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Bergpanorama in der Kumaon-Region. Foto: draskd

Die Kumaon-Region in Uttarkhand

Das Königreich Kumaon lag im heutigen indischen Bundesstaat Uttarakhand. Teile der Region waren einst von nahezu undurchdringlichem Wald bedeckt. Doch ab 1850 wurde dieser Wald an vielen Stellen gerodet und die Menschen, die zuvor in den Hügeln unterhalb der bergigen Region lebten, betrieben auf dem fruchtbaren Boden Ackerbau. Nur während der Regenzeit kehrten sie in ihre alte Heimat in den Hügeln unterhalb zurück. Einen großen Teil der Kumaon-Region durchziehen außerdem breite Bergketten des Himalaya, die bis in eine Höhe von 5.500 Meter hinaufragen.

Geschichte der Region

Die Geschichte der Kumaon-Region reicht weit zurück. Die ersten Herrscher, die Kunindas, regierten ab 500 v. Chr. Es folgten verschiedene Dynastien, von denen die Chand-Dynastie ab dem 10. Jhd. n. Chr. am bemerkenswertesten ist. Sie bauten im 11. und 12. Jahrhundert die Tempel von Baleshwar und Nagnath. Vom 13. bis 18. Jahrhundert erlebte Kumaon unter den Chand-Herrschern seine Blütezeit, in der sich unter anderem die Pahari-Kunst entwickelte, eine Miniaturmalerei, die sich auch in südlicheren Regionen Indiens verbreitete. Der mächtigste Chand-Herrscher war Baz Bahadur (1638–1678), der sich mit Shah Jahan in Delhi – dem Erbauer des berühmten Taj Mahal in Agra – erfolgreich gegen den König von Garhwal, Pirthvi Shah, verbündete. Aus seiner Herrscherzeit stammen unter anderem der Golu Devta Tempel in Ghorakhal oder der Bhimeshwara Mahadev Tempel in Bhimtal.

Reisen in der Kumaon-Region

Zwei Smaragdspinte aus der Familie der Bienenfresser - nur ein Beispiel aus der vielfältigen Vogelwelt der Region. Foto: Sankara Subramanian
Zwei Smaragdspinte aus der Familie der Bienenfresser – nur ein Beispiel aus der vielfältigen Vogelwelt der Region. Foto: Sankara Subramanian

Die Kumaon-Region ist aber nicht nur geschichtsträchtig, sondern mit ihren dichten Zedern- und Kiefernwäldern vor dem Hintergrund schneebedeckter Himalaya-Gipfel, ihrer frischen, sauberen Luft und den traditionellen Häusern mit ihren komplizierten Holzschnitzereien auch landschaftlich sehenswert. Was könnte man wohl auf einer Reise durch diese Region unternehmen?

Übernachtung in einer Obstplantage

Inmitten von Nadelwäldern und Obstgärten liegt Mukteshwar, das ursprünglich hauptsächlich von Briten besiedelt war, weil sie das kühle Klima dort so liebten. Hier könnte man in einer rund 150 Jahre alten Apfelplantage übernachten, die inzwischen als Boutique-Hotel unter dem Namen Sitla Estate geführt wird. Aus dem Fenster sieht man die Himalaya-Gipfel, die gemütliche Lounge ist mit Büchern gut bestückt und der freundliche Besitzer Vikram Maira begleitet Sie gern auf Spaziergänge oder Wanderungen oder Tagesausflüge nach Binsar oder Bhimtal. Mit einem Buch unter einem Aprikosen- oder Pflaumenbaum oder bei einem guten Mahl mit den Einheimischen kann man hier wunderbar entspannen. (www.sitlaestate.com)

Majestätische Himalaya-Gipfel

Der Anblick der Himalaya-Gipfel ist überwältigend. Foto: Michael Scalet
Der Anblick der Himalaya-Gipfel ist überwältigend. Foto: Michael Scalet

Die Hill Station Kausani wird oft als „Schweiz Indiens“ bezeichnet. Kausani ist für sein Himalaya-Panorama berühmt. Der Ort liegt auf einem Höhenzug, der mit Chirkiefern und Himalaya-Kiefern bedeckt ist. Vögel singen, Bäche sprudeln und gelegentlich kommt eine Herde Affen vorbei. Am schönsten ist der Sonnenaufgang, den man von einer der vielen Plattformen aus beobachten kann. Die schneebedeckten Gipfel des Nanda Devi und Panchchuli färben sich, wenn die Sonne aufgeht, leuchtend-orange.

