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Mumbai Geschichte

Freedom Trail: Wichtige Orte auf Indiens Weg in die Unabhängigkeit

editor • 30.07.2021 • 8 Min.
Gandhi Smriti. New Delhi
INDIENaktuell
Gandhi Smriti. New Delhi
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Freedom Trail: Wichtige Orte auf Indiens Weg in die Unabhängigkeit

|

Auf Indiens Weg in die Unabhängigkeit spielen einige historische Orte im Land eine wichtige Rolle. Diese Paläste, Gefängnisse und Parks sind glücklicherweise noch gut erhalten und sind inzwischen Sehenswürdigkeiten auf Indiens Freedom Trail.

Cellular Jail, Andamanen

Vor der Unabhängigkeit Indiens dienten die abgelegenen Inseln der Andamanen und Nikobaren den Briten als Sträflingskolonien für indische Freiheitskämpfer. In den 1890er-Jahren wurde mit dem Bau eines neuen großen Gefängnisses auf den Andamanen in der Nähe von Port Blair begonnen. Bis zum Jahr 1909 entstanden hier fast 700 Einzelzellen. Aus Protest gegen die unmenschlichen Zustände in diesem Gefängnis und ihre Haft traten die politischen Gefangenen 1937 in einen großen Hungerstreik. Auf Vermittlung von Mahatma Gandhi und Rabindranath Tagore wurden die politischen Häftlinge schließlich freigelassen und in ihre Heimatorte entlassen. 1938 endet damit die Zeit der Andamanen als Verbannungsort für politische Gefangene. Drei der einst sieben Flügel des dreistöckigen Gebäudes sind heute noch erhalten und dienen heute als nationale Gedenkstätte. In einer Sound and Light Show werden die harten damaligen Bedingungen für die Gefangenen wieder zum Leben erweckt.

Gandhi Memorial Pillar in Champaran, Patna

1972 wurde der Grundstein für diese Gedenksäule zu Ehren Mahatma Gandhis in Champaran, Patna, gelegt. Die Gedenkstätte soll daran erinnern, dass Gandhi hier zusammen mit der ortansässigen Bevölkerung einen seiner größten Siege gegen das britische Empire gewinnen konnte. Die extrem armen Bauern aus Champaran und Kheda litten unter einer Hungersnot, weil sie ohne jeden Ausgleich gezwungen wurden, Tabak oder Baumwolle anstelle von Lebensmitteln anzubauen und auch noch hohe Steuern und Pachtabgaben entrichten mussten. Etwa 1918 sprach Gandhi den Menschen hier Mut zu, vereinte Hindus und Moslems und veröffentlichte detaillierte Berichte über die elende Lage dieser Region. Die Bauern weigerten sich, Steuern zu zahlen. Gandhi selbst wurde in Champaran von der Polizei verhaftet, was allerdings zu großen, überregionalen Protesten führte. Schließlich mussten die britischen Behörden nicht nur Gandhi wieder freilassen, sondern auch andere politische Gefangene. Die Bauern erhielten beschlagnahmtes Vermögen und Grundbesitz zurück und durften ihre eigenen Feldfrüchte anbauen. Gandhi wurde durch eine neue Generation indischer Revolutionäre wie Rajendra Prasad und Jawaharlal Nehru unterstützt.

