Übernachtungen indischer Gäste in Deutschland sollen sich bis 2030 verdoppeln
Die Zahl der jährlichen Übernachtungen indischer Gäste in Deutschland soll sich bis 2030 verdoppeln. Dieses Ziel hat Petra Hedorfer, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT), im Gespräch mit der indischen Nachrichtenagentur Press Trust of India (PTI) genannt. Sie setzt dabei auf längere Urlaube, auf Reisen in mehr Regionen und auf Gäste, die wiederkommen.
Im Jahr 2025 wurden in Deutschland 928.635 Übernachtungen indischer Gäste gezählt, 3,4 Prozent mehr als 2024. Reisen aus Indien nach Deutschland brachten nach Schätzungen der DZT-Marktforschung einen touristischen Umsatz von etwa 1,3 Milliarden Euro. Von Januar bis Juli 2026 kamen 537.565 Übernachtungen zusammen, 2,9 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2025. Das Ziel bezieht sich auf die Nächte, die Gäste in Unterkünften verbringen, und nicht auf die Zahl der Ankünfte.
Indische Reisende sollen nach Hedorfers Worten länger bleiben, mehr Regionen kennenlernen und nach Deutschland zurückkehren. Den indischen Reisemarkt beschrieb sie als zunehmend vielfältig. Er verlange Reiserouten, die auf unterschiedliche Interessen und auf unterschiedlich viel Reiseerfahrung zugeschnitten seien.
Das offizielle deutsche Tourismusportal stellt Familienurlaube, kulturelle Sehenswürdigkeiten, Wälder, Seen und regionale Traditionen vor. Mit dieser Bandbreite lassen sich Städtereisen mit Aufenthalten in kleineren Orten und in der Natur verbinden.
Auf Flügen von Indien nach Deutschland standen von Januar bis August 2026 insgesamt 744.252 Sitzplätze bereit, etwa fünf Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2025. Das geht aus Zahlen hervor, die die DZT anführt. Als wichtige Voraussetzungen für weiteres Wachstum nannte Hedorfer direkte Flugverbindungen und eine effiziente Bearbeitung der Visumanträge. Die weitere Entwicklung hängt außerdem von den Reisekosten und von der allgemeinen Wirtschaftslage ab.
Mit dem Ziel rückt der Tourismus in den größeren Zusammenhang der deutsch-indischen Beziehungen. Längere Urlaube und Reisen in mehr Regionen könnten den kulturellen Austausch fördern und die Ausgaben der Gäste auf mehr deutsche Reiseziele verteilen. Ob das Wachstum anhält, hängt davon ab, ob aus dem Interesse an Deutschland gut zugängliche Reisen und wiederholte Besuche werden.
Dieser Beitrag ist zuerst auf Englisch bei TheDialog erschienen.