So., 4. Oktober Sonntag, 4. Oktober 2026

INDIENaktuell - Nachrichten und Kultur aus Indien

Kontakt | Mediadaten | Newsletter
INDIENaktuell INDIENaktuell
Kalender Liste Karte

Als Nächstes

So. 04.10. Kuratorinnenführung durch die Krishna-Ausstellung mit Anne Hartig Di. 06.10. DIG-Mitglieder besuchen das Hesse-Haus in Gaienhofen Do. 08.10. Tejaswini Sathe und ihr Ensemble tanzen Kathak im Tagore Centre Berlin Do. 08.10. Bildvortrag über Alexanders Indienfeldzug im Literaturhaus Darmstadt

Läuft gerade

bis 25.10. Ausstellung über Hannes Fritz-München wird eröffnet bis 08.11. Krishna-Ausstellung im Museum Fünf Kontinente München
Alle Termine → Termin melden
Nachrichten
Indien entdecken
Bundesstaaten Unionsterritorien Regionen Städte Sehenswürdigkeiten Nationalparks Erlebnisse Weltkulturerbe
Reiseinfos
Visum Reise und Gesundheit Geld und Währung Sprachen Post, Telefon und Internet Zeitzonen und Öffnungszeiten Indien-Knigge Daten und Zahlen Land und Leute Religionen Geschichte
Film und Kino Tourismus Feste und Feiertage
  • Reise und Tourismus 166
  • Religion 97
  • Kultur 90
  • Tourismus 81
  • Politik und Gesellschaft 70
  • Feste und Feiertage 69
  • Wirtschaft 69
  • Deutschland und Indien 45
  • Gesundheit 41
  • Sehenswürdigkeiten 41
  • Deutschland-Indien allgemein 38
  • Hinduismus 36
  • Literatur 33
  • Natur und Aktivreisen 33
  • Film und Kino 26
  • Politik 25
  • Geschichte 21
  • Yoga 19
  • Kulinarik 18
  • Umwelt und Nachhaltigkeit 18
  • Ayurveda 17
  • Bildende Kunst 17
  • Gesellschaft 17
  • Unterkunft 17
  • Indische Küche 16
  • Soziales und Engagement 16
  • Hilfsorganisationen 15
  • Persönlichkeiten 14
  • Handel und Export 13
  • Sport 12
Alle Themen anzeigen
Anmelden

Menü wird geladen …

Newsletter
Darstellung
Anmelden
Aditya Kripalani eröffnet das New Generations Filmfestival 2026 in Frankfurt
Frankfurt am Main Film und Kino
Indiens Energiewende 2026 – Solar und Wind auf Rekordkurs
Umwelt
Indien und Air India bündeln Kräfte für weltweite Tourismuswerbung
Indien Tourismus
Y-Kollektiv-Reportage „Mein bester Freund ist Bollywood-Star“ in der ARD Mediathek
Mumbai Film und Kino
DIG Trier ehrt Anna Bignamou beim Gartenfest als „Mensch des Monats“
Trier Organisationen
Sarnath wird UNESCO-Weltkulturerbe
Varanasi Sehenswürdigkeiten
Indisches Filmfestival Stuttgart zeichnet ersten Spielfilm in Karbi-Sprache aus
Mumbai Film und Kino
Yoga für Harmonie und Frieden: Weltyogafestival im Trierer Palastgarten
Indien Yoga
Indo-German FilmWeek: Indisches Kino läuft noch bis Montag im Babylon Berlin
Assam Film und Kino
International Yoga Day im Deutschen Bundestag – Ein starkes Zeichen für die deutsch-indische Partnerschaft
Indien Yoga
/
INDIENaktuell
INDIENaktuell — www.indienaktuell.de Nachrichten und Kultur aus Indien Online lesen: https://www.indienaktuell.de/2652-0551
Coimbatore Literatur

Briefe aus Indien „In hundert Tagen durch Indien“

editor • 03.09.2018 • 5 • 6 Min.
INDIENaktuell
Teilen

Briefe aus Indien „In hundert Tagen durch Indien“

|

Was kennzeichnet Indien-Reisende von heute, sind es Bildungshungrige, Abenteuertouristen, begeisterte Yogaschüler, Ayurveda Anhänger oder Sinn-Suchende, die Spiritualität erleben möchten? Nicht zu vergessen all die strebsamen jungen Wissenschaftler, die bereits über umfangreiche Kenntnisse von dem südasiatischen Land verfügen. Das war nicht immer so, denn die Wissenschaft hat sich dem indischen Subkontinent erst spät zugewandt, obwohl die Faszination seiner Geschichte und Kultur seit alters her ungebrochen ist.

