Cricket
Cricket ist in vielen Commonwealth-Ländern der Nationalsport. In Indien dürfte die Begeisterung für Cricket sogar noch größer sein als in Großbritannien, dem Mutterland dieses Sports. Nicht Cricket spielenden Nationen dieses angelsächsische Spiel zu erklären, ist eigentlich von vorneherein zum Scheitern verurteilt. Wer einmal versucht hat, die Regeln dieses Spiels zu verstehen, weiß, dass man all die vielen Regeln, die beim Cricket ineinander greifen und zusammenspielen, nur mit Hilfe eines besonderen Cricket-Gens wirklich nachvollziehen kann. Und dieses Gen fehlt uns Kontinentaleuropäern einfach. Sei’s drum, versuchen wir die Quadratur des Kreises:
Cricket Regeln
Das Spiel
Beim ersten Durchgang ist ein Team das Schlagteam (batting team) und das andere Team sind die Feldspieler (fielder). Vom Schlagteam spielen zunächst nur zwei Spieler – die sogenannten Batsmen (Oberbegriff für Striker und Non-Striker) –, während die restlichen Spieler dieses Teams außerhalb des Spielfeldes warten, bis sie an der Reihe sind. Vom Gegenteam sind alle elf Spieler auf dem Feld. Abgesehen vom Bowler (Werfer) dieses Teams und dem Wicket-keepersind sie auf dem Feld verteilt. Auf der Pitch stehen sich der Schlagmann des batting teams (der Striker) und der Bowler des Feldteams gegenüber. Der Schlagmann steht vor seinem Wicket, das er verteidigen muss. Hinter dem Wicket des Schlagmanns steht der sogenannte Wicket-keeper von der gegnerischen Feldmannschaft. Der zweite Mann des Schlagteams – der sogenannte Non-striker – steht neben dem Werfer der gegnerischen Mannschaft.
So, das Spiel könnte jetzt beginnen. Vorab aber noch ein Hinweis: Der Ball darf nicht einfach so geworfen werden. Die Wurftechnik unterliegt ganz bestimmten Regeln. Der Ball muss mit geradem Arm und durchgedrücktem Ellbogen über den Kopf geschleudert werden. Beim normalen Werfen wäre der Ellbogen zunächst gebeugt und das Durchdrücken des Arms gibt dem Ball noch mehr Energie. BeimBowlen kommt die gesamte Energie aus der Rotation des Armes und der Schulter.
Das Spiel beginnt: Der Bowler des Feldteams wirft den Ball in Richtung Schlagmann des gegnerischen Teams. Der Schlagmann muss nun den Ball weit wegschlagen, um so viel wie möglich Zeit für die Runs zu gewinnen. Denn sobald der Ball weggeschlagen ist, rennt der Schlagmann und sein Teamkollege, der Non-striker, der neben dem Bowler stand, so oft wie möglich zwischen den Wickets hin und her. Losrennen müssen sie aber nur, wenn sie auch glauben, dass sie Punkte erzielen können. Jeder Lauf, den beide vollendet haben, bringt einen Punkt. Ziel ist es, so viele Runs wie möglich zu laufen. Das gegnerische Feldteam versucht in der Zwischenzeit mit dem Ball so schnell wie möglich das Wicket der Gegenmannschaft zu zerstören. Ist das Wicket zerstört, muss der Schlagmann sein Ziel – das Ende der Pitch – erreicht haben. Ist der Ball zurück und der Schlagmann ist erst auf halber Strecke bzw. hat seinen Lauf noch nicht vollendet, ist er raus (out) und der nächste Spieler der Schlagmannschaft ist an der Reihe. Wenn alle Spieler des Schlagteams ausgeschieden sind, ist ihr Innings zu Ende und das Feldteam wird jetzt Schlagteam.
Nun könnte ja der Bowler den Ball immer absichtlich so werfen, dass der Striker des gegnerischen Teams nie an den Ball rankommt. So einfach ist es aber nicht, denn der Ball muss auch innerhalb der Reichweite des Strikers gespielt sein. Was „innerhalb der Reichweite des Strikers“ ist, liegt allerdings allein im Ermessen des Schiedsrichters. Es gibt noch eine ganze Reihe von Gründen, warum ein Wurf eines Bowlers nicht gezählt wird. Auf ausführliche Erläuterungen möchten wir an dieser Stelle aber nicht eingehen. Wer möchte, kann sich ja die vollständigen Cricket-Regeln als PDF herunterladen (siehe Link unten). Wenn ein Bowler sechs gültige Würfe hatte, dann nennt man das ein Over. Nach dem Over kommt ein anderer Spieler des Feldteams als Werfer an die Reihe.
Nachdem beide Teams ihre Durchgänge (Innings) beendet haben, gewinnt das Team mit den meisten Runs.
Eigentlich ganz einleuchtend, oder? Wären da nicht noch die vielen kleinen Zusatzregeln wie die Punkteregelung, wenn der Ball über die Feldbegrenzung hinaus geschlagen wird, die No-Ball-, Wide-Ball-, Bye- oder Leg-Bye-Regel, die vielen Gründe wie Time Out etc. oder – ganz wichtig – die Pausenregelungen. So ein Cricket-Spiel zieht sich meist über mehrere Stunden, manchmal sogar Tage hin. Daher gibt es logischerweise auch ganz klare Regelungen der Mahlzeiten oder Teepausen. Alle diese detaillierten Regeln dürften für unser kontinental-europäisches Gehirn für den Anfang dann doch zu viel Information sein.
Weblinks: