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Cuttack Geschichte

Persönliche Anekdoten über Netaji Subhas Chandra Bose anlässlich seines 125. Geburtstages

nh • 03.02.2022 • 5 Min.
INDIENaktuell
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Persönliche Anekdoten über Netaji Subhas Chandra Bose anlässlich seines 125. Geburtstages

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Ich bin am Woodburn Park 1 in Kalkutta (heute Kolkata) aufgewachsen. Das ist das Haus, das mein Großvater Sarat Chandra Bose im Jahr 1927 gebaut hat. Bald darauf zog Sarat Boses Familie in das Haus und auch sein jüngerer Bruder Subhas verbrachte die meiste Zeit am Woodburn Park 1. Er hatte keine große Lust, in der Elgin Road 38/2 zu wohnen. Dieses Haus hat viele großartige Männer und Frauen erlebt, die eine Rolle im Schicksal unserer Nation gespielt haben. Subhas und mein Vater Amiya teilten sich das gleiche Schlafzimmer im zweiten Stock des Woodburn-Park-Hauses. Onkel und Neffe entwickelten eine enge Beziehung und leisteten sich gerne Gesellschaft. Obwohl Amiya damals noch sehr jung war, pflegte Subhas ernste Probleme mit ihm zu diskutieren und sprach über Chittaranjan Das, Gandhi, Nehru und viele der politischen Größen der Zeit. Ich habe einige sehr interessante Anekdoten von meinem Vater gehört, von denen ich hier einige erwähnen möchte.

„Subhas, du wirst eines Tages der Garibaldi von Indien sein!“

In der Regel gab es im Woodburn Park 1 genau um 21 Uhr Abendessen. Alle Familienmitglieder wurden pünktlich am Esstisch erwartet. Nach dem Abendessen konnte jeder tun, was er wollte oder musste. Außer Subhas! Er war selten zum Abendessen dort, da er mit seiner politischen Arbeit beschäftigt war. Subhas‘ Abendessen wurde immer ins Schlafzimmer gestellt. Normalerweise kam er gegen Mitternacht oder noch später zurück. Er pflegte Amiya dann aufzuwecken und über die Ereignisse des Tages zu sprechen, während er zu Abend aß. Es war kein schönes Gefühl, aus einem tiefen Schlaf geweckt zu werden, aber meinem Vater machte das überhaupt nichts aus und er diskutierte bis in die frühen Morgenstunden fröhlich mit seinem Onkel über Politik, Wirtschaft und Geschichte. 1928 kam auch ihr Vater, Janakinath Bose, aus Cuttack herunter, um bei Sarat zu wohnen. Bei der Eröffnungssitzung des Kongresses von Kalkutta im Jahr 1928 organisierte Subhas ein Freiwilligenkorps namens Bengal Volunteer Corps und war der GOC. Als Subhas am Eröffnungstag in seiner GOC-Uniform die Treppe vom 2. Stock des Hauses am Woodburn Park 1 herunterkam, sagte sein Vater Janakinath, der sich im 1. Stock befand: „Subhas, du wirst eines Tages der Garibaldi von Indien sein!“ Wie prophetisch war seine Bemerkung! Mein Vater hat oft darüber gesprochen.

Auf dem weg nach Mumbai von Jubbelpore

Eine weitere interessante Episode, die sicher nur sehr wenige gehört haben: Im März 1933 wurde Netaji im Gefängnis von Jubbulpore eingesperrt und erkrankte schwer. Die britische Regierung war sehr besorgt und gab ihm die Erlaubnis, zur Behandlung nach Europa zu reisen. Also stieg Netaji in Jubbulpore in den Zug, um nach Bombay (heute Mumbai) zu fahren und das Schiff nach Europa zu erreichen. Er befand sich unter strenger Polizeieskorte. Mein Vater Amiya stieg auch in Jubbulpore in den Zug, aber in ein anderes Abteil. Zufälligerweise war in Netajis Abteil ein irischer Polizist. Das irische Volk standen Indiens Unabhängigkeitsbewegung immer sehr positiv gegenüber. Netaji befreundete sich mit diesem irischen Polizisten. Kurz nach Mitternacht kam der irische Polizist in das Abteil meines Vaters und bat ihn, zum Abteil seines Onkels zu gehen und die Nacht bei ihm zu verbringen. So diskutierten Onkel und Neffe die ganze Nacht über verschiedene Dinge, und Subhas gab Amiya einige Anweisungen, die Amiya in Kalkutta ausführen sollte. Am frühen Morgen kam der irische Polizist zurück, und mein Vater ging zurück in sein Abteil. Die Außenwelt hatte keine Ahnung, was nachts geschah!

Netaji

 Am 20. November 1942, der zufällig auch der Geburtstag meines Vaters Amiya war, wurde er in das Studie der BBC eingeladen, um sich eine Aufnahme anzuhören. Mein Vater war ziemlich neugierig, was es wohl sein könnte. Zu seiner völligen Überraschung sprach sein Onkel Subhas. Die BBC wollte, dass mein Vater die Stimme des Sprechers identifizierte und bestätigte, dass es Subhas Chandra Bose war, was mein Vater tat. Der Anlass war ein Beethoven-Konzert mit den Berliner Philharmonikern unter der Leitung des weltberühmten Dirigenten Wilhelm Furtwängler. Nach dem Konzert spielte das Orchester die Deutsche Nationalhymne und Jana Gana Mana als indische Nationalhymne. Mein Vater hatte ein enormes Gedächtnis und konnte diese Anekdoten mit genauen Daten und Orten in Verbindung bringen. Nicht viele wissen, wann aus Subhas Chandra Bose „Netaji“ wurde und wann „Jai Hind“ unter Indern als allgemeiner Gruß eingeführt wurde. Subhas Chandra Bose kam Anfang April 1941 nach Deutschland, um die deutsche Regierung um Hilfe für den Kampf um die Freiheit Indiens zu bitten. In Berlin wurde ein „Zentrum Freies Indien“ eingerichtet, das erste Treffen fand am 2. November 1941 statt. Die Mitglieder des Zentrums Freies Indien entschieden einstimmig, dass Subhas Chandra Bose fortan mit „NETAJI“ anzusprechen sei. Netaji schlug daraufhin vor, einen gemeinsamen Gruß zu finden. Es gab viele Vorschläge und schließlich kam Abid Hasan Safrani auf „Jai Hind“, das Netaji sehr passend fand. Seitdem wurde „Jai Hind“ nicht nur von Indern, sondern auch von Deutschen verwendet, die sich dem Zentrum Freies Indien angeschlossen hatten.

Surya Bose

Über den Autor

Surya Kumar Bose ist der älteste Sohn von Amiya Nath und Jyotsna Bose und der Enkel von Sarat Chandra Bose, dem älteren Bruder von Netaji Subhas Chandra Bose. Surya Bose wurde am 26. Juni 1949 in Kalkutta (heute Kolkata), Indien, geboren. In den letzten Jahrzehnten hat Surya Bose auf vielen Seminaren über Subhas Chandra Boses Rolle im Freiheitskampf gesprochen. Im November 2013 wurde Surya Bose als Hauptredner nach Tokio eingeladen, um den 70. Jahrestag der Greater-East Asia Conference zu feiern, an der Netaji als Staatsoberhaupt der provisorischen Regierung des freien Indiens teilnahm. Er ist derzeit Präsident der Deutsch-Indische Gesellschaft in Hamburg.

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