Fatehpur Sikri ist eine ehemalige Mogul-Hauptstadt, 40 km südwestlich von Agra. UNESCO-Welterbe – Besucherinfos und Tipps.
Fatehpur Sikri
Fatehpur Sikri ist eine Stadt im Bundesstaat Uttar Pradesh. Die ehemalige Hauptstadt des Mogulreiches liegt knapp 40 Kilometer südwestlich von Agra. Die Baudenkmäler der Stadt stehen seit 1986 als UNESCO-Weltkulturerbe unter Schutz.
Das heute als „Tote Stadt“ bezeichnete Fatehpur Sikri war von 1571 bis 1585 die Residenz des Kaisers Akbar. Bei der Volkszählung 2011 lebten in der Stadt 32.905 Menschen. Ihre Bedeutung verdankt sie dem muslimischen Sufi-Heiligen Salim Chishti, der sich gegen Mitte des 16. Jahrhunderts hierhin zurückzog, um zu meditieren. Kaiser Akbar besuchte den heiligen Mann und erbat dessen Segen sowie die Geburt eines Sohnes. Als die hinduistische Gemahlin Akbars 1569 einen Thronfolger zur Welt brachte, gab der Kaiser ihm den Namen des Heiligen, ließ den Palast Rang Mahal erbauen und verlegte seinen Regierungssitz nach Fatehpur Sikri. Schon 1585 verließ Akbar die Stadt wegen eines Feldzugs im Punjab wieder. Als Grund dafür, dass sie danach verödete, wird meist der Wassermangel genannt.
Die Stadt wurde um einen Sandsteinfelsen herum erbaut, und ihre Gestaltung offenbart den bewussten Versuch, durch die Anordnung von Gebäuden und unbebauten Plätzen großzügige räumliche Effekte zu erzielen. Anders als andere bedeutende Mogulstädte hat Fatehpur Sikri einen Hauch von Ungezwungenheit und Improvisation.
Sehenswürdigkeiten
Diwan-i-Am Der Diwan-i-Am ist ein Vorhof des Palastes und liegt unweit des Agra-Tores, durch das man die Stadt betritt. Der 111 Meter lange rechteckige Vorhof ist von einer Terrasse umgeben. An seiner Westseite liegt der Königsbalkon, dahinter befinden sich Räume, von denen aus die Haremsdamen den Vorhof durch vergitterte Fenster beobachten konnten. Auf der rechten Seite ist ein Steinblock zu sehen, an dem der Überlieferung nach ein Elefant angeseilt wurde, um zum Tode Verurteilte zu zertreten.
Diwan-i-Khas Der Diwan-i-Khas ist die private Audienzhalle des Palastes. In ihrem Inneren befindet sich eine reich geschmückte Säule, die sich nach oben hin baumkronenartig entfaltet. Von der Säulenspitze zweigen vier Galerien ab, die die Säule mit den Ecken der Halle verbinden. Der Platz in der Mitte war für den Kaiser bestimmt. Der Überlieferung nach verbrachte Akbar hier viele Stunden in Gesprächen mit Christen, Hindus, Jainas und Buddhisten, und in den vier Ecken der Halle saßen die vier Minister.
Rumi Sultana Rumi Sultana ist das Haus der türkischen Sultanin, das sich innerhalb der Palastmauern befindet. Der einzige noch erhaltene Raum ist reich geschmückt. Wände und Decke des etwa fünf mal fünf Meter großen Raumes sind mit bildhauerischen Arbeiten von außerordentlicher Schönheit ausgestattet. Sie zeigen reliefartige Muster mit Reben, Granatäpfeln, Palmen und Tieren.
Panch Mahal Das Panch Mahal ist ein fünfstöckiger Pavillon innerhalb der Palastmauern, der von insgesamt 176 Säulen getragen wird. Von dort aus beobachteten die Frauen des Kaisers das rege Treiben im Palasthof. Jedes Stockwerk ist etwas kleiner als das vorhergehende, sodass der Eindruck einer Pyramide entsteht.
Buland Darwaza Im Süden der Stadt befindet sich das rund 54 Meter hohe Siegestor, das als eines der höchsten Tore der Welt gilt. Kaiser Akbar ließ es zum Andenken an einen siegreichen Feldzug errichten. Ein großer Treppenaufgang führt zu dem Tor, dessen Pforten mit Hufeisen bedeckt sind. Der Überlieferung nach brachten Pferdebesitzer sie als Zeichen des Dankes an, weil ihre Tiere durch den Segen des Heiligen Salim Chishti geheilt worden waren. Vom Portal aus bietet sich Besuchern ein schöner Ausblick auf die gesamte Stadt.
Jami Masjid Südwestlich des Palastes steht die 1571/72 vollendete Jami Masjid, auch Dargah-Moschee genannt. Sie gehört zu den größten Moscheen Indiens. Der Innenhof kann über zwei Tore betreten werden, das Königstor und das Buland Darwaza. Im Inneren liegt das Grab von Salim Chishti, einem Sufi-Heiligen des Chishti-Ordens. Das relativ kleine, aber einzigartige Mausoleum bildet den Mittelpunkt des Bauwerks. Es wurde aus rotem Sandstein erbaut und erst später auf kunstvolle Weise mit Marmor überzogen.
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