Auf Tempel-Tour

Der Tempel in Bageshwar. Foto: Rahul Ganguly
Der Tempel in Bageshwar. Foto: Rahul Ganguly

Uttarakhand wird auch Dev Bhoomi, das Land der Götter, genannt. Wenn Sie gern Tempel besichtigen, sind Sie hier richtig. Ein berühmter Tempel, der dem Gott der Heilkunst gewidmet ist, ist der Bajinath Tempel aus dem 12. Jahrhundert, der am Zusammenfluss der Flüsse Gomti und Sarayu liegt. 38 km von Almora entfernt liegt Jageshwar, wo über 120 Schreine und Tempel aus der Zeit zwischen dem 9. und 13. Jahrhundert stehen. Die meisten von ihnen sind Shiva gewidmet. Im archäologischen Museum von Jageshwar sind außerdem einige sehr schöne religiöse Steinmetzarbeiten aus den Tempeln ausgestellt, darunter ein tanzender Ganesha. Am Golu Devta Tempel in Chitai (bei Almora) hängen Tausende kleine Bronze-Glöckchen, an die Gläubige Wünsche hängen, vor allem um endlich Gerechtigkeit bei einem bevorstehenden Urteil zu erlangen.

Naturbeobachtungen im Jim Corbett Nationalpark

Elefanten im Jim Corbett Nationalpark. Foto: Rohit Varma
Elefanten im Jim Corbett Nationalpark. Foto: Rohit Varma

Begeben Sie sich in die Wildnis, auf eine Safari im Jim Corbett Nationalpark, und beobachten Sie dort wilde Tiger, Leoparden und Elefanten, Muntjaks, Wildschweine, Hirsche oder auch Schuppentiere, ganz zu schweigen von den vielen schönen Vogelarten, darunter auch der Nashornvogel. Man kann auch Jim Corbetts Winterquartier in Kaladhungi besuchen, das heute ein gut geführtes Museum ist.

Kulinarische Genüsse

Auch auf der Straße bekommt man leckere Snacks. Foto: Paul Hamilton
Auch auf der Straße bekommt man leckere Snacks. Foto: Paul Hamilton

In die Kumaon-Region fahren Sie vorsichtshalber mit locker sitzender Kleidung, denn die regionale Küche ist gut und reichhaltig. Rotis werden aus einer Art Hirsemehl gemacht. Es gibt ein Chutney (neembu saan chutney) aus gemahlenen Cannabis-Samen, Gewürzen, Joghurt und Zitrone. Beliebt ist auch das Linsengericht bhat ki daal. Das pahaadi raita enthält geriebenen Meerrettich und aloo ke gutkey sind Kartoffeln mit scharfen Chilis und Gewürzen. Zu den Süßigkeiten der Region gehören das Schokoladen-Karamell-Dessert bal mithai und singori, ein festes Dickmilch-Dessert, das in Blätter eingewickelt wird.

Nachhaltige Souvenirs

In einer Weberei der Region. Foto: Rahul Ganguly
In einer Weberei der Region. Foto: Rahul Ganguly

Im Dorf Pingalkot können Sie sich in der dortigen Fabrik einen authentischen Kausani-Schal kaufen und somit auch gleich die heimischen Weber unterstützen. Die Kunsthandwerker mit ihren hölzernen Webstühlen folgen jahrhundertealten Techniken. Auch die Wolle stammt selbstverständlich aus dieser Region. Überhaupt sollten Sie die Basare der Gegend lieber meiden und vielmehr in die kleinen Verkaufsstellen der NGOs der Region – z. B. ins Kilmora im Dorf Sitla – zum Einkaufen gehen. Dort werden handgemachte Qualitätswaren, die ganz sicher von einheimischen Kunsthandwerkern oder von Bauern aus dieser Gegend stammen, verkauft. Sie erhalten in diesen Läden sowohl handgestrickte und handgewebte Produkte, Lebensmittel aus Bio-Anbau als auch Hautpflegeprodukte aus reinem Aprikosenöl – eventuell ein schönes Mitbringsel.

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