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Mathura Hinduismus

Janmashtami: Krishnas Geburt

editor • 26.08.2024 • 6 Min.
INDIENaktuell
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Janmashtami: Krishnas Geburt

|

Eines der wichtigeren Feste im Hinduismus ist Janmashtami oder Krishna Jayanti, die Geburt des Gottes Krishna. Nach dem hinduistischen Mondkalender fällt es auf den achten Tag des Monats Shravan; das ist meistens im August.  Hindus glauben, dass Krishna vor mehr als 3.000 Jahren als Mensch auf der Erde gelebt hat. Historisch ist seine tatsächliche Existenz jedoch nicht nachgewiesen. Sicher ist jedoch, dass Krishna eine der populärsten Formen des Göttlichen ist und er gilt als Avatar von Lord Vishnu.

Der mythologische Hintergrund

Die Geburt Krishnas soll – so glauben Hindus – ein so übersinnliches Phänomen gewesen sein, dass Gläubige mit großer Ehrfurcht dieser Geschichte gedenken. Mutter Erde, die die Last der vielen Sünden, die böse Könige und Herrscher begangen hatten, nicht länger ertragen konnte, wandte sich an Brahma, den Schöpfer, und bat ihn um Hilfe. Brahma wiederum betete zum obersten Gott, Lord Vishnu, der ihm versprach, bald in anderer Gestalt auf der Erde geboren zu werden, um die tyrannischen Mächte dort zu vernichten.

Einer dieser bösen Mächte war Kamsa, der Herrscher von Mathura (im heutigen Uttar Pradesh), dessen Volk große Angst vor ihm hatte. Am gleichen Tag, an dem Kamsas Schwester Devaki ihren Mann Vasudeva heiratete, prophezeite eine Stimme aus dem Himmel (ein sogenanntes Akashvani), dass Devakis achter Sohn der Zerstörer Kamsas sein werde. Verängstigt zog Kamsa sofort sein Schwert, um seine Schwester zu töten, doch Vasudeva trat dazwischen, flehte Kamsa an, seine Braut zu verschonen, und versprach, ihm jedes seiner neugeborenen Kinder zu übergeben. Da wurde Kamsa weich, aber er sperrte Devaki und ihren Mann Vasudeva ins Gefängnis.

Nachdem Devaki ihr erstes Kind geboren hatte, kam Kamsa in ihre Zelle und tötete das Neugeborene. Genauso verfuhr er auch mit den folgenden fünf Söhnen von Devaki. Doch noch bevor das achte Kind der beiden geboren wurden, begannen Devaki und Vasudeva über das Schicksal ihrer Kinder und ihr eigenes Schicksal zu klagen. Plötzlich erschien Lord Vishnu vor ihnen und versprach, dass er auf die Erde kommen würde, um sie und die Menschen in Mathura zu erlösen. Er bat Vasudeva, dass er ihn sofort nach seiner Geburt – denn er würde als Sohn von den beiden zur Welt kommen – zu dem Haus eines Freundes, des Kuhhirten Nanda in Gokula, tragen werde. Nandas Frau Yashoda hatte dort eine Tochter geboren. Die sollte er gegen seinen Sohn austauschen und Yashodas kleine Tochter stattdessen mit ins Gefängnis nehmen. Vishnu versprach den beiden Eheleuten, dass sich ihnen nichts in den Weg stellen werde.

Um Mitternacht nach ashtami (der achte Tag nach Vollmond) wurde das göttliche Baby in Kamsas Gefängnis geboren. Vasudeva befolgte die Anweisungen Vishnus, schnappte isch das Kind und wollte gehen. Doch seine Beine lagen in Ketten. Er zog mit einem Ruck an den Ketten und war frei. Die massiven vergitterten Türen öffneten sich. Er musste den Fluss Yamuna überqueren, der wegen heftiger Regenfälle stark angeschwollen war. Doch er hielt das Baby über seinen Kopf und durchquerte den Fluss, dessen Wasser sich vor ihm teilte und eine vielköpfige Schlange beschützte den kleinen Krishna wie ein Schirm vor dem Regen.

In Gokula stand die Tür zu Nandas Haus offen. Vasudeva vertauschte die Kinder und eilte mit dem kleinen Mädchen zurück ins Gefängnis. Nachdem er das Gefängnis betreten hatte, schlossen sich die Türen hinter ihm wieder. In Gokula feierte man am nächsten Morgen die Geburt von Nandas schönem Sohn.

Kamsa wollte natürlich auch das Neugeborene der beiden Eheleute töten. Doch dieses Mal entglitt ihm das Kind, als er es an die Kerkerwand werfen wollte, und verschwand in den Himmel. In Wirklichkeit war sie nämlich von den Göttern gesandt und hieß Yogamaya. Sie trug schöne Kleider, Blumengirlanden, leuchtende Juwelen und Schmuckstücke. In ihren acht Händen hielt sie einen Bogen, einen Speer, Pfeile, eine Glocke, eine Muschel, ein Feuerrad, eine Keule und einen Schild. Sie rief von oben Kamsa zu: „Du Narr, du glaubst den höchsten Herrn greifen und vernichten zu können? Was willst du damit erreichen, indem du mich tötest? Derjenige, der dein Schicksal sein wird, ist bereits geboren und in Sicherheit! Weh dir, König Kamsa, du wirst deinem Verderben nicht entgehen. Sei nicht so grausam zu deiner Schwester!“ Darauf verschwand sie.

Als Jugendlicher tötete Krishna Kamsa und dessen grausame Anhänger, befreite seine Eltern aus dem Gefängnis und setzte wieder den alten rechtmäßigen König Ugrasen als König von Mathura ein.

Das Fest

Überall in Indien werden zu Ehren Krishnas an diesem Tag Theateraufführungen mit verschiedenen Episoden aus der Jugend Krishnas gezeigt. Diese göttlichen Bühnenspiele werden Lilas genannt. Auch Ausstellungen beschäftigen sich mit dem Thema und es gibt Lesungen aus der Bhagavadgita und dem Bhagavata Purana, den wichtigsten Werken, die sich mit Krishna beschäftigen.

Viele Gläubige fasten an diesem Tag bis Mitternacht. Tempel werden geschmückt und Lieder im Namen Krishnas gesungen. Glocken läuten und das Schneckenhorn (shankh) wird geblasen.

Eine ganz besondere Bedeutung hat Janmashtami natürlich in Mathura (Uttar Pradesh). Dort feiern die Einwohner der Stadt und Tausende von Pilgern aus der ganzen Welt das Fest in den vielen Tempeln der Stadt mit festlichen Gottesdiensten und dem Tanztheater ras lila. Das indische Fernsehen überträgt diese Feierlichkeiten.

Bräuche

In den verschiedenen Gegenden Indiens sind die Bräuche zu Janmashtami teilweise sehr unterschiedlich. In Maharashtra ist ein Brauch besonders spektakulär:die sogenannte Dahi-Handi-Zeremonie. Die Legende erzählt, dass Krishna in seiner Kindheit mit seinen Freunden gelegentlich aus dem hochgehängten Topf bei seinen Nachbarn Butter oder süßen Rahm genascht haben soll. In Maharashtra hängt man zu Janmashtami einen großen Tontopf, den Dahi-Handi, mit Joghurt und Butter, Früchten etc. in großer Höhe auf. Unter dem ständigen Ruf „Govinda! Govinda!“ (ein Name für Krishna) bilden die Jungen eine menschliche Pyramide, um den Topf zu erreichen und zerschlagen ihn dann zum Vergnügen des Publikums.

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