Nun hat die renommierte Indologin und Publizistin Hiltrud Rüstau einen Sammelband mit Privatbriefen herausgebracht, die von dem Sanskritisten Walter Ruben (1899-1982) an seine Frau und seine Mutter geschrieben wurden, als er 1936/37 große Teile Indiens bereiste. Sein Vorhaben war nicht selbstverständlich, gab es doch unter den deutschen Sanskritisten lange Zeit kaum Interesse an Reisen in das gegenwärtige Indien. Sie wollten sich ihr Idealbild vom alten Indien ungetrübt erhalten, wie es sich ihnen in den alten Sanskrittexten repräsentierte.

Walter Ruben war schon in jungen Jahren davon überzeugt, dass Althistoriker den indischen Subkontinent bereisen sollten, um im damaligen Indien nach den Spuren der Vergangenheit zu suchen. Gerade aufgrund ihrer umfangreichen philologischen Kenntnisse der alten Quellen könnten sie durch die neu gewonnenen Beobachtungen und Reiseerlebnisse einen besonderen Zugang zu dem riesigen Land mit seinen uralten Traditionen und seiner langen, ungebrochenen Geschichte erlangen, ein Land, das zu den frühen Hochkulturen der Menschheit gehört. Ebenso bezweifelte Ruben, ob das zeitgenössische Indien mit seinen krassen sozialen Gegensätzen ohne Kenntnisse vom alten Indien überhaupt verstanden werden könne.

Ruben hatte seine Reise aus eigenen Mitteln und mit Unterstützung seiner Familie finanziert, wodurch er das Projekt nur mit größter Sparsamkeit  realisieren konnte. Sein Reiseplan war vom fachwissenschaftlichen  Interesse eines Indologen geprägt,  möglichst viel über das Land zu erfahren, aber vor allem stets auf der Suche nach Relikten der Kultur des alten Indien zu sein. Mit Bombay als Ausgangspunkt führte ihn seine akribisch geplante Rundreise u.a. nach Poona, Bijapur, Badami, Hospet, Coimbatore, Calicut, Madura, Trichinopolis, Cidambaram, Madras, Puri, Ranchi und Calcutta, weiter durch die Ganges Ebene nach Patna, Benares und Allahabad  bis in das Dschungelgebiet von Chota Nagpur, einem Hochland im Nordosten, das sich hauptsächlich auf das heutige Jharkhand, Chhattisgarh und Odisha erstreckt.

Bei seinen intensiven Erkundungen besuchte er unzählige Ruinenfelder von Tempeln und Palästen alter Königsreiche, besichtigte wichtige hinduistische Pilgerorte, erkundete buddhistische Höhlentempel und führte intensive Gespräche mit indischen Sanskrit-Gelehrten, aber auch mit Althistorikern, Patres und Missionaren. War niemand zugegen, der Englisch sprach, wurde diese Unterhaltung auch in Sanskrit geführt, da Ruben keine neuindischen Sprachen beherrschte. Von den brahmanischen Gelehrten wurde seiner Suche nach historischen Spuren nur wenig Beachtung geschenkt.

Sein besonderes Interesse galt der Stammesbevölkerung, vor allem den Asurs. Die Asuras werden in der Sanskritliteratur als mächtige Könige und Feinde der Götter geschildert und Ruben fragte sich, ob man in diesem Stamm der Asurs die Nachkommen dieser Asuras zu sehen habe. Nordwestlich von Gumla ( Jharkhand) begegnete er kleineren Dorfgemeinschaften, die bestimmte Ruinen, alte Scherben, Eisengeräte u.a. auf die Asurs zurückführten, die schon vor den jetzigen Stämmen hier gelebt hätten. In den Bergen traf er Gemeinschaften von Asurs, die ursprünglich Eisenschmelzer waren, inzwischen aber meist als kleine Bauern und Tagelöhner lebten, weil das Eisen, dessen Erz hier offen zutage liegt, heute von den großen Fabriken geschmolzen wird. Spätestens jetzt stellte sich  für ihn die Frage, ob hier Überreste einer alten Kultur zu finden sind, die schon bestand, bevor die Arier in das Gebiet eingedrungen sind. Ruben verstand seine intensive Arbeit bei der Feldforschung als praktische Ethnologie, bei der er in langen Gesprächen viele Einzelheiten über die Lebensweise der Asurs und andere Stämme erfahren und eine Vielzahl Artefakten wie altertümliche Eisengeräte und Tonscherben zusammentragen konnte.  Für Ruben waren diese Begegnungen die bei weitem interessantesten Momente seiner Reise, durch die er viele Anregungen für weitere Forschungen erhalten hat.