Die Märtyrer-Gedenkstätte Jallianwala Bagh, Amritsar 

Am 13. April 1919, während der Feiern des Baisakhi-Festes, hatten sich Tausende Hindus, Sikhs und Moslems im Jallianwala Bagh, einem Garten in der Nähe des Goldenen Tempels in Amritsar, versammelt – eine verbotene Versammlung, denn nach vorhergehenden Brandanschlägen auf britische Behörden, Banken und Privateigentum hatte der damalige Gouverneur des Punjab, Sir Michael O’Dwyer, Kriegsrecht verhängt. Die indische Bevölkerung war in jener Zeit aufgebracht und demonstrierte aus verschiedenen Gründen wie dem Rowlatt Act, der die Verhaftung von als terroristisch eingestuften Personen genehmigte, wegen der schlechten Behandlung indischer Veteranen aus dem ersten Weltkrieg und wegen der Verhaftung der lokalen Anführer der indischen Nationalbewegung in Amritsar. Der britische Brigadegeneral Reginal Dyer hatte an diesem 13. April die Kontrolle über die Stadt Amritsar. Die Anweisung, die er von O'Dwyer erhalten hatte, lautete: „Es werden keine Prozessionen oder Menschenaufläufe erlaubt. Alle Versammlungen sind zu beschießen.“ Aus dem Park gab es nur einen einzigen Fluchtweg, der von den Soldaten versperrt wurde und General Dyer ließ wahllos in die Menge schießen. Nach offiziellen Angaben wurden 379 der gewaltlosen Demonstranten getötet und 1.200 verletzt. Die Debatte um die tatsächliche Zahl der Opfer ist bis heute nicht abgeschlossen.

Gandhi Ashram, Ahmedabad

Als Gandhi 1915 aus Südafrika nach Indien zurückkehrte, ließ er sich in Gujarat nieder und errichtete einen Ashram in der Gegend von Kochrab, mit dem er 1917 an das Ufer des Flusses Sabarmati umzog. Hier lebte er bis 1930 und lenkte von dort seinen gewaltlosen Widerstand gegen die britische Besatzung. Er experimentierte hier auch mit Landwirtschaft und Viehzucht. Viele nationale und internationale Persönlichkeiten kamen hierher, um Gandhi zu treffen. Sein ehemaliges Wohnhaus wurde zum Museum „Gandhi Smarak Sangrahalay“ umgebaut. Im Zimmer Gandhis sind sein Spinnrad, die „Satyagraha-Tafel“ und andere Utensilien zu sehen. Außerdem gibt es eine umfangreiche Bibliothek, eine Bildergalerie und die illustrierte Lebensgeschichte dieses pazifistischen Staatsmannes.

Das rote Fort, Delhi

Das Fort wurde von dem Eroberer Shah Jahan erbaut und war einst das Symbol der Macht während der Herrschaft der Moguln. Seinen Namen bekam es wegen des roten Sandsteins, aus dem es erbaut ist. Nach der Unabhängigkeitserklärung histe Indiens erster Premierminister, Pandit Jawaharlal Nehru hier die Nationalflagge und hielt hier seine Rede zum Unabhängigkeitstag. In Angedenken an dieses Ereignis hielten und halten auch alle seine Nachfolger jedes Jahr ihre Rede zum Tag der Unabhängigkeit Indiens im Roten Fort.

Gandhi Smriti, Delhi

​Im Birla Haus oder Birla Bhavan, das heute Gandhi Smriti (etwa Gandhi Gedenken) heißt, verbrachte Mahatma Gandhi die letzten 144 Tage seines Lebens, bevor er am 30. Januar 1948 einem Mordanschlag zum Opfer fiel. Ursprünglich war das Gebäude das Haus einflussreicher indischer Geschäftsleute, der Birlas, aber Gandhi lebte immer hier, wenn er in Delhi war. Der indische Staat erwarb daher das Gebäude 1971, um dort ein Museum zum Andenken Mahatma Gandhis zu errichten. Das Museum zeigt viele Dinge und Artikel zum Leben und Tod Gandhis. Besucher können die gut erhaltenen Räume, in denen Gandhi lebte, und die Stelle im Garten, an der Gandhi erschossen wurde, besichtigen. Das Gandhi Smriti befindet sich in der 5 Tees January Marg, einige Kilometer entfernt vom Connaught Place, dem „Herzen“ und zentralen Geschäftszentrum von Neu-Delhi.

