimmenden Marktes erleben kann. Die drei Mughal-Gärten – Shalimar Bagh, Nishat Bagh und Chashme Shahi – zählen zu den schönsten Gartenanlagen des indischen Subkontinents.
Gulmarg lockt Wintersportler mit der höchsten Seilbahn der Welt und einem ausgezeichneten Skigebiet, während Pahalgam als Ausgangspunkt für die Amarnath-Pilgerfahrt und das malerische Betaab Valley dient. Sonmarg, die „Wiese des Goldes", öffnet das Tor zum Zoji La Pass und zu den Gletschern des östlichen Kashmir. In der Jammu-Region zieht der Vaishno-Devi-Schrein jährlich Millionen Pilger an – er zählt zu den meistbesuchten Hindu-Heiligtümern Indiens.
Im April verwandelt Asiens größter Tulpengarten in Srinagar das Kashmir-Tal in ein Farbenmeer, und beim Shikara Festival messen sich Bootsfahrer auf dem Dal-See.
Geschichte
Bis 1947 war Jammu und Kashmir ein Fürstenstaat unter der Herrschaft des Hindu-Maharaja Hari Singh. Bei der indischen Unabhängigkeit entschied sich Singh für den Beitritt zu Indien, was zu Konflikten zwischen Indien und Pakistan führte – darunter die Kriege von 1947–1949 und 1965 sowie der Kargil-Konflikt 1999. Am 31. Oktober 2019 wurde der ehemalige Bundesstaat in zwei Unionsterritorien aufgeteilt: Jammu und Kashmir (mit Legislativversammlung) und Ladakh (ohne Legislativversammlung).
Klima & Geographie
Die Landschaft umfasst Berge, Flüsse und dichte Wälder. Das Kashmir-Tal liegt eingebettet zwischen dem Pir-Panjal-Gebirge und dem Großen Himalaya, während die Jammu-Region die Shivalik-Hügel und fruchtbares Flachland umfasst. Im Sommer (April–Juni) herrschen angenehme 15–30 °C im Tal, der Monsun (Juli–September) bringt besonders in Jammu kräftige Regenfälle. Der Herbst (Oktober–November) gilt mit klarer Sicht als beste Reisezeit, und im Winter (Dezember–März) fällt in den höheren Lagen reichlich Schnee.
Wirtschaft
Die Wirtschaft stützt sich auf Landwirtschaft, Kunsthandwerk und Tourismus. Die Region exportiert Äpfel und Walnüsse in großem Umfang, und traditionelles Kunsthandwerk – Pappmaché, Holzschnitzereien, Textilien und Stickereien – ist ein bedeutender Wirtschaftszweig. Die Teppichindustrie erwirtschaftet beträchtliche Deviseneinnahmen, und Kaschmirwolle sowie Safran aus dem Kashmir-Tal sind weltweit begehrt.
Städte
- Srinagar - Sommerhauptstadt, Dal-See, Mughal-Gärten
- Jammu - Winterhauptstadt, Vaishno Devi
- Gulmarg - Skiresort
- Pahalgam - Bergstation, Amarnath-Tor
- Anantnag - Historische Stadt
In der Nähe
- Ladakh - Separates Unionsterritorium seit 2019
- Leh - Tor zum Himalaya
- Amritsar - Goldener Tempel (270 km von Jammu)
- Dharamshala - Sitz des Dalai Lama (200 km von Jammu)
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