Neue Ziele in Madhya Pradesh entdecken (II)

Orchha

Orchha ist nicht mehr ganz der Geheimtipp wie noch vor wenigen Jahren, doch der Besuch lohnt immer noch. Im Wesentlichen bietet die kleine Stadt eine überschaubare Anzahl von Tempeln und Palästen. In einem kann man sogar wohnen oder zumindest dort speisen (Sheesh Mahal).

Erbaut wurde Orchha im 16. bis 17. Jahrhundert, nachdem ein Rajput hier die ideale Lage für seine neue Hauptstadt erkannte. Beginnen wir unsere Besichtigungstour mit dem Laxmi-Narayan-Tempel außerhalb der Stadt, der u. a. unzählige Wandmalereien mit Motiven aus der Hindumythologie zu bieten hat. In der Stadt befinden sich die beiden Paläste Jehangir Mahal und Raj Mahal. Im Raj Mahal befinden sich die in leuchtenden Farben gehaltenen und vielleicht schönsten Wandmalereien in Orchha. Am Flussufer stehen eine Reihe von hohen Chhatris der Herrscher des kleinen Fürstentums. Der Zutritt ist zwar nicht gestattet, aber das ist in Indien Verhandlungssache.

Chanderi

Die kleine Stadt Chanderi blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Sie war Teil des alten Königreiches Malwa. Die Mehrzahl der Bauwerke hier ist islamisch, dazwischen einige Hindutempel. Lohnend sind auch zahlreiche Seidenwebereien, die man zu Fuß in den schmalen Gassen der Altstadt entdecken kann. Hoch über der Stadt liegt eine Festung aus der Mogulzeit, von der man einen schönen Rundblick auf die gesamte Stadt und u. a. ein markantes Bauwerk hat: das Bada-Mahal-Tor. Kein Palast dahinter, nur ein Tor in einer gepflegten Gartenanlage. Es soll an einen wichtigen Sieg erinnern. Schließlich gibt es in Chanderi architektonisch interessante Grabbauten islamischen Ursprungs, wie z. B. die Shahzadi-ka-Rauza mit seitlichen Stützpfeilern, wie man sie auch am Grabmal des Selim Chisti in Fatehpur Sikri findet.

Udayagiri – Sanchi

Wenn man früh in Chanderi abfährt, kann man die Höhlen von Udayagiri und die Stupas von Sanchi gut an einem Tag besuchen. Beide Stätten sind mit Sicherheit die ältesten Kunstwerke auf dieser Reiseroute. Die Höhlen von Udayagiri stammen aus der Guptazeit (4. und 5. Jahrhundert). Vor allem Höhle Nr. 6 ist interessant. Hier befindet sich ein Relief der dritten Inkarnation von Vishnu: Vishnu in Gestalt eines Ebers bzw. Keilers. Der Körper ist menschlich, der Kopf der eines Ebers. Vishnu tauchte immer in besonderen Notsituationen während der Erdgeschichte in der Gestalt verschiedener Avatare auf, um die Welt zu retten, in diesem Fall, um die Erdgöttin Bhudevi aus den Klauen des Dämons Hiranyaksha zu befreien.

Sanchi. Foto: MP Tourism
Sanchi. Foto: MP Tourism

Nur wenige Kilometer entfernt liegt Sanchi (UNESCO-Weltkulturerbe). Neben den Grundmauern einiger Klöster und den Resten buddhistischer Tempel sind es vor allem die Stupas, die uns hier in Bann ziehen. Es lohnt sich, im Vorfeld ein wenig über die vielen Darstellungen zu lesen, um mit etwas Hintergrundwissen die Geschichten dahinter zu verstehen. Die Bauten stammen aus der Zeit des Maurya-Kaisers Ashoka, der den Buddhismus in Indien zur Staatsreligion erklärt hatte (3. Jahrhundert v. Chr.). Klaus Wolff

Hotels:

Orchha
Hotel Sheesh Mahal
Jehangir Mahal
E-Mail: smorchha@mptourism.com
Betwa Retreat
Rajaram Temple Road
E-Mail: betwa@mptourism.com

Chanderi
Tana Bana
Raj Ghat Road, Ashoknagar
E-Mail: chanderi@mptourism.com

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