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Mandu. Foto: MP Tourism

Neue Ziele in Madhya Pradesh entdecken (IV)

Mandu

Eigentlich ist Mandu ein Freilichtmuseum par excellence. Die Lage im Vindhya-Gebirge (etwa 600 m hoch), die Schönheit der Landschaft und die vielen, sehr gut erhaltenen Mausoleen, Paläste und Tempel machen den Aufenthalt in dieser Stadt der Freude (Shadiabad), wie sie auch genannt wird, zur reinsten Erholung. Ihre Geschichte ist wesentlich durch muslimische Herrscher des Königreichs Malwa bestimmt.

Zu besichtigen sind drei recht weit von einander entfernte Gruppen von Bauwerken. (1) Für den frühen Morgen bietet sich ein Besuch von Rupmatis Palast und der ihres geliebten Prinz Baz Bahadur an. Die Liebesgeschichte zwischen ihnen wird heute noch in vielen Volksliedern besungen. (2) In der Mitte des Ortes beeindrucken die große Freitagsmoschee, das Grabmal von Hoshang Shah und die Reste der Koranschule Ashrafi Mahal. (3) Im Norden schließlich liegt die königliche Enklave mit einer wundervoll gestalteten Gartenanlage, darin die beiden Prachtbauten Jahaz Mahal (Schiffspalast) und Hindola Mahal (schwingender Palast), beide an einem schönen See gelegen.

Der Hindutempel Nilkantha Mandir bietet einen tollen Blick in die Vindhya-Berge. Auch der Besuch des abseits gelegenen Grabmals von Darya Khan lohnt den kleinen Umweg.

Krishnapura Chhatris in Indore. Foto: MP Tourism
Krishnapura Chhatris in Indore. Foto: MP Tourism

Indore

Indore mit seinem internationalen Airport und zahlreichen Hotels wird in Reiseführern meist stiefmütterlich behandelt. Aber die Stadt hat mehr zu bieten, als man vermutet. Indore spielte während der Raj-Zeit eine große Rolle. Es gibt eine Reihe kolonialer Gebäude hier und dass die Stadt auch als Regierungssitz der Holka-Dynastie architektonisch präsent ist, versteht sich von allein.

Interessant ist der Palast der Maharadschas von Indore, der Lal Bagh Palace, der erst im 20. Jahrhundert fertiggestellt wurde. Er ist mit seiner Mischung aus Renaissance, Barock und Klassizismus, ergänzt durch griechische Elemente, ein gutes Beispiel für die geschmackliche Ausrichtung der indischen Maharadschas in Richtung Europa. Ähnliches gilt für den Rajwada-Palast, der neben einer Mischung aus Marathen- und Moguleinflüssen deutliche Einflüsse der italienischen Renaissance zeigt.

Im Bada Ganapati Mandir kann man die mit 6 m Höhe größte Ganesha-Statue Indiens sehen, im Kanch Mandir die Welt der Jain-Religion kennenlernen und in der Innenstadt am Khanfluss die Chhatris der Holkar-Familie bewundern. Wer aber das Indien von heute kennenlernen möchte, sollte einmal das ultramoderne Shopping Center Treasure Island aufsuchen.

Zwei Gebäudekomplexe durfte ich noch kennenlernen, die eigentlich nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Es zeigte sich, dass man europäischen Besuchern gegenüber sehr aufgeschlossen ist, wenn man begründet um Einlass bittet. Eines dieser Gebäude war das Daly College, erbaut vom britischen Architekten Sir Samuel Swinton Jacob, vielleicht das schönste College im indo-sarazenischen Stil in ganz Indien. Das zweite Gebäude ist der Malik-Palast, heute Sitz der indischen Zollbehörden, einst einer der Paläste der Holkar-Herrscher (20. Jahrhundert). Die gesamte Inneneinrichtung ist vom deutschen Bauhausarchitekten Muthesius gestaltet, wenn auch nur noch rudimentär erhalten, doch deutlich erkennbar. Hier hineinzugelangen bedurfte allerdings großer Überredungskunst.

Auch wenn Indore keine typische Touristenstadt ist, die bei deutschen Reiseveranstaltern einen festen Platz hätte, vermittelt diese booming city dem Besucher das Bild einer typischen indischen Großstadt: viel Alltags- und Geschäftsleben, viel Kultur, so gut wie keine europäischen Besucher und schon gar keine Pauschalreisenden. Eine Mischung aus alter Maharadschazeit, Präzenz der britischen Raj-Zeit (nachdem die Marathen gegen die Briten drei Kriege verloren hatten) und eine moderne Industriestadt – das macht den besonderen Reiz dieser modernen Stadt aus. Klaus Wolff

Hotels:
Mandu
Malwa Resort oder Malwa Retreat Roopmati Road oder Nähe Sagar Lake
E-Mail: mresoertm@mptourism.com oder
mretreatm@mptourism.com

Travellers Lodge
Near SADA Barrier
E-Mail: mretreatm@mptourism.com

Weitere Informationen: www.mptourism.com

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