Der am 13. Juni 1998 von Claus D. von der Fink gegründete gemeinnützige Verein NITYA SEVA e.V. widmet sich der Fürsorge von Straßen-, Slum-, Bahnsteig- und Waisenkindern sowie kranken Kindern in Bhopal, Indien.
Die Einrichtungen und Betreuungssituation
Seit der Gründung wurden zwei wesentliche Standorte geschaffen, um Kindern ein sicheres Umfeld zu bieten:
- Kinderheim Chandbarh: Eröffnet am 09. Juli 2000.
- Kinderheim Pipalner: Am 03. August 2004 seiner Bestimmung übergeben.
Derzeit wird 140 Mädchen und Jungen in diesen Heimen ein dauerhaftes Zuhause geboten. Weitere 15 Kinder, die bereits in ihre Familien zurückgekehrt sind, werden weiterhin finanziell unterstützt. Somit wird die Versorgung von insgesamt 155 Kindern sichergestellt.
Einige der Schützlinge befinden sich aktuell in der beruflichen Ausbildung für die 5-Sterne-Hotellerie in Bangalore und Hyderabad oder sind dort bereits fest angestellt.
Struktur und Projektfinanzierung
Der Betrieb vor Ort wird durch ein Team von 52 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gewährleistet. Zum Fachpersonal gehören unter anderem:
- Ein Arzt sowie eine psychosoziale Beraterin.
- 12 Nachhilfelehrer zur schulischen Unterstützung.
- Technisches Personal für die Instandhaltung und Versorgung.
Im Jahr 2025 beliefen sich die Projektausgaben in Bhopal auf 171.511 EURO. Die Finanzierung erfolgt ausschließlich durch Spenden, die ohne jeglichen Abzug direkt an das Projekt in Indien weitergeleitet werden.
Wesentliche Auswirkungen der Projektarbeit
Durch die Arbeit von NITYA SEVA e.V. werden fundamentale Verbesserungen im Leben der Kinder erzielt:
- Existenzielle Absicherung: Den Kindern wird ein fester Wohnsitz und eine geregelte Ernährung (fünf Mahlzeiten täglich) geboten.
- Medizinische Vorsorge: Eine umfassende ärztliche Betreuung sowie alle erforderlichen Impfungen werden sichergestellt.
- Bildung und Förderung: Der Besuch von Schulen und Universitäten wird ermöglicht. Die pädagogische Begleitung erfolgt durch tägliche Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe.
- Persönlichkeitsentwicklung: Durch Zuneigung und Geborgenheit wird die Stärkung des Selbstwertgefühls und des Verantwortungsbewusstseins gefördert. Den Kindern wird so der Weg in ein eigenständiges Leben abseits der Straße geebnet.
Das pädagogische Konzept: Hilfe zur Selbsthilfe
Schul- und Berufsausbildung werden als zentrale Schlüssel für eine bessere Zukunft betrachtet. Dabei wird besonderer Wert auf nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe gelegt.
Die „In-House School“ in Pipalner
Da das indische Schulsystem einen frühen Einstieg voraussetzt, stehen ältere Kinder ohne Vorkenntnisse oft vor großen Hürden. Um Frustration und eine Beeinträchtigung des Selbstwertgefühls zu vermeiden, wurde im Kinderheim Pipalner eine interne Schule eingerichtet.
Dort werden die Kinder durch intensiven Unterricht an das Niveau regulärer Schulklassen herangeführt. Das Konzept umfasst:
- Kernunterricht: Drei Stunden täglich durch zwei qualifizierte Lehrer.
- Spiel-Lern-Stunden: Eineinhalb Stunden am Nachmittag, in denen Lernen und spielerische Elemente kombiniert werden.
NITYA SEVA
Kinder-, Lepra- und Adivasihilfe Indien e.V. 🌐 www.nityaseva.eu