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Indiens Götter: Shakti und ihre göttlichen Formen

editor • 04.10.2021 • 5 Min.
Durga, die Kriegsgöttin
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Durga, die Kriegsgöttin
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Indiens Götter: Shakti und ihre göttlichen Formen

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Im Hinduismus manifestiert sich das höchste Wesen (Brahman) sowohl in männlicher als auch weiblicher Form. Shakti ist die göttliche Kraft, die Dämonen zerstört und die Balance wiederherstellt. Shakti wird auch Devi oder Mahadevi genannt, und nimmt als solche verschiedene Rollen an, wie die von Sati, Parvati, Durga und Kali. Im Hinduismus hat jeder Gott sein Shakti und ohne diese Energie haben sie auch keine Macht.

Shakti ist also die Muttergöttin, die Quelle, aus der alles entspringt, das universale Prinzip von Energie, Macht und Kreativität. Dieser Energie Shakti zu huldigen, ist das Hauptziel des Tantra-Yoga. Shakti ist untrennbar vom Shakti-Mann, dem maskulinen Prinzip oder dem universalen Vater. Das männliche Shakti wird von den Autoren der Upanishaden – eine Sammlung philosophischer Texte, die die Grundlage des Hinduismus sind – Brahman, in der tantrischen Tradition aber auch Shiva genannt.

Die weibliche Energie hat keinen Anfang und kein Ende. Obwohl sie grundsätzlich rastlos ist, geht sie jedoch durchaus durch Phasen der Bewegung, aber auch der Ruhe, während derer die Ordnung wiederhergestellt wird. Im Tantra (eine der Strömungen indischer Philosophie und Religion) glaubt man, dass immer die universale Mutter der Schöpfer, Bewahrer und Zerstörer ist, solange sich die Welt uns so darstellt wie zurzeit. Deshalb sollte Shakti als ein Aspekt des Göttlichen verehrt werden.

Saraswati, die Göttin des Wissens

Saraswati ist vermutlich die älteste Göttin, die heute noch angebetet wird. Sie ist die Muse der Hindus: die Inspiration jeder Musik, Poesie, des Dramas und der Wissenschaft. Musiker beten zu ihr, bevor sie auftreten, und Studenten bitten sie vor Prüfungen um Hilfe. Saraswati ist die Gemahlin von Brahma, dem Schöpfergott, dem heute kaum noch gehuldigt wird. Dargestellt wird sie als hellhäutig und in Weiß gekleidet, ein Zeichen für reines Licht. Sie reitet auf einem Schwan oder einer Gans und hat vier Hände. In einer Hand hält sie ein Buch, in einer anderen Hand Gebetsperlen (denn sie ist auch die Quelle für spirituelles Wissen). Die beiden anderen Hände halten eine Vina, ein Sitar-ähnliches Instrument. Saraswati ist auch in der jainistischen und buddhistischen Mythologie eine beliebte Göttin.

Lakshmi, die sanfte Göttin von Wohlstand und Erfolg Lakshmi ist die Göttin des Wohlstands. Sie sorgt aber nicht nur für materiellen Reichtum, sondern auch für Gesundheit und ein erfreuliches Familienleben. Sie trägt einen roten Sari und Geldmünzen regnen aus zwei ihrer Hände herunter. In den anderen beiden Händen hält sie Lotusblüten, die die spirituellen Gaben, die sie schenkt, repräsentieren. Ihr Vehikel ist die weiße Eule. Lakshmis Ehemann ist Vishnu, der gerne Bestrafungen austeilt. Doch Lakshmi ist sehr sanft und interveniert immer zugunsten ihrer Anhänger. Zu allen zehn Inkarnationen Vishnus gibt es auch immer eine seiner Gattin Lakshmi. Die Liebesgeschichten dieser göttlichen Paare gehören zu den beliebtesten Erzählungen im Hinduismus. Alle hinduistischen Strömungen huldigen Lakshmi und auch im Jainismus wird sie hoch verehrt.

Parvati, Gattin des Shiva und Mutter von Ganesha

Parvati ist die dunkelhäutige Ehefrau von Shiva und die Mutter von Ganesha und Skanda. Shiva war einst mit Sati verheiratet, die aber tragischerweise Selbstmord beging, indem sie in ein Feuer sprang. Shiva war untröstlich und wollte niemals wieder heiraten. Aber Jahre später verschrieb sich eine junge Frau namens Parvati (Tochter des Berges) einem strengen Leben in Meditation, um Shiva für sich zu gewinnen. Jahrelang meditierte sie im Himalaya, regungslos in strömendem Regen und brütender Hitze und ohne dem Ansturm von Elefanten zu weichen. Eines Tages aber hörte sie ein Kind weinen und sie sprang sofort auf, um zu helfen. Es war aber nur Shiva, der ihre Entschlossenheit testen wollte. Sie hatte den Test zwar nicht bestanden, aber Shiva war so berührt, dass sie das, was sie sich am meisten wünschte, aufgab, um jemandem in Not zu helfen, dass er Parvati zur Frau nahm. Einige sagen, Parvati war sowieso eine Wiedergeburt von Sati. In der Kunst wird Parvati als reife, schöne Frau und immer zusammen mit Shiva dargestellt. Die Tantras sind im Übrigen als eine Unterhaltung zwischen Parvati und Shiva notiert.

Durga, die Kriegsgöttin

Durga wird auch mit Mahadevi, der höchsten Gottheit, gleichgesetzt. Die weibliche Kraft der Göttin Durga enthält die gesamte Energie aller Götter. Jede ihrer Waffen wurde ihr von einem anderen Gott überreicht: Sie erhielt Rudras Dreizack, Vishnus Diskus, Indras Blitz, Brahmas Kamandalu (ein Wasserbehälter), Agnis Feuer etc. Ihre Schlachten gegen das Böse werden im Devi Mahatmyam (Der Ruhm der Göttin) erzählt und man sagt, dass man von Sünden gereinigt wird, wenn man den Geschichten zuhört. Die zentrale Geschichte des Devi Mahatmyam ist Durgas Triumph über den Büffeldämon. Dieser Sieg wird alljährlich zum Navaratri-Fest und der Durga Puja gefeiert.

Kali, die Fruchterregende

Im Hindumythos entsprang Kali einer Stirnfalte zwischen den Augenbrauen Durgas, als es dieser nicht gelang den Dämon Raktabija zu besiegen. Sie ist die Verkörperung des Zorns von Durga. Jedes Mal, wenn Durga den Dämon verletzte, fielen Blutstropfen auf die Erde und ein neuer Dämon entstand. Durga wurde dadurch sehr entmutigt, aber Kali übernahm die Angelegenheit. Sie streckte ihre Zunge heraus und fing alle Blutstropfen auf – und dann aß sie den Dämon auf. Kali bedeutet „die Schwarze“. Üblicherweise wird sie halbnackt dargestellt, mit einer Girlande aus Schädeln um den Hals, einem Gürtel aus abgeschlagenen Gliedmaßen und mit furchterregenden Waffen in zwei ihrer zehn Hände. Oft tanzt sie auf einem niedergeworfenen Shiva, der sie bewundernd anblickt. Zwei von Kalis Händen sind leer und formen die Mudras (die Gesten) Schutz und Furchtlosigkeit. Ihre Zunge ist herausgestreckt, um Böses und negative Gedanken zu verschlingen.

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