Panchakarma – die Reinigungskur im Ayurveda

Die Reinigungskur Panchakarma ist einer der Eckpfeiler ayurvedischer Behandlung. Panchakarma bezeichnet nicht einfach eine Kur, sondern einen Prozess, währenddessen man versucht, zur Wurzel des Problems vorzudringen und die Tridoshas wieder in Balance zu bringen. Man kann mit einer Panchakarma-Kur nicht nur Linderung bei bestimmten Krankheiten verschaffen, sondern sie auch vorbeugend zur Erhaltung der Gesundheit durchführen. Im Ayurveda wird eigentlich nach jedem Jahreszeitenwechsel eine Panchakarma-Kur empfohlen, um den Stoffwechsel wieder in Schwung zu bringen – bei uns vor allem nach dem langen dunklen Winter.

Das Wort Panchakarma kommt aus dem Sanskrit und bedeutet so viel wie „fünf Maßnahmen“ oder „fünf Behandlungen“. Der Körper soll durch diese Behandlungen von Stoffwechselabbauprodukten, unverdauten Nahrungsbestandteilen (mala) und Umweltgiften (ama) befreit oder „gereinigt“ werden.

Aber der Reihe nach, denn zunächst erfolgen drei Schritte zur Vorbereitung auf das Panchakarma: die Poorvakarma, die vor der eigentlichen Reinigung stattfindet. Hierzu gehört eine Ganzkörperölmassage (snehan), die man täglich drei bis sieben Tage lang erhält. Anschließend soll man jeweils mithilfe feuchter Umschläge schwitzen (swedan). Dadurch wird das Gewebe weich und geschmeidig.

Danach erfolgt die Hauptbehandlung, Pradhankarma genannt, die wie schon erwähnt aus fünf Maßnahmen besteht, die je nach Ausgangslage beim Patienten angewendet werden. Wenn Sie noch nie eine Ayurveda-Kur gemacht haben, mag das Folgende nicht besonders erstrebenswert klingen. Aber glauben Sie uns, es wirkt! Menschen, die von einer Ayurveda-Kur zurückkommen, sehen nach der Kur meist viele Jahre jünger aus als zuvor.

Zu den fünf Hauptbehandlungsmethoden des Ayurveda gehört z. B. die Verabreichung eines Brechmittels (vaman), um zu starkes Kapha wieder auszugleichen. Dies hilft bei Bronchitis, Erkältung, Atemnot, chronischem Asthma, Diabetes, Magenverstimmung und Verdauungsstörungen. Diese Behandlung ist bei den abgeschwächten Panchakarma-Varianten im Westen nicht gebräuchlich. Auch die anderen Behandlungen sind bei uns meist weniger rigoros. Das gilt meist auch für auf Touristen aus Europa eingestellte Ayurveda-Resorts in Indien.

Aber bleiben wir weiter bei der Reinform des Ayurveda: Zu viel Vata kann mit Kräutereinläufen (basti) normalisiert werden, die äußerlich durch verschiedene Ölbehandlungen wie beispielsweise Massagen (Abhyanga etc.) oder einen Stirnölguss ergänzt werden. Verdauungsstörungen, Nierensteine, Arthritis, Rheuma und andere Krankheiten werden damit behandelt.

Ein Pitta-Überschuss kann durch die Verabreichung eines Abführmittels (virechan) gesenkt werden. Probleme mit der Gallenblase, Leber oder dem Dünndarm werden damit behandelt.

Ein Überschuss an Kapha wird über die Nase (nasya) behandelt – meist mit einer Nasenspülung, die gegen Probleme mit den Augen, Ohren, der Nase und dem Hals, gegen Migräne, Nasennebenhöhlenentzündung, Bronchitis etc. helfen soll.

Nach der Hauptkur erfolgt eine therapeutische Nachbehandlung (pashchatkarma), z. B. eine spezifische Diät oder besondere Aktivitäten, zu denen auch Yoga gehört, damit im täglichen Leben dauerhaft für den Einklang aller Doshas gesorgt wird.

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