Zweifellos ist das Dschungelgebiet von Chota Nagpur eines der größten Rückzugsgebiete  ethnischer Stammesgruppen aus vorvedischer Zeit (etwa vor 1500 v.Z.), das in alten Sanskritschriften als Land der Asura, der Dasha bzw. Dasyu und Rakshasa beschrieben wird. Für den Sanskritisten ergab sich nun die Überlegung, wie weit die noch vorhandenen Kulturelemente der  Stammesgesellschaften als eine Art versunkenes Kulturgut der Hindukultur zu verstehen sind oder nachweisbare prähinduistische Elemente darstellen. Handelte es sich hier um Relikte älterer Kultur- und Wirtschaftsformen, die  durch die fortschreitende Ausbreitung der indo-arischen Gesellschaft bis in die entlegenen Waldgebiete des Dekhan-Hochlandes zurückgedrängt wurden? Die Erzählungen des Epos Mahabharata (etwa zwischen 400 v.Z und 400 u.Z.) dienten ihm u.a. als wichtige Hinweise für diesen Prozess. Jüngere ethnologische Forschungen deuten daraufhin, dass die vorarische Stammesbevölkerung bereits in agrarischen Gemeinschaften in Nordindien lebte, bevor sie von den massiv eindringenden indo-arischen Hirtenvölkern zum Rückzug in weiter entlegene Gebiete gedrängt wurde. Die Darstellung der Asurs in der altindischen Literatur erinnert an die Gestalt der Schmiede in anderen Kulturen, an mächtige, geheimnisvolle und gefürchtete Feinde, die Waffen aus Eisen herstellen konnten. Durch ihre magische Verbindung mit dem Feuer wurden ihnen dämonische Kräfte nachgesagt.

Neuere Forschungen zeigen, dass Ruben mit seinen Thesen zur frühgeschichtlichen Entwicklung in Nordindien eingefahrene Bahnen für die Erforschung der Kulturgeschichte verlassen und neue Denkansätze eingebracht hat, um durch interdisziplinäre Forschung die klassische Indologie zur historischen Indienkunde zu erweitern.

Mit der Veröffentlichung von Rubens Briefen hat die Herausgeberin einen höchst interessanten und sehr inhaltsreichen Band als Zeitdokument der Nachwelt erhalten, das ohne ihren Einsatz unwiederbringlich verloren gegangen wäre, aber durch ihr Engagement das Indien vor achtzig Jahren vor unseren Augen wiedererstehen kann.

Ungeachtet der Zeit, die inzwischen vergangen ist, bleibt die Erkenntnis hoch aktuell, dass für die Erforschung der Geschichte Indiens neben den textlichen Übermittlungen  auch die mündlichen Überlieferungen der indigenen Völkerschaften zum kulturellen Vermächtnis gehören. Indienkenner und Bildungshungrige, die sich besonders für die Stammesbevölkerung und deren Kulturen interessieren, bekommen bei der Lektüre einen realistischen Blick für eine "schriftlose" Welt, die Ruben als wissenschaftliches Neuland betrat, während sie jetzt auf eine neue Weise den Highlights des heutigen Tourismus begegnen.

Dr. sc. Gottfried J. Freitag

"In hundert Tagen durch Indien": Briefe eines Indologen. Briefe aus Indien von Walter Ruben an Emmi und Carlota Ruben
Herausgegeben von Hiltrud Rüstau
Draupadi Verlag, Heidelberg 2018, 167 S.
ISBN 978-3-945191-25-5, 198 Seiten, 19,80 Euro, mit Bildteil und eingelegter Indien-Landkarte

20180921_110914-800x600
20180921_110817-800x600
20180921_110712-800x600
20180921_110559-800x600
Zurück zur Startseite

Newsletter

Die wichtigsten Nachrichten und Termine aus Ihrer Nachbarschaft – kostenlos per E-Mail.

