Gwalior Fort
Das Fort in Gwalior zeigt noch Reste seiner einst wunderschönen Fassadenverzierung mit bunten Kacheln. Foto: Madhya Pradesh Tourism

Eine Reise durch das Herz von Incredible India

Madhya Pradesh liegt mitten im Herzen des indischen Subkontinents.
Dieser indische Bundesstaat kann ein außergewöhnliches kulturelles Erbe sowie erstaunlich viele, schöne Nationalparks vorweisen.

Nichts nur wegen seiner geografischen Lage wird Madhya Pradesh als „Herz Indiens“ bezeichnet, sondern auch wegen seiner Kulturgeschichte und seiner bemerkenswerten Natur. Trotz dieser Vorzüge liegt dieser Bundesstaat nicht auf der üblichen Route, die Touristen in Indien gewöhnlich bevorzugen. So hat man als Reisender immer noch die Möglichkeit, das touristisch wenig frequentierte Herzland Indiens in Ruhe zu erkunden. Neun Nationalparks voll prallem, aufregenden Leben warten auf abenteuerlustige Touristen. Wunderschöne alte religiöse Stätten und kulturträchtige Architektur erfreuen Kulturfreunde und spirituell Interessierte. Madhya Pradesh bietet vielseitige Reisemöglichkeiten.

Architektonische Highlights
Zu der Fülle von Moscheen, Seen und Museen trägt nicht zuletzt Bhopal, die Hauptstadt des Bundesstaates, bei. Sie ist eine der bekanntesten kulturellen Zentren von Madhya Pradesh. Sanchi, die Heimat der ersten buddhistischen Monumente der Region, ist vor allem durch seine Große Stupa bekannt. Doch die steht hier nicht allein: Insgesamt 50 Baudenkmäler wurden hier bereits entdeckt. Inzwischen ist Sanchi laut UNESCO der „bemerkenswerteste archäologische Komplex in Indien“.

Neben Sanchi finden sich noch einige weitere äußerst bedeutende Bauwerke Indiens in Madhya Pradesh. Darunter sind vielleicht an erster Stelle die Tempel in Khajuraho zu nennen, die über und über mit Steinmetzarbeiten verziert sind, die Szenen aus dem Alltag, aus dem Liebesleben und der Gottesverehrung zeigen. Diese Bildnisse gehören zu den schönsten Tempelkunstwerken der Welt und völlig zu Recht zum UNESCO Weltkulturerbe.

Bemerkenswerte Natur
Ein Höhepunkt jeden Indienbesuchs ist mit Sicherheit die Begegnung mit einem Königstiger in freier Wildbahn. In vier der fünf größten Nationalparks in Madhya Pradesh sind die inzwischen seltenen Großkatzen zu Hause. Etwa 70 Prozent aller Bengalischen Tiger weltweit leben in Indien.
Die letzte Zählung in Indien hat ergeben, dass noch etwa 2.200 Tiger durch Indiens Dschungel streifen. Die Art gilt immer noch als bedroht, aber immerhin haben die Schutzprogramme der Regierung wohl Wirkung gezeigt, 2006 sollen es nur noch rund 1.400 Tiger gewesen sein, 2010 immerhin schon wieder 1.700. In Madhya Pradesh hat man gute Chancen in den vier der neun Nationalparks – in Bandhavgarh, Kanha, Pench und Panna – einem Tiger auf einer Fotosafari zu begegnen.

Der Kanha Nationalpark, einer der bekanntesten Nationalparks Indiens, nimmt für sich in Anspruch, das landschaftliche Vorbild für Rudyard Kiplings „Dschungelbuch“ gewesen zu sein. Dichte Bambus-, Sal- und Mischwälder sowie Grasland auf ehemals landwirtschaftlich genutzten Flächen durchziehen die Hügelketten und Täler sowie die Hochebene des 940 Quadratkilometer großen Parks. Bekannt ist der Park vor allem für seine großen Säugetiere.

Lippenbären, Rothunde und Leoparden gehen neben den Tigern dort auf die Jagd. Sambarhirsche, Gaure, Nilgauantilopen und Hochland-Barasinghas grasen in den Wäldern.

Begegnung mit dem König der Tiere in Indiens Wäldern, Foto: Madhya Pradesh Tourism
Begegnung mit dem König der Tiere in Indiens Wäldern, Foto: Madhya Pradesh Tourism

Am ehesten hat man im Bandhavgarh Nationalpark die Chance, einen Tiger zu sehen, denn er weist die höchste Tigerdichte der Welt auf. Auch etwa 40 Leoparden leben in diesem Park, aber die sieht man nur höchst selten. Mit Sicherheit begegnet man aber auf den Jeepsafaris einer Vielzahl von Axishirschen und anderem Wild, Languren, dem einen oder anderen Pfau, vielen weiteren schönen Vögeln, exotischen Schmetterlingen und vielem mehr. Die Kosten für die Unterkünfte um den Park reichen von preisgünstig bis luxuriös, sodass ein Besuch dieses Parks im Grunde für jeden Geldbeutel erschwinglich ist. Die Safaris kosten für Ausländer zwischen 90 und 115 Euro pro Tour (indische Staatsbürger zahlen weniger). Dieses Geld kommt jedoch zum größten Teil dem Schutz der Natur zugute – und ein Erlebnis dieser Güte ist ohnehin unbezahlbar.

Die spirituelle Seite der Region 
Im Westen Madhya Pradesh liegen einige spirituell bedeutende Städte wie die heilige Stadt Ujjain. Während man durch das Labyrinth von Gassen hinunter zu den Ghats, den Stufen am Fluss, wo die Gläubigen beten, wandert, wird einem klar, warum diese spirituell aufgeladene Stadt seit Hunderten von Jahren Pilger in ihren Bann zieht.

Ein ganz spezielles spirituelles Fest erwartet die Besucher im Jahr 2016. Dann wird dort das größte religiöse Fest der Welt, die große Kumbh Mela, die hier Simhastha Kumbh heißt, gefeiert. Zig-Millionen Pilger werden vom 22. April bis 21. Mai 2016 Ujjain besuchen. Besucher erwartet eine unglaubliche Erfahrung mit Bildern, die sich ein Leben lang einprägen werden. Die Energie und Spiritualität, die auf diesem Fest von Gläubigen und heiligen Männern, den Sadhus, ausgeht, vor allem wenn sie ein rituelles Bad im heiligen Fluss nehmen, ist ungeheuerlich.

Madhya Pradesh kann somit in der Reisesaison 2015/2016 mit einigen spektakulären Events aufwarten, die dieses interessante Reiseziel noch attraktiver machen, als es ohnehin schon ist. Der Öko-Tourismus in diesem Bundesstaat soll immer weiter ausgebaut werden. So gibt es z. B. eine Kooperation zwischen der Regierung dieses Bundesstaates und der National Tiger Conservation Authority, mit Regularien, die sowohl die Ruhephasen des Wildtierbestandes der Nationalparks schützen, aber auch den Besuchern der Parks ausreichende Möglichkeiten für Safaris bieten. Ein guter Kompromiss für beide Seiten scheint gefunden worden zu sein.

Neben den bereits erwähnten Sehenswürdigkeiten warten noch Höhlentempel, versteckte Wasserfälle, viele historische Bauwerke und einige schöne Waldlandschaften im Herzen Indiens auf die Besucher. Die Anreise über die Flughäfen in Bhopal und Indore, die gut mit den großen Städten Indiens verbunden sind, ist sehr gut. Derzeit arbeitet man sogar an der Anbindung an internationale Flughäfen. Madhya Pradesh ist jede Reise wert.

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