Aga-Khan-Palast, Pune

Pune war seit Ende des 19. Jahrhunderts eines der Zentren in Indiens Kampf um die Unabhängigkeit mit wichtigen Persönlichkeiten wie Mahatma Jyotirao Phule, Gopal Krishna Gokhale, Bal Gangadhar Tilak oder der Frauenrechtlerin Tarabai Shinde. Auch Gandhi, seine Frau Kasturba Gandhi und sein persönlicher Sekretär Mahadev Desai hielten sich mehrfach hier auf. Einen Tag nach seiner berühmten „Quit India“-Rede in Mumbai wurde er dort 1942 verhaftet und stand hier bis 1944 im Palast des Aga Khan unter Hausarrest. Gandhis Frau und sein Privatsekretär starben im Palast und ihrer wird hier auch gedacht. Heute gibt beherbergt das Gebäude eine Gemäldegalerie mit Bildern zu Stationen aus Gandhis Leben und dem Unabhängigkeitskampf sowie einigen persönlichen Gegenständen Gandhis.

Gateway of India, Mumbai

Zwar hat ein Brite diesen Torbogen entworfen und doch ist das Gateway of India heute ein Symbol für die Unabhängigkeit des Landes. Der britische Architekt George Wittet entwarf diesen „Triumphbogen“, der auf dem Apollo Bunder in Colaba (Mumbai) steht, um die Ankunft von König George V und Königin Mary 1911 in Bombay zu feiern. Ursprünglich war der Ort als feierlicher Landungspunkt für Passagiere der P&O-Dampfschiffe gedacht. Doch ironischerweise wählten die Briten diesen Ort auch, um sich für immer aus Indien zu verabschieden. Am 28. Februar 1948 verließen von hier aus die letzten noch auf indischem Boden verbliebenen Truppen das Land an Bord der Empress of Australia. Heute starten von hier nur noch Boote, die Touristen und Pilger zur Insel Elephanta bringen und der Platz rund um das Gateway of India ist abends zum Spazierengehen sehr beliebt.

August Kranti Maidan, Mumbai

Am 8. August 1942 hielt Gandhi seine „Quit India“-Rede in einem Park in Central Mumbai, in der er das indische Volk aufrief, für ihre Freiheit zu kämpfen. Dieser Park, der früher als Gowalia Tank Maidan bekannt war, wird nun August Kranti Maidan genannt. Inspiriert durch seine Rede forderten die versammelten Massen die Briten auf, Indien sofort zu verlassen. Die Kongresspartei rief zum Massenprotest auf, um den von Gandhi geforderten ordnungsgemäßen Abzug der britischen Truppen zu gewährleisten. Fast die gesamte Führung des INC wurde innerhalb weniger Stunden nach Gandhis Rede ohne Gerichtsverfahren inhaftiert. Die meisten blieben bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Haft. Die Briten lehnten die sofortige Unabhängigkeit ab und vertrösteten die Inder auf die Nachkriegszeit. Einen Tag nach seiner Rede wurde Gandhi von der Kolonialmacht in Pune inhaftiert und nach zwei Jahren aus gesundheitlichen Gründen entlassen.

Mani Bhavan, Mumbai

In diesem einfachen zweistöckigen Haus in der Laburnum Road in Gamdevi, Mumbai, errichtete Gandhi sein Hauptquartier während seines siebenjährigen Aufenthalts in der Stadt. Das Haus gehörte seinem Freund Shri Revashankar Jagjeevan Jhaveri. Gandhi arbeitete hier sehr viel an seiner Satyagraha-Bewegung, einer politischen Strategie, die auf Vernunft beruht und das Gewissen des Gegners anzusprechen versucht. Er organisierte friedliche Streiks der indischen Geschäftsleute gegen die Verhängung des Kriegsrechts. Arbeit und Handel lagen für einen Tag brach, die Beteiligten sollten nach Gandhis Vorstellung fasten und beten. 1955 wurde ihm das Gebäude, von dem aus er agierte, aufgrund der großen Bedeutung für den Unabhängigkeitskampf gewidmet. Man kann das Zimmer, in dem er lebte, und die Terrasse, auf der er 1932 verhaftet wurde, besichtigen, es gibt eine Bildergalerie und eine Bibliothek.

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