Kommentare

Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste!

Kommentar schreiben

Wird nicht veröffentlicht

Kommentare werden vor Veröffentlichung geprüft.

Newsletter

Die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region, regelmäßig per E-Mail.

Anzeige
Werben Sie hier!

Erreichen Sie Ihre Zielgruppe direkt

Werbung anfragen

Aus Coimbatore

Shiva-Büste in Tamil Nadu im Guinness Buch der Rekorde
INDIENaktuell
Yoga

Shiva-Büste in Tamil Nadu im Guinness Buch der Rekorde

19. Mai 2017 • tkupfer

Veranstaltungen

28. Sep – 1. Nov 2026 Diese Woche
Mo Di Mi Do Fr Sa So 28 29 30 Okt1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 Nov1
So
04
Okt
München Ausstellung

Kuratorinnenführung durch die Krishna-Ausstellung mit Anne Hartig

14 Uhr Museum Fünf Kontinente
Di
06
Okt
Gaienhofen Ausstellung

DIG-Mitglieder besuchen das Hesse-Haus in Gaienhofen

15.30 Uhr Mia- und Hermann-Hesse-Haus
Do
08
Okt
Berlin Musik und Tanz

Tejaswini Sathe und ihr Ensemble tanzen Kathak im Tagore Centre Berlin

18 bis 19.30 Uhr, Einlass ab 17.20 Uhr The Tagore Centre, Botschaft von Indien
Tejaswini Sathe und ihr Ensemble tanzen Kathak im Tagore Centre Berlin
Do
08
Okt
Darmstadt Vortrag

Bildvortrag über Alexanders Indienfeldzug im Literaturhaus Darmstadt

19 Uhr Literaturhaus Darmstadt

Läuft gerade

  • Ausstellung über Hannes Fritz-München wird eröffnet bis 25.10.
  • Krishna-Ausstellung im Museum Fünf Kontinente München bis 08.11.
Alle Termine →

Meistgelesen

Aditya Kripalani eröffnet das New Generations Filmfestival 2026 in Frankfurt
INDIENaktuell
1
Frankfurt am Main Film und Kino

Aditya Kripalani eröffnet das New Generations Filmfestival 2026 in Frankfurt

27. September • ah
DIG Trier ehrt Anna Bignamou beim Gartenfest als „Mensch des Monats“
INDIENaktuell
2
Trier Organisationen

DIG Trier ehrt Anna Bignamou beim Gartenfest als „Mensch des Monats“

1. August • ah
Y-Kollektiv-Reportage „Mein bester Freund ist Bollywood-Star“ in der ARD Mediathek
INDIENaktuell
3
Mumbai Film und Kino

Y-Kollektiv-Reportage „Mein bester Freund ist Bollywood-Star“ in der ARD Mediathek

3. August • editor
Indien und Air India bündeln Kräfte für weltweite Tourismuswerbung
INDIENaktuell
4
Indien Tourismus

Indien und Air India bündeln Kräfte für weltweite Tourismuswerbung

9. August • nh
Indiens Energiewende 2026 – Solar und Wind auf Rekordkurs
INDIENaktuell
5
Umwelt

Indiens Energiewende 2026 – Solar und Wind auf Rekordkurs

23. August • nh

Newsletter

Die wichtigsten Nachrichten und Termine aus Ihrer Nachbarschaft – kostenlos per E-Mail.

INDIENaktuell

Nachrichten und Kultur aus Indien

Service +49 21187972343 Newsletter-Anmeldung

Schnelllinks

  • Impressum
  • Datenschutz
  • Kontakt
  • Mediadaten
  • Newsletter

Für Nutzer

  • Anmelden
  • Veranstaltungen

Unsere Orte

  • Indien

    Kolkata Nordindien Puri Südindien Vrindavan Cuttack Darjeeling Nordostindien

© 2026 INDIENaktuell - Alle Rechte vorbehalten

Start Termine
Suche läuft …
Mindestens zwei Zeichen eingeben — Ergebnisse erscheinen beim Tippen.

Zuletzt gelesen

ESC oder Klick daneben schließt